Commerzbank: Aktuelle Berichtssaison, zweiter Teil

Nachricht vom 22.03.2016 22.03.2016 (www.4investors.de) - Während die Berichtssaison zum vierten Quartal 2015 in den USA bis auf wenige Nachzügler beendet ist und vor zwei Wochen an dieser Stelle bereits besprochen wurde, liegen jetzt bis auf VW (wegen der Diesel-Affäre und der daraus folgend offenen Fragestellungen bis voraussichtlich 28. April verschoben) fast alle Jahresergebnisse der Dax30-Konzerne vor. Nach dem Schock durch den Rekordverlust der Deutschen Bank konnten diese durchaus überzeugen. Neben den genannten Sorgenkindern fiel lediglich ThyssenKrupp mit einem durch das schwache Stahlgeschäft überraschend hoch ausgefallenen Verlust negativ auf. Positiv präsentierten sich vor allem die Commerzbank, Munich Re, BMW (mit einem Rekordergebnis), Daimler. Fresenius und adidas. Während die US-Unternehmen unter dem im Schlussquartal 2015 festen US-Dollar litten, profitierten die Konzerne im Euroraum von der dementsprechend schwächeren Tendenz der Einheitswährung. Auf Basis der guten Geschäftsentwicklung folgten viele Dividendenanhebungen, die bei Fresenius, der Deutschen Börse, Munich Re sowie K+S über den Erwartungen lagen. Die Deutsche Post startete bei unveränderter Dividende ein Aktienrückkaufprogramm von einer Milliarde Euro. Kleiner Wermutstropfen bei dem rundum überzeugenden Jahresbericht von BMW war, dass trotz des Jubiläums die erwartete Sonderdividende ausfiel. Bei einem Blick auf den gesamten Euroraum bestätigen sich die in Deutschland gewonnenen Eindrücke: positiver Einfluss des Euro und somit eine relativ starke Entwicklung der Umsätze, wenige spektakuläre Ergebnisse sowie eine bessere Entwicklung der eher Europa-orientierten Unternehmen ggü denen mit starkem USA- bzw. EM-Bezug. Den besten Eindruck hinterließen Industriegesellschaften, während die negativen Überraschungen bei Energie und Grundstoffen überwogen.

Zinsen und Anleihen


Deutschland: Ifo-Geschäftsklima (März), 10:00 Uhr
Euroraum: Einkaufsmanagerindizes (März), 10:00 Uhr
Großbritannien: Verbraucherpreise (Feb.), 10:30 Uhr
Deutschland: ZEW-Umfrage (März), 11:00 Uhr
Belgien: Unternehmensvertrauen (März), 15:00 Uhr

Der freundliche Beginn des Rentenhandels setzte sich am Nachmittag nicht fort. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg auf 0,23%. EZB-Direktor Coeuré betonte gestern auf einer Konferenz, dass die EZB auch nach den jüngsten Lockerungsmaßnahmenpaket weiter in der Lage sei, zusätzliche geldpolitische Instrumente einzusetzen, um die aktuelle niedrige Inflation in Richtung des 2%-Zielwertes der Notenbank zu lenken. Coeuré nahm aber auch die einzelnen Staaten in die Pflicht, ihre Wirtschaft- und Steuerpolitik entsprechend anzupassen. Die Geldpolitik könne nicht alleine für eine nachhaltige Konjunkturerholung sorgen. Nach Einschätzung der Bundesbank ist die deutsche Wirtschaft schwungvoll ins neue Jahr gestartet. Laut des gestern veröffentlichten Monatsberichts der Bundesbank setzt sich das solide Wachstumstempo des zweiten Halbjahres 2015 auch im ersten Quartal 2016 fort. Treiber seien der anhaltend lebhafte Konsum, gute Zahlen aus der Industrie sowie aus der Bauwirtschaft. Schwach entwickelten sich dagegen die Exporte. Der Ausblick auf das zweite Quartal fällt eher gedämpft aus: Stagnierende Industrieaufträge und trübe Geschäftserwartungen deuten auf eine Verringerung des konjunkturellen Tempos hin. Mit Spannung werden daher heute unter anderem der Ifo-Geschäftsklimaindex und die Einkaufsmanagerindizes erwartet. Falls sich die schwache Entwicklung der Frühindikatoren aus den letzten Monaten weiter fortsetzt, wird sich die EZB in ihrem umfangreichen Maßnahmenpaket bestätigt fühlen und sich die Option für zusätzliche Maßnahmen offen halten.

Aktien


Enel, Jahreszahlen
Nike, Ergebnis Q3
Salzgitter, Analystenkonferenz

Beim Start in die Karwoche zeigten sich die europäischen Aktienbörsen zum Handelsschluss nur wenig verändert. Zwar hatten die Gewinne an den chinesischen Märkten zum Auftakt noch eine gewisse Unterstützung geliefert, doch sorgten im weiteren Tagesverlauf vor allem Aussagen von führenden Notenbankmitgliedern aus den USA, die eine baldige Fortsetzung der Zinswende durch die Fed erwarten, für Störfeuer. Im Dax30 standen die Aktien von Bayer (+3,3%) im Fokus. Gemäß Medienberichten soll Monsanto an einer Übernahme der CropScience-Sparte des Leverkusener Konzerns interessiert sein. Die Aktien von ProSiebenSat.1 (-0,7%) indes gaben an ihrem ersten Handelstag im deutschen Leitindex leicht nach. Deutlicher unter Druck standen die Titel der beiden deutschen Versorger RWE (-3,5%) und E.ON (-3,3%). Die Aktien von Talanx (+2,7%) profitierten von guten Geschäftsdaten und einem angehobenen Ausblick. Im EUROSTOXX 50 sorgten einzig die M&A-Gerüchte bei Bayer für eine deutlichere Aufwärtsbewegung in der Chemie-Sparte (+1,5%), während vor allem Energie (-2,4%) und Grundstoffe (-1,4%) unter Druck gerieten. Auch an der Wall Street entwickelte sich der Handel vorösterlich ruhig. Bei den einzelnen Branchen gab es keine größeren Bewegungen, den stärksten Eindruck wies die Telekommunikation auf (+0,6%). Die Präsentation der Produktneuheiten bei Apple (+/-0) hinterließ bei den Anlegern ebenfalls keinen nachhaltigen Eindruck. Stärkste Einzeltitel waren vor der Vorlage der Quartalszahlen die Aktien von Nike (+2,8%). An den asiatischen Märkten gibt es heute Morgen keine einheitliche Tendenz. Während der Nikkei nach dem gestrigen Feiertag deutliche Kursgewinne verzeichnet, tendieren die meisten anderen Indizes leicht schwächer. Die europäischen Börsen sollten kaum verändert starten.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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