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Chartanalyse

Commerzbank Aktie: Draghi zerstört Trendwendechance - aber nur gestern

Autor: Michael Barck
07.06.2019

Fast wäre der Commerzbank Aktie gestern ein starkes Kaufsignal geglückt - doch dann kam EZB-Chef Mario Draghi dazwischen. Warum der Bankwert dennoch Chancen hat, zeigt ein Blick in die technische Analyse. Bild und Copyright: Michael Barck / www.4investors.de.




Kurz übernahm bei der Commerzbank Aktie gestern wieder die Übernahmephantasie die Regie. Interesse an einem Kauf der MDAX-notierten Bank scheint weiter bei ING vorzuliegen und laut einem Bloomberg-Bericht mischt das Bundesfinanzministerium bei Gesprächen wieder kräftig mit und scheint der Impulsgeber zu sein. Das gab es schon zu Beginn des Versuchs, die Deutsche Bank und die Commerzbank zusammen zu schließen - letztlich scheiterte der Deal an vielen Widerständen und viel zu geringen wirtschaftlichen Vorteilen. Eine Fusion mit der ING bzw. Ihren Deutschland-Aktivitäten könnte da schon anders aussehen.

Dass der gestrige Kurssprung, der die wieder aufkommende Übernahmephantasie begleitet hat, bei der Commerzbank Aktie nicht zu einem Durchbruch nach oben führte, hatte vor allem zwei Gründe. Zum einen den Zinsentscheid der EZB, zum anderen charttechnische Faktoren. Der Blick in die technische Analyse für die Commerzbank Aktie zeigt einen klar zu erkennenden Widerstandsbereich unterhalb des jüngsten Erholungshochs bei 6,655 Euro, die Hürdenzone zieht sich bis etwa 6,51/6,56 Euro. Exakt innerhalb dieser Zone stoppte gestern bei 6,61 Euro die Aufwärtsbewegung und es kam zu einem Rutsch auf 6,184 Euro. Mit 6,267 Euro (-1,28 Prozent) ging es etwas hiervon erholt aus dem XETRA-Handel, aktuelle Indikationen liegen um 6,28/6,30 Ezri noch einmal eine Idee höher.

EZB-Chef Mario Draghi war es also, der gestern die Zerstörung der Trendwendechance brachte. Doch diese lebt erst einmal weiter. Es bleibt dabei: Die Commerzbank Aktie muss über die charttechnischen Hürden zwischen 6,51 Euro und 6,66 Euro hinaus klettern, um nach der jüngsten Abwärtsbewegung den Befreiungsschlag zu schaffen. Bestätigende Anstiege über 6,70/6,75 Euro und das Dividenden-Abwärtsgap bei 6,91/7,08 Euro würden dann die Trendwende nach oben sichtbar machen und weiter festigen.

Gelingt dies aber nicht, kommen die Unterstützungen zwischen 6,03/6,07 Euro und 6,13/6,20 Euro stärker unter Druck. Gestern hielt schon die obere der beiden Zonen den Selloff auf. Käme es an diesen beiden Supports aber zu stabilen Verkaufssignalen, könnte indes noch einmal das Baissetief bei 5,50/5,56 Euro angesteuert werden. Unterwegs dorthin finden sich für die Commerzbank Aktie zwischen 5,69/5,71 Euro und 5,89 Euro kleinere Zwischenunterstützungen.

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