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Börse am Morgen: Heidelberger Druck, Renault, SpaceX, EZB, Gold - Nord/LB

11.06.2026 08:00 Uhr - Autor:   auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Die durch den Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise treiben die Inflation auch in den USA weiter nach oben. Die US-Verbraucherpreise legten im Mai um 4,2% y/y zu (April: 3,8%). Gegenüber dem Vormonat belief sich das Plus auf 0,5%. Auch die für die US-Notenbank Fed besonders relevante Kerninflation erhöhte sich leicht auf 2,9% y/y (April: 2,8%) bzw. 0,2% m/m. Das aktuelle Inflationsumfeld in den Vereinigten Staaten lässt Leitzinssenkungen sicherlich nicht zu, Hinweise auf Entspannungstendenzen sollten sich aber im Laufe des Q4 ergeben.

Getrieben von hohen Energiepreisen infolge des Iran-Kriegs und einer starken KI-Nachfrage haben Chinas Produzenten ihre Preise im Mai so kräftig erhöht wie seit fast vier Jahren nicht mehr (+3,9% y/y; stärkster Anstieg seit Juli 2022). Auch die Verbraucherpreise legten mit +1,2% zu, vor allem wegen teurerem Benzin. Die Preisentwicklung ist jedoch uneinheitlich. Während KI-getriebene Branchen Kosten weitergeben können, stehen etwa Autobauer unter Druck – ihre Verkäufe brachen im Mai um über 22% ein. Insgesamt dürften die steigenden Preise die ohnehin schwache Konsumlaune weiter belasten.

Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiepreisschock dürfte Deutschland laut aktueller Konjunkturprognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kurzfristig in eine technische Rezession führen, die Wirtschaftsleistung im Frühjahr und Sommer leicht schrumpfen. Zum Jahresende wird jedoch eine Stabilisierung erwartet – gestützt vor allem durch staatliche Ausgaben, insbesondere Verteidigungsausgaben sowie Mittel aus dem Infrastruktur- und Klimapaket. Für 2026 prognostiziert das DIW nur noch ein Wachstum von 0,5% (zuvor: 1,0%), für 2027 von 0,8% (zuvor: 1,4%).

Wärmepumpen dominieren im Wohnungsneubau zunehmend. 2025 wurden 73,6% der rund 58.900 fertiggestellten Wohngebäude damit beheizt (2024: 69,4%). Gegenüber 2015 hat sich ihr Anteil mehr als verdoppelt. Erdgas verliert weiter an Bedeutung und kommt nur noch auf 10,5% (2024: 15,0%; 2015: 51,5%). Auf Rang drei folgt Fernwärme mit 8,3%, während Ölheizungen mit 0,3% kaum noch eine Rolle spielen.

Tagesausblick
Heute ist „EZB-Tag“, an welchem die Notenbank für den Euroraum über den weiteren geldpolitischen Kurs beraten und informieren wird. Die überwiegende Mehrheit der Marktbeobachter geht davon aus, dass die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben werden. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es natürlich nicht, diese Erwartungshaltung setzt die Geldpolitiker aber schon unter einen gewissen Zugzwang. Die aktuellen Preisdaten, insbesondere bei den von Energierohstoffen abhängigen europäischen Volkswirtschaften, werden am Ende allerdings ausschlaggebend sein – der Irankonflikt zwingt die Notenbanker jedenfalls zunehmend zum Handeln.





Aktienmärkte
Die weitere Eskalation im Iran-Krieg sowie Sorgen an der Zinsfront nach den US-Inflationsdaten machten Aktienanleger gestern nervös. Dies sorgte international für rote Vorzeichen. Nach Militärschlägen in der Nacht dürfte sich dieser Trend heute zur Eröffnung in Europa fortsetzen. Im Techsektor sorgt zusätzlich der morgen anstehende Börsengang von SpaceX für Nervosität (größter Börsengang aller Zeiten). DAX -0,97%; MDAX -1,11%; TecDAX -0,66%; Dow Jones -1,88%; S&P500 -1,62%; Nasdaq Comp. -1,98%.

Unternehmen
Der französische Automobilhersteller Renault teilte mit, dass die Orderbücher für E-Autos in Kernmärkten wie Frankreich und Deutschland seit Kriegsbeginn um rund 50% gestiegen seien. Grund: die stark gestiegenen Kraftstoffpreise. Konzernchef Provost sagte, er gehe davon aus, dass die Nachfrage nach Kriegsende zwar zurückgehen werde, der Trend zu Elektromobilität sich aber beschleunigen werde.

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Heidelberger Druckmaschinen treibt die Diversifizierung seines schwächelnden Kerngeschäfts voran und baut neben E?Mobilitätslösungen verstärkt auch auf das Rüstungsgeschäft. Das Joint Venture Onberg mit Ondas soll Drohnenabwehrsysteme entwickeln, vertreiben und künftig industriell produzieren. Im GJ 2025/26 sank die Marge auf 6,6% (Vj.: 7,1%). Eine schwächere Nachfrage infolge des Iran-Kriegs, Lieferengpässe sowie höhere Energie- und Zollkosten belasteten, wohingegen Einsparungen stützend wirkten. Der Umsatz lag mit EUR 2,29 Mrd. leicht über Vorjahr, der Gewinn bei lediglich EUR 15 Mio. (Vj.: EUR 5 Mio.). Für das laufende Geschäftsjahr peilt das Unternehmen stabile Erlöse und eine bessere Marge an.

Rohstoffe
Der Goldpreis ist weiter gefallen und nähert sich im Umfeld steigender Zinsen der Marke von USD 4.000 an. Der Höchststand im Januar lag bei USD 5.595 je Feinunze.

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Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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