May kündigt Neuwahlen an, Britisches Pfund stärkt sich in der Breite - Commerzbank-Kolumne

Nachricht vom 19.04.2017 19.04.2017 (www.4investors.de) - Gestern kündigte die britische Premierministerin May überraschend vorgezogene Neuwahlen für den 8. Juni an. Sie begründete den Schritt damit, dass sie für die Brexit-Verhandlungen eine Einigkeit im Parlament brauche, die es derzeit aber nicht gebe. Das Parlament soll am Mittwoch über die Neuwahlen entscheiden; May benötigt eine Zweidrittelmehrheit. Umfragen zufolge haben die Konservativen einen erheblichen Vorsprung vor der Labour-Partei. Vor der Rede von May schwächte sich das Pfund kurzzeitig ab, erholte sich nach der Neuwahlankündigung aber wieder und wertete deutlich auf, obwohl es May zufolge kein Zurück vom Brexit gebe.

Zinsen und Anleihen


Euroraum: Verbraucherpreise (März), 11:00 Uhr
USA: Fed veröffentlicht „Beige Book“, 21:00 Uhr

Am Rentenmarkt kam es am ersten Handelstag nach dem langen Osterwochenende nur zu geringen Kursänderungen. Die Nachricht des Tages war gestern die Ankündigung von Neuwahlen in Großbritannien für den 8. Juni. Premierministerin May hatte dies überraschend bekanntgegeben. Derzeit liegt ihre konservative Partei laut aktueller Umfragen vorne, die oppositionelle Labour Party dagegen weit zurück. May hofft, den jetzigen knappen Parlamentsvorsprung von vier Sitzen deutlich auszubauen. Außerdem verspricht sie sich mehr Rückhalt für den Brexit im Parlament. Zudem versucht sie, sich mehr Legitimität zu verschaffen, weil sie das Amt der Premierministerin nicht durch eine Wahl des Volkes erlangt hatte. Ihr Vorgänger David Cameron war nach der Brexit-Abstimmung zurückgetreten und sie durch die Wahl der Abgeordneten des Unterhauses ins Amt gekommen. Es bleibt spannend, wie sich die Labour Party zukünftig positionieren wird. Bisher hatte ihr Führer, Jeremy Corbyn, die Linie vertreten, die Brexitverhandlungen nicht zu blockieren. Ganz anders stehen die Liberaldemokraten dar: Diese sind gegen einen harten Austritt ihres Landes aus der EU. Eine weitere Unbekannte sind die Schotten; die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon lehnt ebenfalls einen Austritt ab und möchte in Schottland eine Volksabstimmung zum Brexit abhalten. Das britische Pfund erlebte gestern eine Achterbahnfahrt, ebenfalls die britischen Staatsanleihenkurse (siehe „Im Blickpunkt“). In den USA ist die Zahl der Wohnungsbaubeginne im März um 6,8% gegenüber dem Vormonat gefallen, allerdings bleibt die langfristige Erholung seit der Finanzkrise in Takt. Die Baugenehmigungen legten im März um 3,6% zu. Positiv entwickelt sich die US-Industrieproduktion: Diese wuchs im März um 0,5% (M/M), so wie erwartet.

Aktien


Abbott Laboratories, Ergebnis Q1
American Express, Ergebnis Q1
BlackRock, Ergebnis Q1
eBay, Ergebnis Q1
Morgan Stanley, Ergebnis Q1
Qualcomm, Ergebnis Q1

Nach einem noch positiven Handelsstart drehten die europäischen Aktienmärkte schnell in den negativen Bereich. Von diesen frühen Verlusten konnten sie sich dann nicht mehr erholen. Die Tendenz am Nachmittag war größtenteils seitwärts gerichtet. Zu den bisherigen verunsichernden Themen addierten sich nun die überraschenden Neuwahlen in Großbritannien. Im deutschen Dax 30 ragten die Vorzugsaktien von VW (+4,4%) positiv heraus. Der Automobilproduzent hatte mit überraschend vorgelegten Eckdaten überzeugen können. Am anderen Ende der Kursliste standen hingegen die Aktien von ThyssenKrupp (-2,8%). Der Stahlproduzent litt unter den rückläufigen Metallpreisen. Im EUROSTOXX 50 tendierten im beschriebenen Umfeld alle Branchen leichter. Besonders stark unter Druck gerieten angesichts der sich abschwächenden Rohstoffpreise die beiden Sektoren Grundstoffe (-3,0%) und Energie (-1,9%). Am besten präsentierten sich erneut die defensiven Nahrungsmittel (-0,4%). Auch die Wall Street zahlte der weltweit gestiegenen politischen Unsicherheit Tribut. Zusätzlich sorgten wichtige Quartalsberichte für Enttäuschung. So standen die Aktien von Goldman Sachs (-4,7%) und von Johnson & Johnson (-3,1%) am Ende des Kurszettels, nachdem sie mit ihren Zahlenvorlagen die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnten. Besonders stark unter Druck stand der Pharmasektor (-1%), während auch hier sich der Basiskonsum (+0,5%) am besten halten konnte. Die asiatischen Märkte folgen heute Morgen dem US-Handel ins Minus. Besonders schwach entwickeln sich dabei die chinesischen Indizes, während sich der Nikkei 225 stabil zeigt.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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