Commerzbank: Brasilianischer Leitindex Bovespa verliert im Jahr 2015 rd. 13,3%

Nachricht vom 21.01.2016 (www.4investors.de) - In einem turbulenten Börsenjahr 2015 mit enorm hohen Volatilitäten verlor der brasilianische Leitindex BOVESPA rd. 13,3%. Der brasilianische Real wertete zudem ggü. dem USD um rd. 31% ab. Die größten Belastungsfaktoren waren in 2015 stark fallende Rohstoffpreise, die Währungsschwäche, die hohe Inflation, die darbende Binnenkonjunktur, die konjunkturelle Abschwächung in China und ein Mangel an Strukturreformen. Für Gegenwind sorgten auch der große Korruptionsskandal um Petrobras sowie Ratingherabstufungen auf Ramschniveau. Überdies wurde mittlerweile gegen Dilma Rousseff ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Auch der Start ins neue Börsenjahr verlief äußerst schwach. Per 20. Januar 2016 büßte der BOVESPA fast 14% an Wert ein; der brasilianische Real verlor ggü. dem USD seit Jahresbeginn rd. 3%. Brasilien steckt in der längsten Rezession seit den 1930er Jahren. In 2016 dürfte das BIP nochmal um 1,5% (J/J) schrumpfen. Die hohe Inflation bekämpft die Zentralbank weiterhin mit einer straffen Geldpolitik, was das Wachstum zusätzlich belastet. Der schwache Real, weiter sinkende Rohstoffpreise, milliardenschwere Korruptionsskandale sowie die weitgehende Lähmung des politischen Betriebs und ein anhaltender Reformdruck belasten die Kapitalmärkte stark. Als weiteres Damoklesschwert schweben weitere US-Leitzinserhöhungen in 2016 über dem Markt. In diesem Umfeld dürfte es für die merklich angeschlagene Regierung unter Führung von Frau Rousseff nicht einfach sein, vertrauensbildende Maßnahmen zu implementieren, die u.a. zu einer Wiederbelebung des Wachstums und gleichzeitig zu einer Reduktion der Inflation und des Leistungsbilanzdefizits führen. Das KGV für den MSCI Brasilien für 2016 beträgt 9,4 (EPS 2016e: +11% ggü. dem Vorjahr). Für Neuengagements am brasilianischen Aktienmarkt ist es aufgrund der oben beschriebenen Belastungsfaktoren zum gegenwärtigen Zeitpunkt u.E. noch zu früh.

Zinsen und Anleihen


Frankreich: Wirtschaftsvertrauen (Januar), 08:45 Uhr
Euroraum: EZB-Zinsankündigung, 13:45 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Philadelphia-Fed-Index (Januar), 14:30 Uhr
􀁺 Euroraum: Verbrauchervertrauen (Januar), 16:00 Uhr

Von den großen Verlusten am Aktienmarkt profitierten erneut die Rentenpapiere als sicherer Hafen für viele Anleger. Der Bundfuture markierte mit 161,34 einen neuen Rekord – die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen rutschte auf 0,47%. Während die Risikoaufschläge einiger (süd-)europäischer Staatsanleihen in den vorhergehenden Tagen durchaus mit den deutschen Renditen zurückgingen, so weiteten sich gestern besonders die Risikoaufschläge portugiesischer, italienischer und spanischer Staatspapiere gegenüber den deutschen aus. Positives gab es vom britischen Arbeitsmarkt zu vermelden: Die nach internationalen Standards erhobene Arbeitslosenquote (ILO) fiel im November auf 5,1%. Das ist der tiefste Stand seit Januar 2006. Bei den Löhnen und Gehältern hat sich die Dynamik dennoch abgeschwächt. Der gleitende 3-Monats-Durchschnitt zeigte einen Anstieg um 2% gegenüber dem Vorjahr nach 2,4% im Oktober. Die Verbraucherpreise in den USA sind im Dezember im Monatsvergleich um 0,1% zurückgegangen – hervorgerufen durch weiter fallende Energiepreise. Die Kernrate, welche die schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise nicht berücksichtigt, legte dagegen um 0,1% zu, im Jahresvergleich sogar um 2,1%. Der milde Winter hat im November und Dezember die Bautätigkeit unterstützt: Die Baubeginne im Dezember gingen aber um 2,5% auf annualisiert 1,149 Mio. gegenüber dem Vormonat zurück. Die Baugenehmigungen sanken deutlich um -3,9% im Monatsvergleich auf annualisiert 1,232 Mio. Einheiten. Der Anstieg der Novemberrate wurde von 11,0% auf 10,4% zurückgenommen.

Aktien


American Express, Ergebnis Q4
Citigroup, Ergebnis Q4
Schlumberger, Ergebnis Q4
Starbucks, Ergebnis Q1
Verizon Communications, Ergebnis Q4

Die Anleger an den Aktienmärkten brauchen weiterhin sehr starke Nerven. Nach der Erholungsrally am Dienstag, für die vor allem halbwegs robuste Makrodaten aus China verantwortlich zeichneten, ging es an den Börsen gestern wieder steil bergab. Der Nikkei 225-Index, der am Mittwochmorgen um fast 4% einbrach, befindet sich nun auch in einem Bärenmarkt (Kursverluste >20% im Vergleich zum Top in 2015). Der als Fluchtwährung dienende Yen wertete ggü. dem USD weiter auf. Zusammen mit der sich abschwächenden Wirtschaft in China und möglicherweise auch in den USA führt dies zu starkem Druck auf die japanische Börse. Auch der Hongkong-Dollar, der fest an den USD gebunden ist, rückt zusehends in den Fokus, nachdem er ggü. dem USD auf den tiefsten Stand seit 2007 gefallen ist. Der Hang Seng-Index verlor daraufhin ebenfalls fast 4%. Ein weiterer Belastungsfaktor stellte der wieder unter Druck stehende Ölpreis dar. In dieser Gemengelage fiel der Dax um 2,8% und sackte zwischenzeitlich sogar unter das Tief aus dem Vorjahr ab. Auf europäischer Sektorebene lagen alle Branchen im Minus. Während sich IT-Werte mit durchschnittlichen Verlusten von 1,6% noch am besten hielten, verzeichneten die Bereiche Öl & Gas sowie Rohstoffe mit durchschnittlichen Einbußen von rd. 5,2% erneut herbe Verluste. Die Börsen in den USA tendierten schwächer. Der Dow Jones-Index verlor 1,6%, schloss aber deutlich über dem Tagestief (15.450). Auf Sektorebene waren v.a. Pharmawerte gefragt (+0,2%). Wie in Europa wiesen Energiewerte (-2,9%) die größten Verluste auf. Die Börsen in Asien tendierten ebenfalls schwach. Die größten Verlierer waren erneut Japan sowie Festlandchina.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Pfeilbuttonfreenet: Im TV-Bereich hat das Wachstum gerade erst begonnen - Bericht zum Kapitalmarkttag
PfeilbuttonUSU Software: „Enormes Potenzial im Auslandsgeschäft“ - Exklusiv-Interview!
PfeilbuttonIVU:„Einer positiven Entwicklung steht nichts mehr im Wege“ - Exklusiv-Interview!


Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
comments powered by Disqus

+++ Exklusive Interviews und Analysen - gratis in Ihre Mailbox! +++

Tragen Sie sich jetzt für unseren kostenlosen 4investors Newsletter ein.


Bestätigungslink nicht per Mail bekommen? Bitte kontrollieren Sie Ihren Spamordner!

Der 4investors Newsletter erscheint unregelmäßig, i.d.R. 2 bis 6 Mal pro Monat. Wir geben ihre Mailadresse an keinen Dritten weiter! Sie können den kostenlosen 4investors Newsletter jederzeit problemlos wieder abbestellen.




Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

21.04.2017 - CytoTools meldet Kapitalerhöhung
21.04.2017 - NanoRepro erwartet deutliche Ergebnisverbesserungen
21.04.2017 - Allgeier kündigt 50 Cent Dividende je Aktie an
21.04.2017 - zinsbaustein.de: Seniorenpflegezentrum als Crowdinvestment
21.04.2017 - Klöckner + Co. steigt bei BigRep ein
21.04.2017 - aap Implantate: Neuer US-Vertriebsdeal
21.04.2017 - Wirecard Aktie: Neuer kritischer Bericht schürt keine Nervosität mehr
21.04.2017 - Medigene Aktie: Halten die wichtigen Signalmarken?
21.04.2017 - Gigaset peilt 2017 Umsatzplus an - Gewinne im Kerngeschäft
21.04.2017 - R. Stahl: Öl- und Gasbranche bleibt Unsicherheitsfaktor


Chartanalysen

21.04.2017 - Wirecard Aktie: Neuer kritischer Bericht schürt keine Nervosität mehr
21.04.2017 - Medigene Aktie: Halten die wichtigen Signalmarken?
21.04.2017 - Dialog Semiconductor Aktie: Trügerische Ruhe?
21.04.2017 - Deutsche Bank Aktie: Jetzt einsteigen, während viele zittern?
21.04.2017 - Aixtron Aktie: Ausbruch aus dem Kurs-Keller?
21.04.2017 - Aurelius Aktie: Spannende Ausgangslage
20.04.2017 - Süss Microtec Aktie: Ausbruch geschafft, und nun?
20.04.2017 - Deutsche Bank Aktie: Gefahren nicht zu übersehen, aber…
20.04.2017 - Evotec: Rettet die Aktie ihre Hausse?
20.04.2017 - Aurelius Aktie: Das könnte gefährlich werden!


Analystenschätzungen

21.04.2017 - Aurubis: 5 Euro Zuschlag
21.04.2017 - E.On und die Wahl auf der Insel
21.04.2017 - Software AG: Kurs steigt und steigt
21.04.2017 - Deutsche Bank: Über dem Kursziel
21.04.2017 - Gea: Durchwachsener Auftakt
21.04.2017 - Aareal Bank: Kein Treiber trotz neuer Prognose
21.04.2017 - BMW: Gewinnerwartungen steigen
21.04.2017 - Aurubis: Gegen den Trend
21.04.2017 - adidas: Weiter in der Erfolgsspur
20.04.2017 - Zalando: Chance nutzen


Kolumnen

21.04.2017 - Aktien: Steigende Verunsicherung - Weberbank-Kolumne
21.04.2017 - Stahl- und Eisenerzpreise fallen deutlich - Commerzbank-Kolumne
21.04.2017 - Hektik im Weißen Haus - National-Bank Kolumne
21.04.2017 - Siemens Aktie: Kräftige Erholung eröffnet weiteres Aufwärtspotenzial - UBS Kolumne
21.04.2017 - DAX: Stabilisierung oberhalb von 12.000 Punkten - UBS Kolumne
20.04.2017 - USA: Wohnungsbauaktivitäten noch zu niedrig, um Bedarf langfristig zu decken - Commerzbank-Kolumne
20.04.2017 - Beige Book: Moderates Wachstums in den USA - National-Bank Kolumne
20.04.2017 - Allianz Aktie: Verschnaufpause im intakten Aufwärtstrend - UBS Kolumne
20.04.2017 - DAX: Der Kampf um 12.000 Punkte geht weiter - UBS Kolumne
19.04.2017 - G20-Treffen beinhaltet kein großes Enttäuschungspotenzial - Allianz Global Investors Kolumne

Werbung

All Right Reserved by minimalthemes - ©2014 Stoffels & Barck GbR