Micron, Nvidia, Qualcomm und Co. dürften die Trends bestimmen - Börse München
22.06.2026 08:48 Uhr - Autor: Ulrich Kirstein auf twitter
Die deutschen Aktienmärkte haben sich in der vergangenen Woche überwiegend positiv entwickelt, allerdings zum Wochenende hin wieder etwas von ihren bis dahin erreichten Gewinnen abgegeben. Maßgeblich für die Entwicklung an den Börsen war zunächst vor allem die Einigung im Krieg zwischen den USA und dem Iran. Gestützt wurden die Notierungen auch von Kursgewinnen bei High-Tech-Werten an der Wall Street, wohingegen der Große Verfallstag an der Frankfurter Börse eher belastend wirkte. Keine Impulse kamen dagegen von der US-Notenbank. Sie hat am vergangenen Mittwoch bei der ersten Sitzung unter Leitung ihres neuen Chairman Kevin Warsh die Leitzinsen unverändert gelassen. Auch die Tatsache, dass die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran am Freitag abgesagt wurden, wirkte sich nach Angaben von Marktteilnehmern nicht auf die Notierungen aus. Der Deutsche Aktienindex (DAX) verbesserte sich im Wochenvergleich um 1,4 Prozent auf 24.985,82 Punkte, konnte dabei aber die 25.000-Punkte-Marke, die er im Wochenverlauf überschritten hatte, nicht halten. Der MDAX gewann 1,7 Prozent auf 32.638,42 Zähler. Der TecDAX rutschte dagegen um 0,6 Prozent auf 3.954,14 Punkte ab, während der m:access All Share 1,2 Prozent auf 1.075,23 Zähler gut machte. Unter den Blue Chips standen vor allem Automobilwerte unter Druck. So stürzten BMW nach einer Gewinnwarnung und Analysten-Rückstufungen um 10,7 Prozent ab. VW Vorzüge gaben nach den Aussagen im Vorfeld und während der Hauptversammlung zur Situation des Unternehmens um 9,2 Prozent nach – allerdings ex Dividende. Und bei Mercedes-Benz belief sich das Wochenminus auf 5,4 Prozent. Mit einem Anstieg von 4,3 Prozent zählten die Papiere der Commerzbank dagegen zu den Wochengewinnern. Unicredit hatte nach Fristablauf ihres Übernahmeangebots am Freitag bekanntgegeben, dass sie nun über 39,3 Prozent der Anteile am zweitgrößten deutschen Kreditinstitut verfügt. Deutsche Bank sprangen mit einem Plus von 8,3 Prozent aber noch deutlich stärker nach oben. Die deutschen Anleihemärkte haben auf den Friedensschluss im Nahen Osten nur sehr zurückhaltend reagiert und ihre Seitwärtsbewegung der vergangenen Monate fortgesetzt. Nachdem der Ölpreis nach dem Abkommen zwischen den USA und dem Iran weiter gefallen ist, haben sich die Inflationssorgen zwar verringert. Gleichzeitig wird der Anleihemarkt aber durch den sehr hohen Kapitalbedarf der Staaten sowie privater Emittenten belastet. Dies führt tendenziell zu eher steigenden Renditen. In der Summe sieht Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Kramer beispielsweise nur einen beschränkten Raum für Renditerückgänge auf Sicht der nächsten sechs bis zwölf Monate. Insgesamt gab die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich um 4 Basispunkte auf 2,97 Prozent nach. Die Umlaufrendite blieb mit 2,96 (-1 Hundertstel) nahezu unverändert. Vor allem angetrieben durch High-Tech-Werte haben die US-Aktienbörsen eine erfolgreiche Handelswoche hinter sich. Allerdings war diese verkürzt, da die US-Börsen am Freitag feiertagsbedingt geschlossen hatten. Zu den großen Gewinnern zählten unter anderem Intel mit einem Plus von 7,6 Prozent, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, dass der Halbleiterkonzern zusammen mit Apple (+2,7 Prozent) Chips in den USA entwickeln werde. Auch SpaceX machten nach dem erfolgreichen Börsengang in der Vorwoche weiter Boden gut – und dies, obwohl das Unternehmen eine 20-Milliarden-Dollar-Anleihe angekündigt hat. Insgesamt kletterte der Dow-Jones-Index in der verkürzten Handelswoche um 0,7 Prozent auf 51,564.70 Punkte. Der S&P-500-Index legte 0,9 Prozent drauf und schloss am Donnerstag bei 7,500.58. Deutlich besser entwickelte sich der Nasdaq-Composite-Index. Er erhöhte sich um 2,4 Prozent auf 26,517.9 Zähler. Ausblick Nachdem der Krieg zwischen den USA und dem Iran in den vergangenen Monaten das alles dominierende Thema an den Börsen war, dürfte er nach dem Abkommen zwischen den Kriegsparteien zumindest auf Sicht der nächsten Wochen die Kurse kaum mehr bewegen. Darin werden aller Voraussicht nach auch die immer wieder aufkommenden Störgeräusche im Rahmen der Friedensgespräche nichts ändern, solange sie im Rahmen bleiben. Diese Meinung vertreten jedenfalls die meisten Börsianer. Sie rechnen entsprechend für die kommenden Tage mit einem eher ruhigen Geschehen an den Märkten. Im Zusammenhang mit seinen wirtschaftlichen Auswirkungen wird der Krieg die Märkte allerdings noch lange beschäftigen. Die wesentlichen Stichworte sind hier nach wie vor Inflationssorgen, hohe Ölpreise und die generelle Wirtschaftsschwäche. Wie konkret sich das alles auf die Stimmung der Verbraucher und der Unternehmen auswirkt, werden einige Daten zeigen, die in der aktuellen Woche veröffentlicht werden. Dazu gehören neue Zahlen zum Verbrauchervertrauen in der Eurozone, die bereits an diesem Montag publiziert werden ebenso, wie die neuen HCOB EMI Indizes am Dienstag, der ifo-Geschäftsklimaindex am Mittwoch und die neuesten Ergebnisse zum GfK-Verbrauchervertrauen. Diese werden am Donnerstag bekanntgegeben. Unabhängig von diesen realwirtschaftlichen Daten bedeutet die Abkehr vom Überthema „Krieg zwischen den USA und dem Iran“ nach Meinung vieler Marktteilnehmer im Umkehrschluss auch, dass nun das Thema KI, aber auch der damit verbundene extreme Kapitalbedarf, noch stärker als zuletzt wieder in den Mittelpunkt rücken werden. In diesem Zusammenhang stehen am Mittwoch in den USA gleich drei wichtige Unternehmenstermine im Kalender. Dazu zählt allen voran die Hauptversammlung von Nvidia. Aber auch der Investor Day von Qualcomm sowie die neuen Quartalszahlen von Micron Technology dürften die Börsianer sehr genau beobachten. Ihr Blick wird sich zudem auch wieder auf deutsche Automobilwerte richten. Denn am Dienstag lädt Porsche zur Hauptversammlung. Viel Neues über das bereits bei der VW-Hauptversammlung in der vergangenen Woche Gesagte, erwarten Analysten hier aber nicht. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 22.06: Verbrauchervertrauen in der Eurozone; Indexänderungen der Deutschen Börse vom 3. Juni werden wirksam.
Dienstag, 23.06: HCOB EMI Gesamtindex sowie HCOB EMI Index für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe für Deutschland und die Eurozone; ADP-Beschäftigungsänderungen in den USA; S&P Global Gesamtindex sowie S&P Global Index für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe in den USA.
Mittwoch, 24.06: Ifo-Geschäftsklimaindex.
Donnerstag, 25.06: GfK-Verbrauchervertrauen für Deutschland; Preisindex für Konsumausgaben in den USA; Entwicklung des persönlichen Einkommens in den USA; Auftragseingänge für langlebige Güter in den USA; Bruttoinlandsprodukt USA.
Freitag, 26.06: Universität Michigan Verbraucher-Stimmungsindex
Disclaimer: Dies ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt von Text und Video wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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