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USA: Die erwartete Zinspause – und die Tauben sind gar nicht müde! - Nord LB Kolumne

31.01.2019, 12:59 - Autor: Kolumnist ... auf Twitter

Am gestrigen Abend vollzog die Federal Reserve als Ergebnis der Notenbanksitzung zum Auftakt in das neue Jahr die erwartete Zinspause. Die Fed Funds Target Rate blieb unverändert bei 2,50%. Diese Maßnahme ist nicht überraschend. Die Entscheidung war einstimmig. Das FOMC-Statement beinhaltete einige Anpassungen. So gehen die Notenbanker davon aus, dass die Wirtschaft mittlerweile in einem „soliden“ Tempo wächst – im Dezember war von einem „starken“ Zuwachs die Rede. Die Inflation sei in den letzten Monaten zurückgegangen – zuletzt wurde der Preisauftrieb als wenig verändert beschrieben.

Am wichtigsten war aber wohl die nun fallen gelassene Anmerkung, dass die FOMC-Mitglieder „wenige weitere Zinsanhebungen“ erwarten. Stattdessen wurde betont, dass angesichts eines nur geringen Preisdrucks und globaler Verunsicherung die Notenbanker „geduldig“ abwarten werden, um die (Richtung der) zukünftigen Zinsschritte abschätzen zu können. Zudem werden die Risiken nicht mehr explizit als „roughly balanced“ angesehen. Dieser Satz wurde gestrichen. Der geldpolitische Pfad ist auch für die Fed unsicherer geworden, was nach acht Zinsanhebungen normal ist.

Aus diesen Gründen gehen einige Marktteilnehmer bereits davon aus, dass in 2019 gar keine Zinsanhebungen mehr vorgenommen werden. Einige spekulieren sogar auf eine mögliche Zinssenkung. Wir sehen unverändert im März ein Abwarten voraus, einem schwächeren Wirtschaftswachstum und einem Rückgang der Inflationsrate geschuldet. Zudem ist die Unsicherheit groß. Zu erwähnen sind die 90-Tagesfrist bis zum 2. März, wenn die US-Importzölle auf chinesische Waren auf 25% angehoben werden könnten, und der möglich Brexit-Termin 29. März.

Wir bleiben aber dabei, dass in 2019 noch zwei Zinsanhebungen am wahrscheinlichsten sind, denn die wirtschaftliche Dynamik hat sich zwar in den letzten Monaten verringert, sie bleibt aber intakt. Und die Inflation ist wie erwartet ölpreisbedingt unter die Marke von 2% gefallen, sie wird diesen Wert aber im Frühjahr wieder überschreiten.

Da es keine neuen Projektionen gab, stand auch die anschließende Pressekonferenz mit Jerome Powell im Fokus. Der Notenbankchef hielt an einem moderat positiven Konjunkturbild für die USA fest, allerdings versehen mit einigen dunklen Wolken am Horizont. Er erwähnte China, Europa, das Brexit-Chaos, der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der (beendete) Shutdown in den USA. Zudem betonte er die schwächere Inflationsentwicklung in den USA, die wir allerdings für nur vorrübergehend ansehen. Seine Aussagen waren in der Summe als dovish zu bezeichnen. Insofern passt es auch nur zu gut, dass die Federal Reserve aktuell abwartet.

Die Reaktionen an den Kapitalmärkten waren eindeutig: Der S&P500 legte zu, die Rendite zehnjähriger US-Treasuries fiel bis auf 2,67%. Auch der Dax zieht in den frühen Handelsstunden an. Die „Gefahr“ baldiger Zinsanhebungen ist gebannt! Der Euro stieg auf über 1,15 USD.

Fazit: Die Federal Reserve hat wie erwartet zu Beginn des Jahres die Fed Funds Target Rate unverändert bei 2,50% belassen. Begründet wurde die Pause mit unsicherer gewordenen Konjunkturaussichten und niedrigen Inflationsraten. Das Statement und die Aussagen von Notenbankchef Powell fielen recht dovish aus. So wurde insbesondere die Richtung der nächsten Zinsschritte offen gelassen. Die Themen Handelspolitik oder Brexit können ein Potential erlangen, die Fed zu einem weiteren Abwarten zu bewegen. Da sich beide Themen auch im März zur nächsten FOMC-Sitzung noch nicht vollständig in Luft aufgelöst haben dürften, rechnen wir mit einer weiteren Pause der Fed. In den Sommermonaten gehen wir aber im Zuge einer stabilen Konjunktur, höheren Preisdaten und einer geringeren Verunsicherung im Markt – die Themen Brexit und Handelsstreit sollten dann weniger auf der Agenda stehen – von einem weiteren Zinsschritt der Fed aus.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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