Trotz Ölpreiserholung liegen Investments kaum im positiven Bereich - Commerzbank Kolumne

Nachricht vom 18.08.2017 18.08.2017 (www.4investors.de) - Seit dem deutlichen Preisanstieg im 1. Halbjahr 2016 verläuft die Ölpreisentwicklung in USD seitwärts. In EUR bekam sie Ende 2016 nochmals Auftrieb. Seit Anfang 2017 drückt der schwache USD auf die Ölpreisentwicklung für EUR-Investoren. Dabei ist für Investoren nicht der Spot-Preis die Richtlinie, außer sie lagern Öl selbst ein, sondern der Terminpreis, der die Lagerkosten der Ölverkäufer beinhaltet. Ein ETF, der in Öl am Terminmarkt investiert, wie im Chart abgebildet, weist deswegen eine deutlich schwächere Performance auf, als die Spotpreisentwicklung suggeriert. Inzwischen sind fast alle Investments wieder im negativen Bereich – nur wer im Tief Anfang 2016 gekauft hat, liegt noch vorne.

Anleihen


USA: Verbrauchervertrau., Uni Michigan (Aug.), 16 Uhr

Am Rentenmarkt tat sich gestern wenig. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen bewegte sich um die 0,43%. Das gestern veröffentlichte Protokoll der EZB-Ratssitzung vom 20. Juli 2017 zeigte einen wegen des starken Wirtschaftswachstums zuversichtlichen Rat, der das Erreichen des Inflationszieles für möglich hält. Andererseits sähe er noch nicht genügend Anhaltspunkte für eine grundlegend stärkere Inflationsdynamik. Zudem äußerten die Mitglieder Befürchtungen hinsichtlich eines zu starken Euros. Besonders ein Thema war in den letzten Wochen diskutiert worden: „Die Anpassung der geldpolitischen Instrumente“, also ein Hinweis auf eine Reduzierung der EZB-Anleihekäufe und dessen Zeitpunkt. Zur Erinnerung: EZB-Präsident Draghi hatte in seiner Rede in Sintra vor der letzten Ratssitzung entsprechende Andeutungen gemacht. Auf der Pressekonferenz nach der Ratssitzung am 20. Juli war er dann aber darauf nicht mehr eingegangen, was natürlich die Marktteilnehmer enttäuschte und zu den Diskussionen hierüber in den letzten Wochen führte. Leider lässt uns das Protokoll in diesem Punkt immer noch im Unklaren. Da sich die Mitglieder für eine „vorsichtige Kommunikation“ aussprachen, könnte es frühestens in der Sitzung am 7. September konkrete Neuigkeiten geben, womöglich aber auch erst beim übernächsten Treffen am 26. Oktober. Gegen den Septembertermin spricht auch die Bundestagswahl – die EZB wird sich wohl nicht den Vorwurf der politischen Einflussnahme aussetzen lassen. Dass Draghi während seiner Rede am 23. August in Lindau oder anschließend in Jackson Hole die Katze aus dem Sack lässt, glauben nur wenige. Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA präsentieren eine schwächer als erwartete Industrieproduktion. Im Juli stieg diese um 0,2% gegenüber dem Vormonat an, die Kapazitätsauslastung erreichte erneut 76,7%.

Aktien


Kleiner Verfallstermin an den Terminbörsen

Nach drei Gewinntagen in Folge stoppte gestern die Erholungsrally an den europäischen Aktienmärkten. Das Korea-Risiko ist so gut wie ausgepreist und von konjunktureller Seite kamen ebenfalls keine größeren Impulse. Also war es wieder einmal an der Zeit, sich der Geldpolitik zu widmen und da kam das EZB-Protokoll gerade recht. Im ewigen hin und her der Erwartungen an die Geldpolitik wurden gestern die Aussagen als „taubenhaft“ (eher länger niedrige Zinsen als kürzer) gewertet. Der Euro tauchte konsequenterweise leicht ab, aber den Aktienkursen half dies nur kurz, zumal auch die Warnungen der EZB vor den Auswirkungen eines starken Euros nicht gerade für eine gute Stimmung sorgen. Die schwächere Wall Street drückte zum Handelsschluss etwas stärker auf die Kurse und auch die Bankwerte (-1,7%), die weiterhin ein Spiegelbild der Entwicklung am Rentenmarkt darstellen, litten unter den wieder leicht rückläufigen Zinsen. Auf Branchenebene (Stoxx) gehörten sie damit zusammen mit den Bau- und Energiewerten (-1,1%) zu den schwächsten Sektoren. Bei den Einzelwerten fielen u.a. Vestas (-8%) auf, die nach schwachen Zahlen deutlich nachgaben. An den US-Märkten ging es gestern im Handelsverlauf stetig abwärts. Im Fokus stand dabei die Sorge darüber, was an den geplanten Wirtschafts- und Steuerreformen überhaupt noch umsetzbar ist. Während gute Konjunkturdaten weitgehend ignoriert wurden, sorgte der enttäuscht aufgenommene Ausblick von Cisco Systems (-4%) für Abgabedruck aus dem IT-Sektor. Die Nachrichten über die Terroranschläge in Spanien belasteten zusätzlich. Der Dow Jones verzeichnete den höchsten Tagesverlust seit dem 17. Mai 2017. In Asien sorgen die Vorga-ben aus Europa und den USA für Abgaben. Auch hier belasten die Themen Terrorgefahr und US-Wirtschaftspolitik. In Japan kommt noch der stärkere Yen hinzu, der exportorien-tierte Titel belastet.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Heute ab 18 Uhr: LIVE im Stream: „Digitalisierung, Immigration und der Wolfahrtsstaat” - Mårten Blix, Research Institute of Industrial Economics

PfeilbuttonAURELIUS: „2017 wird das beste Jahr in unserer Unternehmensgeschichte” - Exklusiv-Interview
PfeilbuttonHanseYachts: „Unser Verkaufsapparat läuft inzwischen wie eine geölte Maschine“ - Exklusiv-Interview
PfeilbuttonNOXXON Pharma: DEWB-Beteiligung steht vor wichtigen Meilensteinen - Exklusiv-Interview




Aktie: Öl (Brent)
WKN: 0
ISIN: XC0009677409
Branche: Ölpreis - Nordseesorte Brent

News und Informationen zur Öl (Brent) Aktie

comments powered by Disqus

+++ Exklusive Interviews und Analysen - gratis in Ihre Mailbox! +++

Tragen Sie sich jetzt für unseren kostenlosen 4investors Newsletter ein.


Bestätigungslink nicht per Mail bekommen? Bitte kontrollieren Sie Ihren Spamordner!

Der 4investors Newsletter erscheint unregelmäßig, i.d.R. 2 bis 6 Mal pro Monat. Wir geben ihre Mailadresse an keinen Dritten weiter! Sie können den kostenlosen 4investors Newsletter jederzeit problemlos wieder abbestellen.




Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

23.10.2017 - Euroboden: Anleihe bereits platziert
23.10.2017 - Neue ZWL bietet Anleihe-Gläubigern einen Umtausch an
23.10.2017 - CEWE meldet Übernahme
23.10.2017 - Digitalisierung, Immigration und der Wolfahrtsstaat - 4investors Livestream - heute 18 Uhr!
23.10.2017 - Sanha: Versammlungsbeschlüsse sind rechtskräftig
23.10.2017 - Capital Stage kauft Windpark von Energiekontor
23.10.2017 - wallstreet:online beruft neue Vorstände
23.10.2017 - Eyemaxx erweitert Aktivitäten-Spektrum
23.10.2017 - Linde-Merger: Mindestannahmequote wird gesenkt
23.10.2017 - Mensch und Maschine: Neuer Cashflow-Rekord


Chartanalysen

23.10.2017 - BYD und Geely Aktien unter Druck: Der wackelnde Boden der Hype-Werte
23.10.2017 - Evotec Aktie: Wo ist die Bremse?
23.10.2017 - Deutsche Bank Aktie: Kommt der neue Aufwärtstrend?
23.10.2017 - Staramba Aktie: Achtung, hier passiert etwas!
23.10.2017 - Evotec Aktie: Was läuft hier?
20.10.2017 - MBB Aktie: Boden nach dem „Aumann-Schock” in Sicht?
20.10.2017 - E.On Aktie: Was passiert hier gerade?
20.10.2017 - Morphosys Aktie: Die Lage spitzt sich zu!
20.10.2017 - BYD und Geely: Beide Aktie bleiben absturzgefährdet, aber...
19.10.2017 - Evotec Aktie: Das war es dann wohl, oder?


Analystenschätzungen

23.10.2017 - Kion Aktie stabilisiert sich: Neues Kursziel
23.10.2017 - Commerzbank Aktie: Warnung im Vorfeld der Quartalszahlen
23.10.2017 - Deutsche Bank Aktie: Das ist drastisch!
23.10.2017 - Infineon Aktie: Wie große ist das Kurspotenzial noch?
23.10.2017 - MS Industrie: Neues Kursziel für die Aktie
23.10.2017 - Software AG: Positive Expertenstimmen für die Aktie
23.10.2017 - Hypoport Aktie: Chance auf die Wende nach oben? Das sagen Analysten!
23.10.2017 - Deutsche Bank Aktie: Kurssprung voraus?
20.10.2017 - Allianz Aktie: Aufwärtsbewegung vor dem Ende?
20.10.2017 - MBB Aktie: Neues Kursziel


Kolumnen

23.10.2017 - Tagung des EZB-Rats wirft ihre langen Schatten voraus - National-Bank
23.10.2017 - Goldman Sachs Aktie: Auf dem Weg zum Allzeithoch - UBS Kolumne
23.10.2017 - DAX: Die Unsicherheit bleibt hoch - UBS Kolumne
20.10.2017 - China stellt die Weichen - Weberbank-Kolumne
20.10.2017 - Xi Jinping stärkt seine Macht und die Macht der Kommunistischen Partei - Commerzbank Kolumne
20.10.2017 - Haushaltsentwurf passiert den US-Senat - National-Bank
20.10.2017 - Daimler Aktie: Neuer Aufwärtstrend hat sich etabliert - UBS Kolumne
20.10.2017 - DAX: Die Volatilität zieht deutlich an - UBS Kolumne
19.10.2017 - US-Wohnungsmarkt ohne Anzeichen einer Überhitzung - Commerzbank Kolumne
19.10.2017 - Erklärt Katalonien heute Morgen endgültig die Unabhängigkeit? - National-Bank

Werbung

All Right Reserved by minimalthemes - ©2014 Stoffels & Barck GbR