Börse am Morgen: Berentzen, Huawei / Nvidia, Öl, Anleihen - Nord/LB
18.09.2026 07:44 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Die Inflation in der Eurozone ist im August auf 3,2% gestiegen, nach 2,9% im Juli. Auch in der EU zog die Teuerungsrate auf 3,2% an, nach 3,0% im Vormonat. Die niedrigsten Inflationsraten verzeichneten Schweden (0,3%), Estland (1,3%) und Tschechien (1,5%), die höchsten Rumänien (6,3%), Litauen (5,6%) und Zypern (5,2%). Gegenüber Juli sank die Inflation in sechs EU-Staaten, in 20 Ländern stieg sie. Haupttreiber der Preisentwicklung in der Eurozone waren Dienstleistungen und Energie. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau dürfte 2026 das vierte Schrumpfungsjahr in Folge erleben. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) senkte seine Produktionsprognose für 2026 von Stagnation auf ein reales Minus von 2%, nachdem die Produktion in den ersten sieben Monaten um 4,1% unter Vorjahr lag. Für 2027 rechnen die VDMA-Volkswirte dagegen mit einer Trendwende und einem Produktionsplus von 3%. Unterstützt werden dürfte die Erholung durch eine robuste Weltwirtschaft, höhere Investitionen und staatliche Impulse. Risiken bleiben aus deren Sicht jedoch geopolitische Unsicherheiten, das hohe Zinsniveau und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Während die EZB und die Fed die Zinsen anheben, hat die Bank of England im September nicht an der Zinsschraube gedreht und ihren Leitzins(Bank Rate) bei 3,75% belassen. Inflationsseitig hat man dafür noch etwas Luft, wobei sich die Lebenshaltungskosten der Haushalte im kommenden Winter möglicherweise verteuern könnten. Mit der Anhebung des Energiepreisdeckels werden auch diese Kosten perspektivisch steigen. Mit einer doppelten Mehrheit von sechs zu drei Stimmen ist das Gremium aber zunächst unbesorgt und fährt weiter auf Sicht. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind in der vergangenen Woche überraschend deutlich auf 196.000 nach 206.000 in der Vorwoche gesunken. Volkswirte hatten dagegen mit einem Anstieg auf 207.000 Anträge gerechnet. Tagesausblick Renten- und Aktienmärkte Nach der erwarteten Zinserhöhung der Fed und weiter sinkenden Ölpreisen haben die internationalen Aktienmärkte am Donnerstag zugelegt. Marktteilnehmer werteten den Zinsschritt als Signal für die Entschlossenheit der Fed im Kampf gegen die Inflation und als Verteidigung ihrer Glaubwürdigkeit. Während im DAX vor allem Autowerte gefragt waren, profitierten an der Wall Street Techwerte am stärksten. DAX +0,70%; MDAX +0,55%; TecDAX +0,30%; Dow Jones +0,61%; S&P 500 +1,14%; Nasdaq Comp. +1,69%. Unternehmen Der Spirituosenhersteller Berentzen hat Gespräche über ein mögliches Übernahmeangebot des US-Getränkekonzerns Sazerac bestätigt. Berentzen ist Marktführer in Deutschland bei Fruchtlikören und vertreibt neben Spirituosen auch alkoholfreie Getränke. Rohstoffe Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen! 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Nachdem die für uns wichtigsten Notenbanken ihre Zinsentscheidungen abgearbeitet haben, widmen wir uns heute den deutschen Produzentenpreisen. Wir erwarten einen leichten Rückgang, aber gleichwohl dürfte die Situation im Kontext der letzten Jahre angespannt bleiben. Außerdem werden verschiedene Daten zur Industrieproduktion in den USA gemeldet. Zwar steigt bspw. die Kapazitätsauslastung der Unternehmen voraussichtlich an, Reindustrialisierung scheint sich daraus aber zunächst (noch?) nicht ableiten zu lassen.
Anleihen reagierten sowohl in Europa als auch in den USA mit Kursgewinnen und damit sinkenden Renditen auf rückläufige Ölpreise.
Huawei will mit einer neuen Generation von KI-Prozessoren den Abstand zu Nvidia verringern. Der Konzern stellte die Chips „Ascend 960DT“ und „Ascend 960PR“ vor, die ab dem kommenden Jahr verfügbar sein sollen. Künftige Generationen sollen im Jahresrhythmus folgen. Da die Huawei-Chips weniger leistungsstark sind als die von Nvidia, setzt das Unternehmen auf eine besonders schnelle Vernetzung der Prozessoren. Dadurch sollen bis zu eine Million Chips als ein gemeinsames System arbeiten können. Eine internationale Expansion ist vorerst nicht geplant. Huawei verweist auf die hohe Inlandsnachfrage und begrenzte Produktionskapazitäten. Der Konzern spielt eine zentrale Rolle in Chinas Strategie, die Abhängigkeit von ausländischer Technologie zu reduzieren. Hintergrund sind US-Exportbeschränkungen für Hochleistungschips nach China.
Hoffnungen auf die teilweise Wiederinbetriebnahme einer wichtigen saudischen Ölpipeline sowie ein Bericht über chinesischen Druck auf den Iran zur Eindämmung der Huthi-Rebellen im Jemen sorgten für Entlastung am Ölmarkt.
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