Geldanlage: Vorteil Aktien, aber die fetten Börsenjahre liegen hinter uns - AXA IM Kolumne

Bild und Copyright: Songquan Deng / shutterstock.com

Bild und Copyright: Songquan Deng / shutterstock.com

Nachricht vom 04.10.2017 04.10.2017 (www.4investors.de) - Die durch die Geldpolitik der globalen Notenbanken befeuerte Liquiditätshausse an den Aktienmärkten neigt sich dem Ende zu. Was bedeutet das für Investoren? Franz Wenzel, Anlagestratege für institutionelle Kunden bei AXA Investment Managers (AXA IM) kommentiert: Ziemlich genau zehn Jahre sind vergangen, seit die durch das US-amerikanische Subprime-Debakel losgetretene Krise die Finanzmärkte in ihren Grundfesten erschütterte und die amerikanische Großbank Lehman Brothers zu Fall und andere renommierte Institute ins Wanken brachte. Weltweit brachen die Aktienbörsen um 50 Prozent und mehr ein. Heute scheint das Geschichte, wären da nicht die Notenbanken, deren unvergleichbare Rettungsaktionen wohl Schlimmeres verhindert haben. Die Folgen davon reichen bis in die Gegenwart.

Bei der Septembersitzung der US-Notenbank wurde nun ein weiterer Schritt beschlossen, um diese Rettungsanker weiter einzuholen. Ein weiterer Zinsschritt noch vor Jahresende scheint ausgemachte Sache. Gleichzeitig hat die Notenbank detaillierte Informationen über die anstehende Bilanzverkürzung gegeben. Ab Oktober wird sie monatlich bis zu zehn Milliarden US-Dollar an fälligen Wertpapieren nicht mehr reinvestieren. Im kommenden Jahr könnten die zu reinvestierenden Volumina um bis zu 50 Milliarden US-Dollar im Quartal sinken. Diesseits des Atlantiks wird die Europäische Zentralbank ihr QE-Programm zurückfahren.

Damit kann kein Zweifel mehr daran bestehen, dass sich die Liquiditätshausse, die die Aktienbörsen über die letzten Jahre zu neuen Höchstständen getragen hat, dem Ende zuneigt. Es kann kaum verwundern, dass sich die Sorgen um Übertreibungen auf dem Börsenparkett mehren.

Allerdings greift diese Betrachtungsweise zu kurz. Vielmehr gilt, dass de facto alle Kernvermögensklassen teuer sind. Dies gilt insbesondere für festverzinsliche Wertpapiere in ihren unterschiedlichsten Facetten. Die Renditen von europäischen Staatsanleihen bewegen sich nur leicht über 1 Prozent. Deutsche Bundesanleihen rentieren marginal positiv und schweizerische Eidgenossen bei oder unter null. Unternehmensanleihen werden mit Zinsdifferenzen in der Nähe der Tiefstände vor der Wirtschafts- und Finanzkrise gehandelt. Wenn aber alle Vermögensklassen teuer sind, wird die relative Betrachtungsweise für die langfristigen Investoren bestimmend.

Vereinfacht ausgedrückt sollte die Rendite von Staatsanleihen dem langfristigen nominalen Wirtschaftswachstum zuzüglich einer Risikoprämie entsprechen. Für deutsche Bundesanleihen würde sich demzufolge eine langfristige Zielrendite zwischen 2 und 2,5 Prozent errechnen. Eine zu erwartende Normalisierung des Zinsabstandes zu Unternehmensanleihen impliziert Renditeabstände um die 100 Basispunkte. Das aktuelle Zinsniveau impliziert damit, dass die Vermögensklasse „festverzinsliche Anlagen“ über die kommenden Jahre wohl eher eine Nullperformance auf dem Börsenparkett hinlegen wird.

Demgegenüber trägt die Besserung des ökonomischen Umfelds nun Früchte. Nach mehreren enttäuschenden Jahren wachsen die Unternehmensgewinne auf beiden Seiten des Atlantiks wieder zweistellig und bieten damit das notwendige Fundament für Aktienengagements. Zweifellos ist zu konstatieren, dass auch diese Vermögensklasse angesichts des aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnisses von etwa 22 (MSCI-Weltindex) nicht mehr wirklich billig ist. Ein weiteres sogenanntes „Rerating“, also steigende Kurs-Gewinn-Verhältnisse, die auf der Hoffnung auf einen Turnaround der Unternehmensgewinne basieren, ist daher nicht mehr zu erwarten. Kursanstiege werden daher primär von den Unternehmensgewinnen gestützt. Hohe einstellige Renditen sind in dieser Börsenphase die Regel.

Im Gegensatz zu festverzinslichen Papieren erscheinen Aktienengagements damit als die attraktivere Investition. Allerdings gilt auch hier: Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Weiter steigende Zentralbankzinsen werden über kurz oder lang das Kurspotenzial von Aktienengagements begrenzen. Allerdings agieren die Zentralbanken sehr umsichtig, zumal die Inflation sich weltweit noch sehr verhalten geriert und das Wachstum keine Überhitzungserscheinungen erkennen lässt.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne von AXA Investment Managers. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

(Werbung)
PfeilbuttonOhne Depotgebühren. Mit Kosten-Airbag. Das Wertpapierdepot der MERKUR BANK.

4investors Exklusiv-Berichte und Interviews:
PfeilbuttonMensch und Maschine: „Auf Jahre hinaus noch genug Renditepotenziale“
PfeilbuttonStern Immobilien: In den attraktivsten Nischenmärkten Europas tätig
PfeilbuttonPNE Wind: Lesser sieht „attraktive Opportunitäten für Zukäufe“










Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

23.02.2018 - Volkswagen meldet Zahlen: Dividende wird fast verdoppelt - Aktie rutscht ab
23.02.2018 - RIB Software: Kooperation mit Microsoft
23.02.2018 - Steinhoff Aktie gewinnt deutlich: Was ist hier los?
23.02.2018 - BMW: MINI-Jointventure mit Great Wall Motor geplant
23.02.2018 - Rhön-Klinikum erwartet 2018 Gewinnanstieg
23.02.2018 - OHB: Neuer Bundeswehr-Auftrag
23.02.2018 - CytoTools: Gericht macht Weg für Wandelanleihe frei
23.02.2018 - Telefonica Deutschland will profitabler werden und Dividende stützen
23.02.2018 - Baumot Aktie: Enttäuschung, aber…
23.02.2018 - E.On Aktie: Das Comeback läuft - oder?


Chartanalysen

23.02.2018 - Steinhoff Aktie gewinnt deutlich: Was ist hier los?
23.02.2018 - Baumot Aktie: Enttäuschung, aber…
23.02.2018 - E.On Aktie: Das Comeback läuft - oder?
23.02.2018 - Allianz mit News - was macht die Aktie?
23.02.2018 - ProSiebenSat.1 Aktie: Weitere Impulse sind gefragt!
23.02.2018 - Mensch und Maschine Aktie: Was ist hier los?
22.02.2018 - Steinhoff Aktie: Neue Verkaufssignale! Halten die Gläubiger still?
22.02.2018 - Evotec Aktie: Alles super?
22.02.2018 - Baumot Aktie: Heute wird es noch einmal spannend!
22.02.2018 - Paion Aktie erwacht aus dem Tiefschlaf - was passiert hier?


Analystenschätzungen

23.02.2018 - Mensch und Maschine: Starke Zahlen sorgen für neues Kursziel
23.02.2018 - Capital Stage: Aktie bleibt ein Kauf
23.02.2018 - Deutsche Konsum REIT: Expansion geht weiter
23.02.2018 - Süss MicroTec: Nichts Neues
23.02.2018 - E.On: Gute Nachricht aus Frankreich
23.02.2018 - Ströer: Veränderung beim Kursziel
23.02.2018 - ProSiebenSat.1: Keine gute Nachricht für Investoren
23.02.2018 - Deutsche Telekom: Eine Hochstufung der Aktie
23.02.2018 - Aixtron: 2018 kann ein sehr gutes Jahr werden – Aktie mit starker Entwicklung
22.02.2018 - Splendid Medien: Differenz zwischen Kurs und Kursziel


Kolumnen

23.02.2018 - Vonovia und Co.: Zinssorgen belasten Wohnaktien, fundamentales Bild intakt - Commerzbank Kolumne
23.02.2018 - FMC Aktie: Weiteres Erholungspotenzial vorhanden - UBS Kolumne
23.02.2018 - DAX: Die Volatilität bleibt hoch - UBS Kolumne
23.02.2018 - DAX: Erholung zum Wochenende - Donner + Reuschel Kolumne
22.02.2018 - ifo-Geschäftsklima sinkt deutlich – Wirtschaft startet aber schwungvoll ins Jahr - Nord LB Kolumne
22.02.2018 - ifo Index: Rückgang, aber es gibt kein Grund zur Sorge - VP Bank Kolumne
22.02.2018 - Einkaufsmanagerindizes geben stärker als erwartet nach - Commerzbank Kolumne
22.02.2018 - DAX mit schwachem Stand: „Long-Legged-Doji“ - Donner + Reuschel Kolumne
22.02.2018 - ThyssenKrupp Aktie: Der Abwärtstrend könnte sich fortsetzen - UBS Kolumne
22.02.2018 - DAX: Warten auf frische Impulse - UBS Kolumne

All Right Reserved by minimalthemes - ©2018 Stoffels & Barck GbR