Schweiz: Freude über die SNB-Gewinne ist von kurzer Dauer – Bank Sarasin Kolumne

Ihr 4investors-Newsletter

Exklusive Interviews und Analysen kostenlos per Mail:


Bestätigungslink nicht per Mail bekommen? Bitte kontrollieren Sie Ihren Spamordner!
Wir geben ihre Mailadresse nicht weiter! Sie können den Newsletter jederzeit abbestellen.

Nachricht vom 11.01.2017 11.01.2017 (www.4investors.de) - Bund und Kantone dürfen sich freuen. Das provisorische Jahresergebnis der SNB zeigt einen Jahresgewinn von circa 24 Milliarden Franken, was eine Ausschüttung an Bund und Kantone von rund 1,5 Milliarden Franken erlauben wird. Bemerkenswert ist, dass die Fremdwährungspositionen mit 19 Milliarden Franken den größten Beitrag zu dem guten Jahresergebnis beigetragen haben, getragen von kräftigen Kursgewinnen bei Obligationen und Aktienmärkten sowie Zins- und Dividendenerträgen. Damit dürfte der innenpolitischen Druck gegen die Währungsinterventionen der SNB vorläufig abnehmen. Dennoch wird die SNB in einer unkomfortablen Situation bleiben.

Die Bilanz der SNB wird zukünftig hohen Wertschwankungen unterliegen. Die Devisenreserven betragen mehr als 680 Milliarden Franken, was rund 100% des Schweizer BIP entspricht. Kursschwankungen bei Währungen, Obligationen und Aktien führen damit rasch zu zweistelligen Gewinnschwankungen. Die innenpolitische Stimmung gegenüber den Währungsinterventionen kann auch rasch wieder kippen.

Außenpolitisch sind die Deviseninterventionen der SNB hingegen verstärkt in den Fokus geraten, nachdem das US-Finanzministerium im Oktober 2016 die Schweiz auf die Liste möglicher Währungsmanipulatoren aufnahm. Ein genauer Blick auf die Entwicklung der SNB Bilanz zeigt, dass die SNB mehr oder minder das ganze Jahr hindurch aktiv an den Devisenmärkten intervenierte. Die SNB hatte keineswegs nur auf unvorhergesehene, außerordentliche Marktturbulenzen wie zum Beispiel das Brexit-Referendum im Juni 2016 oder den Wahlsieg von Donald Trump im Dezember 2016 reagiert. Auch in der restlichen Zeit sind die Sichtguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB angestiegen, im wöchentlichen Durchschnitt um beachtliche 1,2 Milliarden Franken.

Nicht nur die schockartige Flucht in den sicheren Hafen hat zu einer stärkeren Nachfrage nach dem Franken geführt. Auch der immer geringere Zinsnachteil gegenüber europäischen Anleihen hat die Nachfrage nach dem Franken gestärkt. Anleger werden sich zu Recht fragen, ob sie in europäischen Anleihen, insbesondere vor allem vor den vielen Wahlen in diversen europäischen Ländern, für das damit einhergehende Risiko ausreichend kompensiert werden. Die Nachfrage nach dem Franken wird also auch im Jahr 2017 stark bleiben. Damit stehen der SNB grundsätzlich drei Optionen zur Verfügung, wobei allesamt ihre spezifischen Nachteile haben.

Erstens hat die SNB die Möglichkeit des Status quo, nämlich Währungsinterventionen und eine de facto EUR-CHF- Untergrenze von 1,07. Aus theoretischer Sicht gibt es zwar keine Obergrenze für die Devisenreserven der SNB und grundsätzlich könnte die SNB auch mit negativem Eigenkapital operieren. Über längere Zeit könnte das der Glaubwürdigkeit der SNB jedoch schaden. Zweitens könnte die SNB die Zinsen nochmals senken, um die Zinsdifferenzen zur Eurozone wieder zu erhöhen und die Attraktivität des Frankens zu bremsen. Allerdings äußerte die SNB vermehrt ihre Bedenken bezüglich der negativen Effekte von Negativzinsen. Drittens könnte die SNB eine stärkere Aufwertung des Frankens zulassen, was das Wirtschaftswachstum in der Schweiz schwächen würde und angesichts der tiefen Inflation nicht erwünscht ist.

Die SNB wird in den einen oder anderen sauren Apfel beissen müssen. Ein plausibles Szenario ist, dass die SNB die Zinsen noch einmal senkt und gleichzeitig die Ausnahmen erhöht, um die Kosten für die Banken nicht zu erhöhen. Da der marginale Zinssatz einen stärkeren Währungseffekt hat als die durchschnittlichen Zinskosten, dürfte diese Maßnahme die Nachfrage nach dem Franken bremsen. Zudem dürfte die SNB nach wie vor punktuell am Devisenmarkt intervenieren. Schließlich erwarten wir, dass die Nationalbank im Verlaufe des Jahres einen tieferen EUR-CHF-Wechselkurs von 1,03 zulassen wird, nicht zuletzt aufgrund der Dollar-Aufwertung.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bank Sarasin. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

PfeilbuttonVita 34: „Wir sehen großes Interesse an unserer Aktie“ - Exklusiv-Interview!
PfeilbuttonGeldanlage - GBC AG: Anleger profitieren vom Wissen der Insider - Exklusiv-Interview!
PfeilbuttonKPS AG: „Wir wollen uns als Top-Player in Europa etablieren“ - Exklusiv-Interview
PfeilbuttonTimeless Hideaways emittiert Anleihe: Frisches Geld für Traumziele - Exklusiv-Interview!




Aktie: Schweizer Franken
WKN: 965407
ISIN: EU0009654078
Branche: Währung Schweiz - Wechselkurs EUR/CHF

News und Informationen zur Schweizer Franken Aktie

comments powered by Disqus

+++ Exklusive Interviews und Analysen - gratis in Ihre Mailbox! +++

Tragen Sie sich jetzt für unseren kostenlosen 4investors Newsletter ein.


Bestätigungslink nicht per Mail bekommen? Bitte kontrollieren Sie Ihren Spamordner!

Der 4investors Newsletter erscheint unregelmäßig, i.d.R. 2 bis 6 Mal pro Monat. Wir geben ihre Mailadresse an keinen Dritten weiter! Sie können den kostenlosen 4investors Newsletter jederzeit problemlos wieder abbestellen.




Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

28.07.2017 - SHW bestätigt Margenprognose
28.07.2017 - SNP: Sondereffekte belasten Halbjahresergebnis
28.07.2017 - Deutsche Konsum REIT: Neues aus Greifswald
28.07.2017 - Linde meldet Halbjahreszahlen
28.07.2017 - Grenke: Neue Gewinnprognose für 2017
28.07.2017 - Fraport übernimmt Betrieb zweier brasilianischer Flughäfen
28.07.2017 - Wacker Chemie - Staudigl: „Auf einem guten Weg, um unsere Ziele zu erreichen”
28.07.2017 - Siltronic erhöht Prognose - Verkaufspreise gestiegen
28.07.2017 - Nemetschek bestätigt Prognose - Rekordzahlen angepeilt
28.07.2017 - WashTec legt Halbjahreszahlen vor


Chartanalysen

28.07.2017 - Commerzbank Aktie: Ein Zeichen der Stärke?
28.07.2017 - Aurelius Aktie: Heimlich, still und leise…
28.07.2017 - Dialog Semiconductor Aktie: Hält diese wichtige Marke?
28.07.2017 - Deutsche Bank Aktie: Auch das noch…
28.07.2017 - Gazprom Aktie: Neue US-Sanktionen werden kommen, aber…
27.07.2017 - Gazprom Aktie und die Sanktionen: Starke Nerven sind gefragt
27.07.2017 - Commerzbank Aktie kann sich dem Strudel der Deutschen Bank entziehen
27.07.2017 - 4SC Aktie: Anfang vom Ende der Hausse?
27.07.2017 - Aixtron Aktie: Neue Hausse-Signale - oder kommt der Einbruch?
27.07.2017 - Baumot Aktie: Große Vorsicht nach der Kapitalerhöhung?


Analystenschätzungen

28.07.2017 - bet-at-home.com Aktie: Polen minimiert Chancen auf eine positive Überraschung
28.07.2017 - Allianz Aktie: Höchst unterschiedliche Reaktionen auf die Zahlen
28.07.2017 - Dialog Semiconductor Aktie: Rückenwind vom neuen iPhone?
28.07.2017 - Daimler Aktie: Das sagen die Experten
28.07.2017 - Deutsche Bank Aktie: Schon wieder keine guten News
27.07.2017 - Daimler Aktie: Reichlich optimistische Stimmen
27.07.2017 - Dialog Semiconductor Aktie: Börse contra Commerzbank
27.07.2017 - Daimler Aktie: Neues Kursziel, aber…
27.07.2017 - E.On Aktie bekommt Kaufempfehlung
27.07.2017 - Deutsche Bank: So sehen Experten die Quartalszahlen


Kolumnen

28.07.2017 - USA: Auftragseingänge langlebiger Güter steigen stärker als erwartet - Commerzbank-Kolumne
28.07.2017 - Preisentwicklung und Wachstum stehen heute im Fokus - National-Bank Kolumne
28.07.2017 - FMC Aktie: Langfristiger Aufwärtstrendbruch - UBS Kolumne
28.07.2017 - DAX: Neue Tiefs möglich - UBS Kolumne
27.07.2017 - Anleihen: Mit sechs goldenen Regeln laufende Erträge erzielen - AXA IM Kolumne
27.07.2017 - Fed pausiert – Bilanzreduzierung beginnt wohl im September - Commerzbank-Kolumne
27.07.2017 - US-Notenbank bereitet den baldigen Bilanzabbau vor - National-Bank Kolumne
27.07.2017 - Münchener Rück Aktie: Ausbruch über Widerstand möglich - UBS Kolumne
27.07.2017 - DAX: Leichte Kursgewinne zur Wochenmitte - UBS Kolumne
26.07.2017 - FOMC-Tagung steht im Mittelpunkt - National-Bank Kolumne

Werbung

All Right Reserved by minimalthemes - ©2014 Stoffels & Barck GbR