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Nanogate: Ein fast schon grenzenloser Optimismus

Autor: Johannes Stoffels
09.02.2018



Nanogate CEO Ralf Zastrau. Bild und Copyright: Nanogate.


Vor rund einem Jahr hat Nanogate in den USA Jay Plastics gekauft, jüngst wurden in Österreich Teile von HTI High Tech Industries erworben. In einem Pressegespräch in Frankfurt zeigt sich Nanogate CEO Ralf Zastrau vor allem mit dem US-Kauf sehr glücklich. „Wir waren zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Und die aktuelle Entwicklung fügt sich gut ein“, so Zastrau. Er lobt dabei die außergewöhnlichen Wachstumsmöglichkeiten in Übersee. Dazu passt, dass Nanogate 2018 zum Jahr der Investitionen ausgerufen hat. Experten schätzen, dass diese bei mehr als 20 Millionen Euro liegen dürften, das wäre ein Rekord. Zastrau widerspricht diesen Erwartungen nicht. Zudem hilft ihm die US-Steuerreform, die Investitionen noch erleichtert. Durch diese Reform wird der US-Markt deutlich belebt. Das spürt der Manager aus dem Saarland.

US-Markt wird immer bedeutsamer


In den USA, aber nicht nur dort, gibt es einige Projekte in der Pipeline, bei denen es bald zu einer Auftragsvergabe kommen kann. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um Projekte zur Metallisierung von Kunststoffen als Edelstahlersatz und im Automotive-Bereich. Der US-Markt ist momentan dynamischer als der europäische Markt. Kunden reagieren schneller, die Vorlaufzeiten sind kürzer. Das kann die Bedeutung der USA für Nanogate weiter steigern.

Bei der neu erworbenen Österreich-Tochter läuft in den ersten Wochen des neuen Jahres alles rund. Überraschungen dürfte es nicht geben. „Wir haben einen umfassenden Plan für die Integration“, bemerkt Zastrau. Doch die Integration der Tochter ist nicht kostenlos. Man wird wohl eine Million Euro dafür in die Hand nehmen müssen. Zwar wird die neue Tochter schon 2018 einen Beitrag zum EBITDA leisten. Bis es dort so richtig rund geht, dürften aber noch zwei Jahre vergehen. An den Strukturen muss noch weiter gearbeitet werden, das Management muss ergänzt werden.

Neuer Ankerinvestor aus Katar


Durch den Kauf in Österreich hat Nanogate gleichzeitig einen neuen Ankerinvestor gewonnen, die QInvest aus Katar. Die Araber werden zwar nach Umsetzung der Kapitalerhöhung nicht zu den Top 3 der Nanogate-Investoren gehören (dies sind Heidelberg Capital, Luxempart und Jay Industries), aber eine wichtige Position haben sie inne. Sie können auch manche Türen öffnen, da die Gesellschaft längst nicht nur bei Nanogate investiert ist und somit über ein breites Netzwerk verfügt.

Auch andere Investoren klopfen verstärkt bei Nanogate an. Wichtiger als die Zugehörigkeit zu einem regulierten Markt, Nanogate notiert derzeit „nur“ im Segment Scale, ist vielen die Marktkapitalisierung. Mit dem Sprung über 200 Millionen Euro wird Nanogate somit für manchen Fonds interessanter. Zastrau ist daher regelmäßig auf Roadshow, um für sein Unternehmen die Werbetrommel zu rühren. Im laufenden Jahr wird er auf mehr als 10 Investorenkonferenzen präsent sein. Die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt soll weiter verstärkt werden.

Dabei zeigt sich Zastrau schon jetzt selbstbewusst. In seinem Bereich hat Nanogate aus seiner Sicht eine international führende Rolle. „Wir haben die Kraft, das Know-how und die Marktpräsenz, uns dauerhaft als Technologieführer zu etablieren“, unterstreicht der CEO seine Worte. Dabei kann er bei Investoren und Kunden einen Aspekt immer wieder in die Waagschale werfen: „Wir kommen aus Deutschland“ gilt noch immer als Qualitätsmerkmal.

Prognose für 2018 wird bestätigt


Keine Veränderung gibt es bei der Prognose von Nanogate. Mehr als 220 Millionen Euro Umsatz will Zastrau erwirtschaften, das EBITDA sieht er bei mindestens 24 Millionen Euro. Analysten sind noch eine Spur optimistischer. Warburg rechnet für 2018 mit einem Umsatz von 221,0 Millionen Euro und einem EBITDA von 24,46 Millionen Euro. Die Analysten haben jüngst auch ihre Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel von 60,20 Euro auf 61,10 Euro erhöht. Das hohe KGV 2018e von 96,5 stört den Markt dabei nicht, so lange Nanogate weiter wachst.

Und das unterstreicht CEO Zastrau eindeutig. Ein Plus im zweistelligen Prozentbereich auch in den kommenden Jahren hält er für erreichbar. Für das Jahr 2019 hat die Gesellschaft anscheinend schon 70 Prozent des Zielvolumens an Aufträgen in den Büchern stehen. Eines ist Nanogate bei aller Zuversicht des Managements aber nicht: Ein Dividendentitel. Weniger als 1 Prozent Dividendenrendite lockt Dividendenjäger nicht an. Doch für Zastrau zählen vor allem das langfristige Wachstum und die Entwicklung weiterer Innovationen.