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UN-Klimakonferenz 2018: Konfliktpotential und hohe Erwartungen - Commerzbank Kolumne

Am 3. Dezember treffen sich Umweltminister aus aller Welt zum Klimagipfel. Der Austragungsort im polnischen Kohlestandort Kattowitz ist bestens geeignet. Das Gastgeberland bezieht noch fast 80% des Strombedarfs aus Kohle, nicht nur hier fragt man sich, wie der Schwenk hin zu erneuerbaren Energien besser und schneller gelingen kann. Die Beschlüsse der Pariser Konferenz sind eine hohe Bürde. Die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre ist so hoch wie nie, große Fortschritte in der Klimapolitik sind dringend gefordert. Deutschland steht mit dem geplanten Braunkohle-Exit unter besonderer Beobachtung. Die USA haben sich aus dem Klimaabkommen verabschiedet und viele der Schwellenländer fordern mehr Transferleistungen der Industrienationen. Brasilien, das täglich enorme Flächen des Regenwalds rodet, hat mit Bolsonaro („Tropen-Trump“) einen neuen Regierungschef, der dem Klimaschutz wenig abgewinnt. Entscheidungen sind dennoch zu treffen und bereits gemachte Zusagen zu erneuern. Die EU hat versprochen, bis 2030 den CO2-Ausstoß um 40% zu verringern. China will erlaubte CO2-Mengen mit dem Anstieg des Wirtschaftswachstums verknüpfen. Im Gespräch ist ein „Regelbuch“, welches Zusagen der Staaten festlegt und mögliche Sanktionen vorsieht. Die Entwicklungsländer wollen mehr als die international bereits zugesagten 100 Milliarden USD. Deutschland ist mit mindestens 4 Milliarden USD dabei. Die Finanzierung – vor allem ohne einen USA-Beitrag – ist völlig offen. Aber es gibt auch etwas Hoffnung. Experten schätzen, dass bis 2030 die Hälfte des Energiebedarfs mit Wind- und Solaranlagen produziert werden kann. Auch CO2 (adäquat) zu bepreisen, gilt als Schritt in die richtige Richtung. Auf der Konferenz sind deutliche Signale gefordert, um die Erderwärmung auf unter drei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu halten, während das ursprüngliche Ziel, sie bei 1,5 Grad zu begrenzen, bereits in sehr weite Ferne gerückt ist.

Anleihen


Japan: Industrieproduktion (Okt.), 00:30 Uhr
China: Einkaufsmanagerindex (Nov.), 04:00 Uhr
Euroraum: Verbraucherpreise (Nov.), 11:00 Uhr
Euroraum: Arbeitslosenquote (Okt.), 11:00 Uhr
USA: Chicago-Einkaufsmanager (Nov.) , 15:45 Uhr

Der gestrige Handelstag war geprägt von einem kräftigen Renditerückgang bei Bundesanleihen. Die Worte von Fed-Präsident Powell, das die aktuelle Leitzinsspanne von 2,00% bis 2,25% nahe dem geschätzten neutralen Niveau läge, wirkten noch nach. Der Ölpreis erholte sich etwas, nach dem Medien berichteten, Russland sei zu Produktionskürzungen bereit. Der Blick der Anleger richtet sich auf das G20-Treffen am Wochenende in Buenos Aires. Die zahlreichen Konjunkturdaten im Tagesverlauf lieferten ein uneinheitliches Konjunkturbild. In Deutschland ist die Arbeitslosenquote saisonbereinigt im November auf 5% gefallen. In Westdeutschland muss man für eine noch geringere Quote bis 1980 zurückblicken. Der Preisauftrieb bleibt dennoch weiterhin niedrig: Gegenüber dem Vorjahr legten die Verbraucherpreise um 2,3% (nach 2,5% im Vormonat) zu. Vor dem Hintergrund zunehmender Konjunktursorgen lieferten die Stimmungsindikatoren der EU ein positives Signal. Die Umfrage unter den Industrieunternehmen fiel sogar etwas besser als im Vormonat aus; der Gesamtindikator ging nur leicht zurück und hält sich auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der chinesische Einkaufsmanagerindex für die Industrie enttäuschte dagegen – er fiel auf 50 Punkte. In den USA lieferte der Bericht zu den Einnahmen und Ausgaben der Haushalte ein positives Bild von der Konsumneigung der Verbraucher: real +0,4% zum Vormonat. Auch die Einnahmen stiegen mit real +0,3% ggü. September kräftig an. Ein leichter Schwungverlust des Arbeitsmarktes ist dagegen bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung sichtbar. Diese stiegen das dritte Mal in Folge an.

Aktien


Allianz, Kapitalmarkttag
MTU Aero Engines, Investorenkonferenz
Rocket Internet, Ergebnis Q3

Die europäischen Aktienmärkte tendierten gestern zumeist mit Kursaufschlägen, die aber weit hinter denen der Wall Street zurückblieben. Die US-Börsen waren am Mittwoch kräftig gestiegen, nachdem der US-Notenbankpräsident Jerome Powell gesagt hatte, dass der aktuelle Leitzins knapp unter dem geschätzten neutralen Niveau liege. Die Aussage nährte die Hoffnung vieler Börsianer, dass die US-Notenbank den Leitzins nicht mehr so oft wie bislang prognostiziert an-heben wird. Auf der anderen Seite könnte dies aber auch ein Hinweis darauf sein, dass die US-Konjunktur möglicherweise an Schwung verlieren könnte. Auch der Internationale Währungsfonds warnte vor einer globalen konjunkturellen Abkühlung. Dies und der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China (der G20-Gipfel steht unmittelbar bevor) verhinderten aber deutlichere Kursaufschläge. Zudem sind die Themen Brexit und Italien (Haushaltsstreit) immer noch ungeklärt. In diesem Umfeld war der Dax nahezu unverändert. Tagesverlierer im Dax war die Aktie der Deutschen Bank (-3,4%); hier belasteten Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft und des BKA. Auf europäischer Sektorenebene waren vor allem Aktien aus dem Bereich Rohstoffe gefragt, die im Schnitt um 1,1% stiegen. Am Ende der Performancerangliste notierten Werte aus dem Bereich Immobilien, die durchschnittlich um 1,1% verloren. Die Börsen in den USA tendierten nach den starken Vortagen etwas leichter. Der Dow Jones-Index fiel um 0,1%. Auch hier herrschte vor dem G20-Gipfel in Argentinien Vorsicht. Auf Sektorenebene waren v.a. Energiewerte (+0,6%) gefragt. Dagegen büßten Technologieaktien im Schnitt fast 1% ein. Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenschluss uneinheitlich. Der Nikkei 225-Index gewann 0,4%. Auch A-Aktien (China) legten zu.

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30.11.2018 - Autor: Externer Kolumnist

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Aktie: DAX - Aktienindex
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Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.
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