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DAX: Hoffen auf die Schnäppchenjäger und den US-Konsumenten - Nord LB Kolumne

An den Finanzmärkten sind Risikofaktoren zuletzt wieder viel stärker in den Fokus der Anleger gerückt. Neben der Sorge vor einer Verschärfung des Handelskonfliktes zwischen Peking und Washington spielte in diesem Kontext auch eine signifikante Verunsicherung bezüglich der weiteren Ausrichtung der US-Geldpolitik eine große Rolle. Anleger haben offenkundig befürchtet, dass das Zinsniveau in den Vereinigten Staaten zu stark steigen könnte – beziehungsweise dies vielleicht sogar schon getan hat. Vor allem diese Sorge scheint die jüngst zu beobachtende Schwäche der Kurse der Dividendenpapiere in New York und andernorts maßgeblich ausgelöst zu haben. Oberhalb eines Renditeniveaus von 3,00% sind US-Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren sicherlich ein für viele Anleger interessantes Investment. Umschichtungen in festverzinsliche Wertpapiere aus dem USD-Universum haben dann zu neuen Kursverlusten am Aktienmarkt geführt und die Attraktivität der „sicheren“ US-Staatsanleihen sogar noch weiter erhöht – es handelt sich hier also fast schon um einen Teufelskreis.

In jedem Fall zeigte sich, dass die Schwäche der internationalen Aktienmärkte auch Implikationen für andere Asset-Klassen hatte. Dies liegt unter anderem wohl auch daran, dass der VIX derzeit als das zentrale Maß für die Risikoaversion an den internationalen Finanzmärkten gilt. Daher hatte der Kursverfall an den Aktienmärkten, der den S&P 500 in Richtung 2.700 Punkte gedrückt hat, ein generelles Anziehen der Risikoprämien zur Folge, was dann die Kurse der Dividendenpapiere nicht nur in den USA weiter belastet hat.

Beim DAX ist durch die Turbulenzen inzwischen die Marke von 11.500 Punkten in den Fokus gerückt. Deutsche Dividendenpapiere aus dem Blue-Chip-Universum wirken daher nun auch optisch nicht mehr übermäßig teuer. Mit Blick auf eine mögliche perspektivische Erholung der Kurse sind somit nun wohl vor allem die Schnäppchenjäger unter den Anlegern als die großen Hoffnungsträger zu bezeichnen. Zudem könnte der US-Konsument einmal mehr für eine positivere Stimmung an den Börsen sorgen. Am Montag ist in den Vereinigten Staaten mit erfreulichen Zahlen zur Entwicklung der Einzelhandelsumsätze zu rechnen. Auch gestützt auf die Vertriebserfolge der US-Autohäuser sollte sich im September in der Tat ein deutliches Anziehen des nominalen Volumens des Konsums zeigen. Diese Nachricht dürfte die Hoffnungen auf ein auch im III. Quartal 2018 zu beobachtendes starkes US-Wirtschaftswachstum an den Finanzmärkten weiter verstetigen. Damit könnten steigende Aktienkurse und höhere US-Staatsanleiherenditen zumindest für eine Weile durchaus wieder Hand in Hand gehen.

Auch die zuletzt von Medienberichten ausgelöste Spekulation, dass das US-Finanzministerium China nicht als Manipulator am Devisenmarkt bezeichnen will, mag den globalen Aktienmärkten in den kommenden Tagen helfen. Zudem sollte die Ankündigung eines Treffens zwischen Donald Trump und Xi Jinping im November stützend für die Kurse der Dividendenpapiere sein.

Fazit: Die aktuellen Marktturbulenzen haben die Kurse der Dividendenpapiere global belastet. Damit präsentieren sich Aktien mittlerweile optisch so günstig, dass zunehmend schon die Schnäppchenjäger unter den Investoren angelockt werden könnten. Auch der US-Konsument muss als Hoffnungsträger gelten. So ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten mit sehr erfreulichen September-Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen zu rechnen. Die anhaltende Stärke der US-Wirtschaft sollte grundsätzlich schon für den Aktienmarkt sprechen. Zwar kann momentan wohl noch kein exzessiver Pessimismus der Marktteilnehmer diagnostiziert werden, die Risikoaversion hat aber schon ein hohes Niveau erreicht. Damit werden die durchaus vorhandenen Chancen von den Investoren derzeit wahrscheinlich zu stark ausgeblendet.

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12.10.2018 - Autor: Externer Kolumnist | Folgt uns auf Google News - hier klicken!

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Aktie: DAX - Aktienindex
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Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.
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