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Expertenmeinung

Handelskrieg USA - China: BMW und Mercedes-Benz sind besonders exponiert - Commerzbank Kolumne

Autor: Externer Kolumnist
12.07.2018

Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat die nächste Eskalationsstufe erreicht. Betroffen von den jüngsten Strafzöllen sind insbesondere BMW und Mercedes-Benz, die einen Teil ihrer Fahrzeugpallette in den USA produzieren und von dort nach China exportieren. Unter den zehn sich am besten verkaufenden Autos in China, die US-Importe sind, befinden sich allein sechs Modelle der beiden Premiumhersteller. Zudem sind es ausgerechnet die besonders hochmargigen Geländewagen der zwei Premiummarken, die nun unter den erhöhten Zöllen leiden, da Wettbewerber (wie beispielsweise Audi - der Export erfolgt aus anderen Ländern) nicht von den erhöhten Tarifen betroffen sind.

Anleihen


Euroraum: Industrieproduktion (Mai), 11:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14.30 Uhr
USA: Verbraucherpreise (Juni), 14:30 Uhr

Die Sorgen vor einer Ausweitung des Handelskonflikts haben die Rentenmärkte gestern überwiegend freundlich tendieren lassen. Die US-Regierung hat eine weitere Liste mit möglichen Strafzöllen gegen China vorgelegt. China kündigte für den Fall des Inkrafttretens "notwendige Gegenmaßnahmen" an. Der Euro hielt sich bis zum Nachmittag noch wacker. Die heftige Kritik des US-Präsidenten Trump an Deutschland beim Nato-Gipfel hatte die Nervosität am Devisenmarkt erhöht und den Euro deutlich unter die Marke von 1,17 USD gedrückt. Die Auktion der neuen 10-jährigen Bundesanleihe mit einem Volumen von knapp 4 Mrd. EUR ging reibungslos über die Bühne. Die Nachfrage war in dem fragilen Umfeld recht rege. Auch die Emission portugiesischer Staatsanleihen wurde gut aufgenommen, obwohl die Renditen im Tagesverlauf wieder anstiegen. Am Nachmittag gab der Bund-Future nur leicht nach, nachdem sich Presseberichten zufolge die EZB-Politiker nicht einig sind, wann mit der ersten Zinsanhebung zu rechnen ist. Danach favorisieren einige EZB-Ratsmitglieder wohl schon den Juli 2019 für eine erste Zinsstraffung, andere dagegen erst den Herbst 2019. Die US-Erzeugerpreise erhöhten sich im Juni mit 0,3% M/M stärker als erwartet. Die Inflationsrate auf Erzeugerebene kletterte von 3,1% auf 3,4% J/J. Dies ist der stärkste Anstieg seit November 2011. Verantwortlich dafür waren vor allem Dienstleistungen. Hinzu kamen noch die Zölle, die unter anderem auf Stahl- und Aluminiumimporte erste Wirkung zeigten. Ohne die volatilen Komponenten Energie und Nahrungsmittel (Kernrate) stiegen die Erzeugerpreise ebenfalls um 0,3% M/M, gegenüber Vorjahr erhöhte sich die Kerninflationsrate von 2,6 auf 2,7% J/J.

Aktien


BMW, Absatzzahlen 06/2018
DNB ASA, Ergebnis Q2
Fraport, Verkehrszahlen 06/2018 und 1. HJ 2018
Südzucker, Ergebnis Q1

Die neue Eskalationsstufe im Handelskonflikt zwischen den USA und China sorgte am gestrigen Handelstag weltweit für nachgebende Aktienkurse und beendete damit die zarten Erholungsversuche der beiden Vortage. In Europa entwickelten sich alle Indizes schwächer. Im deutschen Dax 30 konnte neben dem defensiven Titel Beiersdorf (+1,4%) lediglich die Aktie der Deutschen Börse (+0,3%) zulegen. Besonders stark unter Druck gerieten dagegen zyklische Werte wie ThyssenKrupp (-4,3%) oder Salzgitter (-3,1%) im MDax. Ähnlich sah es auf Branchenebene im Euroland aus. Hier konnten sich die defensiven Sektoren Versorger (-0,5%) und Nahrung (-0,4%) noch relativ gut halten, während zyklische Segmente (Grundstoffe: -2,4%, Automobile: -1,8%) deutlichere Kursverluste zu verzeichnen hatten. An der Wall Street konnten positive Konjunkturdaten und die Hoffnung auf starke Unternehmenszahlen den Handelskonflikt zur Eröffnung noch in den Hintergrund rücken. Im weiteren Verlauf zollten aber auch die US-Indizes dem Auftreten ihres Präsidenten Tribut. Im marktbreiten S&P 500 stiegen die Aktien von Fastenal (+10,1%), eines Produzenten für Verbindungstechnik, nach überzeu-genden Quartalsdaten deutlich an. Im Leitindex Dow Jones stand die Aktie von Walt Disney (+1,9%) an der Spitze der Kursliste, nachdem 21st Century Fox (-4,0%) im Tauziehen um Sky noch einmal nachgelegt hatte. Disney wiederum konkurriert mit Comcast um eine Teilübernahme der Fox. Besonders stark unter Druck stand angesichts nachgebender Ölpreise der Energiesektor (-2,2%), während einzig Versorger zulegten. Die asiatischen Märkte erholen sich heute Morgen von den gestrigen Kursverlusten und auch die europäischen Börsen dürften einen Stabilisierungsversuch starten.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!




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