Schwellenländerbörsen erzielen im Januar 2017 eine Outperformance - Commerzbank-Kolumne

Nachricht vom 17.02.2017 (www.4investors.de) - Nach der Underperformance der Emerging Markets-Aktienmärkte im November und Dezember 2016 erzielten die Schwellenländerbörsen im Januar 2017 wieder eine Outperformance. Sie legten um 5,4% zu (MSCI-Welt: +2,7%). Die Developed Markets (Aktienmärkte der Industrieländer) erzielten nur ein Plus von 2,4%. Die robuste globale Konjunktur sowie die teilweise deutlich steigenden Preise für Rohstoffe (Ausnahmen: Öl -3,3%; Gas: -15,4%) überkompensierten Ängste in Bezug auf Themen wie einen möglichen Protektionismus oder drohende Handelskriege nach der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten. Auch die Sorgen vor einem kräftigeren Rückgang der chinesischen Konjunktur ließen nach, nachdem die jüngsten Daten weiterhin auf eine relativ robuste wirtschaftliche Entwicklung im Reich der Mitte schließen lassen. Ein Korb aus EM-Währungen gewann 2,1% ggü. dem USD (Gewinner: Südkoreanischer Won +3,8%; Verlierer: Türkische Lira -7,3%). Sektoral waren v.a. zyklische Aktien (Rohstoffe: +10,3%) gefragt. Auf Regionenebene erzielte Lateinamerika (+7,5%) die größten Zuwächse (Asien ex-Japan: +6,2%; EMEA: +2,1%). Weltweit hat es in den vergangenen Monaten eine Reihe von positiven Überraschungen auf der Makroseite gegeben, die v.a. die globalen Aktien- und Rohstoffmärkte unterstützt haben. Wir gehen davon aus, dass die positiven Überraschungen auf der Makroseite bald auslaufen werden, ohne dass wir jedoch einen spürbaren Wachstumsknick erwarten. Daher bestätigen wir unser Votum „Untergewichten“ für die EM-Aktienmärkte. Nach wie vor präferieren wir die Regionen Europa und die USA (beide „Übergewichten“). Der Dow Jones-Index ist nach wie vor im Aufwärtstrend. Zuletzt erzielte er fast täglich neue historische Höchststände, obwohl die Bewertung des US-Aktienmarktes alles andere als günstig ist. Die robuste Konjunktur und die sehr solide Berichtssaison sprechen kurzfristig aber weiterhin für den US-Aktienmarkt.

Zinsen und Anleihen


Euroraum: Leistungsbilanz (Dez.), 10.00 Uhr
USA: Frühindikatoren (Jan.), 16.00 Uhr

Das EZB-Protokoll der jüngsten Ratssitzung von Mitte Januar hob gestern vor allem die Stimmung in den Peripherieländern: Die Risikoaufschläge für italienische, spanische portugiesische, aber auch französische Staatstitel gingen deutlich zurück. Zuversicht schöpfte man aus Formulierungen, aus denen hervorging, dass die EZB den jüngsten Schub der Inflation als vorübergehend betrachtet und daher bereit ist, durch ihn „hindurchzuschauen“ – also an der ultraexpansiven Politik festzuhalten. Zwar ist diese Botschaft alles andere als neu, doch hört sie der Markt offensichtlich immer wieder gern. Neuigkeitswert hatte freilich die Feststellung, dass bei den Anleihekäufen volumensmäßig und zeitlich begrenzte Abweichungen vom Kapitalschlüssel möglich und unvermeidlich seien. Der Markt deutete dies zumindest als weiteren Hinweis der EZB, ihr Anleihekaufprogramm unter allen Umständen wie geplant bis Jahresultimo durchzuziehen. Mehr hineinzuinterpretieren halten wir für unangebracht. Eine Aufstockung der EZB-Kaufquote über die aktuellen 33,3% der ausstehenden Anleihen eines Landes steht offenbar nicht zur Debatte, denn es brächte die EZB, die sich ohnehin schon in einer verdächtigen Grauzone bewegt, noch weiter in den Ruch der Staatsfinanzierung. Doch gestern war nicht der Tag am Rentenmarkt, sich diese Frage zu stellen. Am US-Bondmarkt gaben die Renditen nach den Avancen an den Vortagen leicht nach, obgleich die Konjunkturdaten in der Summe recht erfreulich ausfielen. Insbesondere der Philly Fed Index überraschte durch Stärke; er schnellte im Februar von 23,6 auf 43,3 Punkte, den höchsten Stand seit der ersten Amtszeit Ronald Reagans. Ob sich die Stimmung in diesen Sphären hält, darf man freilich ebenso bezweifeln wie die konzeptionelle Kraft des neuen US-Präsidenten.

Aktien


Allianz, Jahreszahlen

An den europäischen Aktienbörsen sorgen weiterhin die politischen Unwägbarkeiten dafür, dass die Bäume nicht in den Himmel schießen. So tendierten die Kurse gestern trotz der positiven Vorgaben vor allem aus den USA wieder etwas leichter. Für den deutschen Leitindex Dax 30 stellt so weiterhin die Marke von 11.800 Punkten eine noch schwer zu überwindende Hürde dar. Positiv entwickelten sich allerdings die Aktien der Deutschen Lufthansa (+2,2%), die sowohl von der Teillösung im Streit mit der Pilotengewerkschaft als auch von guten Zahlen des Wettbewerbers Air France-KLM profitierten. Die Titel der Commerzbank (-2,5%) und der Deutschen Bank (-2%) mussten dagegen einen Teil der im bisherigen Wochenverlauf erzielten Gewinne wieder abgeben. Im EUROSTOXX 50 konnten in diesem Umfeld nur wenige Branchen leicht zulegen, neben Banken (-0,9%) gerieten vor allem Automobile (-0,8%) stärker unter Druck. Auch von der laufenden Berichtssaison gab es an diesem Tag wenig Unterstützung. So sorgte die enttäuschende Quartalsvorlage von Schneider Electric (-4,2%) dafür, dass die Aktien des französischen Elektrokonzerns am Ende der Kursliste standen. An der Wall Street konnten zwar zum Handelsauftakt noch einmal knapp neue Rekordstände erzielt werden, doch angesichts gemischt ausgefallener Konjunkturdaten fielen die Indizes wieder auf ihre Ausgangsniveaus zurück. Besonders schwach präsentierte sich dabei der Energiesektor (-1,4%), fester tendierten lediglich die defensiven Sektoren Telekommunikation und Real Estate (je +0,4%). Stärkste Einzeltitel waren nach einer besser als erwarteten ausgefallenen Quartalsvorlage die Aktien von Cisco (+2,4%). Auch an den asiatischen Märkten mehren sich die Zweifel am Wirtschaftsprogramm Donald Trumps, somit tendieren die Indizes heute Morgen eher etwas schwächer. Die europäischen Aktienbörsen werden nahezu unverändert erwartet.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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