Commerzbank: Emerging Markets-Aktienmärkte im Januar 2016 mit leichter Underperformance

Nachricht vom 19.02.2016 (www.4investors.de) - Die EM-Aktienmärkte verloren im Januar 2016 rd. 6,5%, während die etablierten Märkte „nur“ um rd. 6,1% einbüßten. Der weltweit sehr schwache Jahresauftakt an den Börsen zeigt die große Nervosität und Verunsicherung der Investoren. Verantwortlich für den Kursrutsch zeichneten u.a. die Sorge vor einer weiteren Abkühlung der globalen Konjunktur, vor weiteren Zinserhöhungen in den USA, einer weiteren Abwertung des chinesischen Yuan sowie einem fortgesetzten Ölpreisfall. Anleger verkauften im Januar EM-Aktien im Gegenwert von 55 Mrd. USD (2015: 73 Mrd. USD). In 2015 hatten die EM-Aktienmärkte ein Fiasko erlebt. Der MSCI EM-Index verlor 17% und sank damit das dritte Jahr in Folge. Gegenüber den entwickelten Märkten, die in 2015 lediglich 2,7% einbüßten (MSCI Welt-Index: -4,3%), verbuchten die Börsen aus den Schwellenländern somit erneut eine massive Underperformance. Aufgrund unserer Erwartung höherer Performancechancen an den Aktienmärkten in Europa (Übergewichten) sowie in den USA (Neutral) in den kommenden Monaten und der unverändert neutralen Position in Japan bestätigen wir zunächst unser Votum (Untergewichten) für die globalen Aktienmärkte der EM. Trotz der letztjährigen Kursverluste in vielen Ländern der EM sind die Bewertungen vieler Schwellenländerbörsen noch nicht als günstig einzustufen, obwohl das KGV für den MSCI EM für 2016 mit 10,3 deutlich unter dem des MSCI Welt liegt. Für Gegenwind an den EM-Aktienmärkten könnte u.a. noch eine vergleichsweise schwache konjunkturelle Entwicklung in Ländern wie Brasilien, Russland oder China sorgen. In dem global recht mauen Wirtschaftsumfeld erachten wir daher weitere Abwärtsrevisionen bei den Gewinnen als wahrscheinlich. Nicht zuletzt belasten weiterhin Themen wie Geopolitik (Syrien, Ukraine, Türkei etc.), Infrastrukturmängel, strukturelle Defizite, eine Baisse bei vielen Rohstoffen sowie eine gestiegene Fremdwährungsverschuldung auf der Unternehmensseite.

Zinsen und Anleihen


Großbritannien: Einzelhandelsumsatz (Jan), 10:30 Uhr
USA: Verbraucherpreise (Jan), 14:30 Uhr
Euroraum: Verbrauchervertrauen (Feb), 16:00 Uhr

Gestern ging der VDAX den vierten Tag in Folge zurück. Das bedeutet, dass die Marktteilnehmer weniger verunsichert in die Zukunft blicken als letzte Woche. Der VDAX misst nämlich die erwartete Volatilität des DAX-Index für die kommen-den 30 Tage. Die Erwartungen lassen sich aus den Preisen für DAX-Optionen ableiten. Steigt die erwartete Volatilität, dann steigt auch der Preis für Optionen, die von Indexänderungen nach oben oder unten profitieren würden. Mit der abnehmenden Verunsicherung gingen am Rentenmarkt auch die Risikoaufschläge in den meisten Marktbereichen zurück. Unterstützt wurde die Richtungsänderung durch einige positive Konjunkturdaten. Schon am Mittwoch sorgte ein unerwartet kräftiger Anstieg der Industrieproduktion in den USA für Entspannung. Gestern belegten die erneut niedrigen Erstanträge auf Arbeitslosengeld, dass der US-Arbeitsmarkt sich weiter robust entwickelt. Es gibt kaum Entlassungen, was der These einer bevorstehenden Rezession in den USA widerspricht. Als weitgehend sicher gilt, dass die Europäische Zentralbank im März die Zinsen weiter in den negativen Bereich drücken wird. Eine Senkung des Diskontsatzes auf -0,4% wird als sicher eingepreist – eine Senkung auf sogar -0,5% mit einer Wahrscheinlichkeit von immerhin 20%. Das gestern veröffentlichte Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung der Europäischen Zentralbank steht dieser Annahme nicht entgegen. Die Ratsmitglieder sehen Abwärtsrisiken sowohl für das Wachstum wie auch für die Inflation. Diese hätten sich „zum Teil schon materialisiert“. Ferner wurden die Wirksamkeit der zur Auswahl stehenden Instrumente sowie deren Nebenwirkungen diskutiert. Dies wolle man besser analysieren und sich bis zur nächsten Sitzung mehr Klarheit verschaffen.

Aktien


Allianz, Jahreszahlen
Aegon, Jahreszahlen

Die europäischen Aktienmärkte bleiben im Bann des Ölpreises. Nach einem guten Beginn und Kursgewinnen im Bereich von über einem Prozent konnten die Gewinne nicht gehalten werden. Während der Dax noch deutlich im Plus schloss, rutschten die breiteren europäischen Indizes am Ende sogar leicht ins Minus. Ein Grund lag in den am Nachmittag wieder sinkenden Ölpreisen, die unter hohen Lagerbestandsdaten litten. Fallende Rohstoffpreise setzten auch einmal mehr den Grundstofftiteln (-1,1%) zu. Der Sektor gehörte neben den Öl&Gas-Werten (-0,9%), den Banken (-2,3%) und den Nahrungsmittelproduzenten (-1,1%) zu den einzigen Verliererbranchen. Letztere litten insbesondere unter schwachen Daten und einem enttäuschenden Ausblick von Nestle (-3,7%). Tagesgewinner war der IT-Sektor (+1,5%), wo u.a. Cap Gemini (+4,3%) gute Zahlen berichtete. Gute Nachrichten von der Hauptversammlung bei Infineon (+3,7%) ließen auch hier den Kurs anspringen. Nach dem ersten 3-Tage-Plus des Jahres ging es gestern auch an den US-Märkten abwärts. Neben etwas schwächeren Makrodaten zeichnete auch hier der Ölpreis für die verschlechterte Stimmung verantwortlich. Lediglich die defensiven Sektoren Versorger (+1,6%) und Telekoms (+1,1%) konnten im Plus schließen. Energie- und Bankenwerte (-0,9% bzw. -1,2%) führten die Verlierer an. Bei den Einzelwerten fielen u.a. Wal-Mart (-3%, schwache Zahlen), Apple (-1,9%, rückläufige iPhone-Verkäufe im 4. Quartal lt. Daten des Analysehauses Gartner) und IBM (+5,1%, Zukauf in der Gesundheitssparte) auf. In Asien sind heute Morgen ebenfalls leichte Gewinnmitnahmen zu verzeichnen. Am stärksten geht es in Japan abwärts, wo einmal mehr der starke Yen als Belastungsfaktor fungiert. Energie- und Finanzwerte stehen im Fokus der Abgaben.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

+++ Exklusive Interviews und Analysen - gratis in Ihre Mailbox! +++

Tragen Sie sich jetzt für unseren kostenlosen 4investors Newsletter ein.


Bestätigungslink nicht per Mail bekommen? Bitte kontrollieren Sie Ihren Spamordner!

Der 4investors Newsletter erscheint unregelmäßig, i.d.R. 2 bis 6 Mal pro Monat. Wir geben ihre Mailadresse an keinen Dritten weiter! Sie können den kostenlosen 4investors Newsletter jederzeit problemlos wieder abbestellen.
comments powered by Disqus

News und Informationen zur Commerzbank Aktie

29.07.2016 - Commerzbank Aktie: Kommt die große positive Überraschung?
27.07.2016 - Commerzbank: Klare Aufwärtstendenz
27.07.2016 - Commerzbank Aktie: Gruselige Entwicklung, aber…
26.07.2016 - Commerzbank: Neue Impulse für den Kurs
26.07.2016 - Commerzbank: Zweistelliges Kursziel
26.07.2016 - Commerzbank: Wird die Prognose einkassiert?
26.07.2016 - Commerzbank: Negative Überraschung
26.07.2016 - Commerzbank Aktie unter Druck – Gewinneinbruch schockt
21.07.2016 - Commerzbank Aktie: Zwischen Gut und Böse
20.07.2016 - Commerzbank: Aktie mit Kaufempfehlung

Aktie: Commerzbank | WKN: CBK100 | ISIN: DE000CBK1001 | Aktienindex: DAX | Homepage: http://www.commerzbank.de/ | Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.




Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

30.07.2016 - Commerzbank, Deutsche Bank und VW: Die Stresstest-Katastrophe ist ausgeblieben
29.07.2016 - Bastei Lübbe: Aufsichtsrat sortiert sich neu
29.07.2016 - Deutsche Rohstoff: Elster nimmt neue Ölquellen in Betrieb
29.07.2016 - Vossloh meldet Großauftrag
29.07.2016 - Triplan droht Forderungsausfall
29.07.2016 - Daimler Aktie: Klappt das noch mit dem großen Kaufsignal?
29.07.2016 - Deutsche Bank Aktie: Zuversicht vor dem Stresstest
29.07.2016 - SNP: Aktie nach Zahlen deutlich im Plus
29.07.2016 - Eyemaxx peilt deutliches Gewinnplus an
29.07.2016 - Softship: WiseTech übernimmt die Mehrheit


Chartanalysen

29.07.2016 - Daimler Aktie: Klappt das noch mit dem großen Kaufsignal?
29.07.2016 - Deutsche Bank Aktie: Zuversicht vor dem Stresstest
29.07.2016 - Nordex Aktie: Eine riesige Enttäuschung, aber...
29.07.2016 - QSC Aktie: Zwischen Gut und Böse
29.07.2016 - GFT Technologies Aktie: Achtung, Kaufsignal! Aber...
28.07.2016 - Süss Microtec Aktie: Das Schlimmste schon vorüber?
28.07.2016 - Daimler Aktie: Zwischen Kaufsignal und einer Falle
28.07.2016 - Deutsche Bank Aktie: Gelingt jetzt die Trendwende?
27.07.2016 - Ströer Aktie: Bodenbildung gelungen?
27.07.2016 - Paion Aktie: Alles wartet auf neue Impulse


Analystenschätzungen

29.07.2016 - HHLA: Klares Plus beim Kursziel
29.07.2016 - Dialog Semiconductor: Prognose hat Luft nach oben
29.07.2016 - Nordex: Erwartungen werden reduziert – Kursziel sinkt
29.07.2016 - Siemens: Hoher Auftragseingang
29.07.2016 - HeidelbergCement: Erwartungen werden verfehlt
29.07.2016 - Vossloh: Enttäuschende Zahlen
29.07.2016 - Linde: Gedämpfte Aussichten
29.07.2016 - Nordex: Ein Grund für die Enttäuschung
29.07.2016 - Drägerwerk: Maßnahmen greifen langsam
29.07.2016 - Wacker Chemie: Keine Überraschung


Kolumnen

29.07.2016 - Nord LB – USA: BIP-Wachstum ohne die erwartete Dynamik
29.07.2016 - Nord LB – BIP Euroland: Mäßige Dynamik im Frühjahr – Stimmung trotzt bislang Brexit
29.07.2016 - Nord LB – Bank of Japan: Geldschleusen (noch) nicht aufgerissen
29.07.2016 - Commerzbank: Verbraucherpreise steigen in Deutschland wieder etwas kräftiger an
29.07.2016 - Raiffeisen: Banken-Stresstest, Alphabet, Facebook und Staatsanleihen im Blickpunkt
29.07.2016 - National-Bank: Ergebnisse des Bankenstresstestes der EBA
29.07.2016 - UBS – Deutsche Post Aktie: Da ist noch Luft nach oben
29.07.2016 - UBS – DAX: Kleine Verschnaufpause im intakten Aufwärtstrend
28.07.2016 - Copy Trading: So finden Sie die besten Portfolios
28.07.2016 - Stabilitas-Edelmetall-Report: Signale für Konsolidierung

Werbung

All Right Reserved by minimalthemes - ©2014 Stoffels & Barck GbR