Trotz Rückgangs: Auftragslage dürfte die Produktion wieder ankurbeln - Commerzbank Kolumne

Die deutsche Industrie hat im Dezember weniger Aufträge erhalten – ggü. November betrug der Rückgang saisonbereinigt 1,6%. Es fehlte an Großaufträgen. Ohne Großaufträge gerechnet sind die Aufträge im Dezember um 3,5% gestiegen. Deutlich erholt haben sich die Aufträge in der Autoindustrie. Trotz des Rückgangs ist die Auftragslage nicht schlecht. Auch die Stimmungsindikatoren (Ifo-Geschäftsklima, Einkaufsmanagerindex) zeichnen wohl ein zu negatives Bild: Die Autobauer dürften die Produktionsausfälle infolge der Umstellung auf neue Abgastestverfahren in den nächsten Monaten z.T. nachholen. Ähnliches gibt für die Chemieindustrie (Ausfall der Binnenschifffahrt).

Anleihen


Deutschland: Aufträge Industrie (Dez.), 08:00 Uhr
USA: Handelsbilanz (Nov.), 14:30 Uhr

Der Einkaufsmanagerindex (gesamt) hat im Euroraum im Januar zwar weiter nachgegeben, allerdings weniger als erwartet. Er fiel von 51,1 auf 51,0, den tiefsten Stand seit fünfeinhalb Jahren. Während sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe deutlich verschlechterte (Meldung letzte Woche), stagnierte sie im Dienstleistungssektor bei 51,2 Punkten, die erste Schätzung wies noch einen Rückgang aus. Überrascht hatte der Anstieg des Dienstleistungsindex in Spanien von 54,0 auf 54,7 Punkte. In Frankreich erhöhte sich der entsprechende Index gegenüber der Erstschätzung leicht von 47,5 auf 47,8 Punkte, damit ging er im Januar aber um 1,2 Punkte zurück. Enttäuscht hatte erneut Italien, dessen Dienstleistungsumfrage von 50,5 auf 49,7 Punkte merklich zurückging. Damit könnte sich die Rezession in Italien fortsetzen und der Schuldenstand von 131% des BIP erhöhen. Nach Griechenland ist es der zweithöchste im Euroraum. In den USA ging der ISM-Index für das nicht verarbeitende Gewerbe von 58,0 auf 56,7 Punkte stärker als erwartet zurück. Am stärksten waren die Teilindizes für Auftragseingänge (-5 Pkt.) und Exportaufträge (-9 Pkt.) rückläufig. Die Renditen der Bundesanleihen stiegen gestern zunächst an, nachdem die Dienstleistungsumfragen weitgehend besser als erwartet ausfielen. Die Rendite 10-jähriger Bundeanleihen fiel jedoch im Tagesverlauf wieder unter 0,17%. Der Euro gab im Tagesverlauf auf 1,14 USD nach. Ein Sprecher der EU-Kommission kündigte gestern an, dass die britische Premierministerin Theresa May am Donnerstag nach Brüssel reisen wird. Sie hofft, dort doch noch eine Lösung für einen geregelten EU-Austritt von Großbritannien zu finden. Besonders umstritten ist der sogenannte Backstop, eine Garantie für eine offene Grenze zwischen dem EU-Staat Irland und dem britischen Nordirland.

Aktien


BNP Paribas, Jahreszahlen
Daimler, Bilanz-PK
Enel, Umsatz Q4
GlaxoSmithKline, Jahreszahlen
ING Group, Munich Re, Jahreszahlen
Toyota Motor, Ergebnis Q3

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Handelstag sehr freundlich. Die Leitindizes gewannen um bis zu 2% (London). Für Rückenwind in Europa sorgten vor allem gute Makrodaten (Revision der Einkaufsmanagerindizes nach oben) sowie einige gute Nachrichten von der Berichtssaison. In diesem Umfeld stieg der Dax um 1,7% und erzielte somit ein neues Jahreshoch von 11.371 Punkten (+7,7% seit Anfang des Jahres). Tagessieger im deutschen Leitindex war wie am Vortag die Aktie von Wirecard (+7,3%), die sich nach dem kräftigen Absturz und der Klarstellung des Unternehmens in Bezug auf die jüngsten Anschuldigungen in einem Medienbericht weiter erholte. Gesucht waren auch die Aktien von BASF (+2,5%) und Covestro (+3,6%). Autoaktien zählten dagegen im Dax einmal mehr zu den Underperformern (BMW: +0,5%, VW: +1,1%). Die Aktie von BP legte nach Vorlage von überzeugenden Quartalszahlen um 5,2% zu. Dagegen büßte die Notierung von Infineon nach Vorlage eines enttäuschenden Ausblicks für Umsatz und Marge 0,6% ein. Auf europäischer Sektorenebene zählten Haushaltsgüterwerte (+2,3%) zu den größten Gewinnern. Immobilienaktien büßten als Tagesverlierer im Schnitt 0,3% ein. Die US-Börsen tendierten den fünften Tag in Folge freundlich. Der Dow Jones-Index gewann 0,7%. Auf Sektorenebene waren vor allem Gebrauchsgüter- und IT-Werte (ca. +1%) gefragt. Tagesverlierer waren Finanzaktien (-0,1%). Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich. Viele Märkte hatten allerdings wegen des chinesischen Neujahrsfestes geschlossen, darunter China, Hongkong, Taiwan und Südkorea.

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06.02.2019 - Autor: Externer Kolumnist | Folgt uns auf Google News - hier klicken!

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Aktie: DAX - Aktienindex
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.
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