Nord LB – USA ISM PMI Non-Manufacturing: Das Bessere ist des Guten Feind!

Nachricht vom 03.02.2016 (www.4investors.de) - Vor einigen Minuten sind in den USA aktuelle Angaben zur Entwicklung des ISM PMI Non-Manufacturing veröffentlicht worden. Im Berichtsmonat Januar zeigte sich bei diesem immer stärker an Popularität gewinnenden Stimmungsindikator ein gewisser Rückgang auf nun lediglich 53,5 Punkte. Der Einkaufsmanagerindex für die Unternehmen des Service-Sektors der US-Volkswirtschaft signalisiert damit zwar eine schon offensichtliche Abschwächung des Wachstums der ökonomischen Aktivität, das Niveau des Indikators präsentiert sich dennoch weiterhin so hoch, dass noch nicht von einer nachhaltigen Schwäche gesprochen werden sollte.

Diese Nachricht ist allerdings in gewissem Umfang eine negative Überraschung. Der Blick auf die Details lässt den interessierten Beobachter auch nicht wirklich jubeln. So fiel der wichtige Subindex-Index Business Activity von fast beängstigend starken 59,5 Zählern auf nur noch recht positive 53,9 Punkte. Dies macht manchen Beobachtern gewisse Sorgen, was aber auch daran liegen dürfte, dass man sich an extrem starke Zahlen gewöhnt hatte. Das Bessere ist eben doch des Guten Feind!

Positiv zu bewerten ist die ziemlich robuste Entwicklung der Komponente „New Orders“. Diese ist im Berichtsmonat Januar zwar auch gefallen, hält sich mit 56,5 Punkten allerdings auf einem weiterhin sehr hohen Niveau. Mit Blick auf die nähere Zukunft kann diese Nachricht schon eine gewisse Hoffnung machen.

Hinsichtlich der am Freitag anstehenden Veröffentlichung von aktuellen US-Arbeitsmarktzahlen macht der signifikante Rückgang des Beschäftigungsindikators des ISM PMI Non-Manufacturing doch gewisse Sorgen. Hier kam es zu einer Verschlechterung auf lediglich 52,1 Punkte. Damit wird eine ausgeprägte Entschleunigung des Anziehens des Personalbedarfs der US-Dienstleistungsunternehmen signalisiert. Angesichts der Nervosität der Marktteilnehmer genügt diese Nachricht, um die erfreulichen Daten zum Indikator des Personaldienstleisters ADP mehr als zu neutralisieren.

Die Preiskomponente des ISM PMI Non-Manufacturing ist im Januar unter die magische Marke von 50 Punkten gefallen. Diese Entwicklung ist der Verringerung der Energiepreise geschuldet und lediglich vom Ausmaß her eine gewisse negative Überraschung.

Die aktuellen Bewegungen – ein marginaler Anstieg beim ISM PMI Manufacturing und ein etwas klarerer Rückgang beim ISM PMI Non-Manufacturing – lassen die Divergenzen der ökonomischen Entwicklung zwischen der Industrie und den Dienstleistungsunternehmen in den USA etwas weniger groß erscheinen. Beide Indikatoren beginnen sich wieder aufeinander zuzubewegen, wobei das Wachstum im Service-Segment (trotz der aktuellen Daten) natürlich weiterhin deutlich stärker ist.

Fazit: Der Rückgang des ISM PMI Non-Manufacturing macht uns leichte Sorgen. Vor allem die im Januar zu beobachtende Abschwächung der Arbeitsmarktkomponente sorgt für zusätzliche Nervosität an den Finanzmärkten. Positiv zu bewerten ist die recht robuste Entwicklung des Sub-Indexes Aufträge. In der Summe werden die Zahlen aber negativ interpretiert, was die US-Währung unter weiteren Druck setzt.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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