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Börse am Morgen: Hannover Rück, Hornbach, Munich Re, Volkswagen, Konjunkturdaten - Nord/LB

08.09.2026 07:36 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Die Stimmung unter Anlegern im Euroraum hat sich im September stärker als erwartet verbessert. Der Sentix-Konjunkturindex stieg auf 5,1 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Februar 2022. Auch die Lagebeurteilung verbesserte sich auf den höchsten Wert seit März 2022. Laut Sentix deutet dies auf einen sich festigenden konjunkturellen Aufschwung hin. Deutschland trug dazu bei: Der entsprechende Index legte um 9,1 Punkte auf minus 2,8 Zähler zu und erreichte den höchsten Stand seit Juli 2025.

Das Produzierende Gewerbe in Deutschland produzierte im Juli gegenüber dem Vormonat 1,1% weniger. Hauptgrund war ein deutlicher Rückgang in der Automobilindustrie (-9,2%), der unter anderem auf mehrwöchige Produktionspausen zurückzuführen ist. Stützend wirkte dagegen die Energieerzeugung (+4,7%), insbesondere durch Wind- und Solarstrom. Die Industrieproduktion (ohne Energie und Bau) verringerte sich um 2,2%, während die Bauproduktion um 0,9% zulegte. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag die Gesamtproduktion um 1,6% und die Industrieproduktion um 3,3% niedriger. Auch die Produktion in energieintensiven Branchen ging im Juli zurück (-1,7%).

Die Wirtschaft im Euroraum hat in Q2 2026 spürbar an Fahrt gewonnen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte gegenüber dem Vorquartal um 0,6% zu, in der EU sogar um 0,7%. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaft um 1,2% im Euroraum und um 1,4% in der EU. Unter den EU-Staaten verzeichnete Irland mit plus 10,2% das stärkste Quartalswachstum, während Österreich als einziges Land einen Rückgang meldete (-0,1%).

Tagesausblick
Der Dienstag ist datenseitig dünn besiedelt, ganz so als würde der ökonomische Kalender bereits den Spannungsbogen für den geldpolitisch extrem wichtigen Donnerstag aufbauen. Dennoch stehen heute die Daten der deutschen Handelsbilanz für den Juli zur Veröffentlichung an. Im Juli dürften wir mehr exportiert und weniger importiert haben, was in einer positiveren Handelsbilanz resultieren sollte.

Renten- und Aktienmärkte
Der deutsche Anleihemarkt ist schwach in die neue Woche gestartet. Belastet wurden die Kurse durch positive Konjunktureinschätzungen aus Europa (Sentix) sowie die anhaltend hohen Ölpreise. Die Aktienmärkte in Deutschland und Europa handelten mangels Impulsen aus den USA (Feiertag) eher ruhig. Während die hohen Ölpreise und die daraus resultierenden Zinssorgen belasteten, sorgten Kursgewinne bei Halbleiterwerten für Rückenwind. Letztere resultierten aus einer weltweit gestiegenen Zuversicht hinsichtlich KI. Immobilienaktien kamen nach einem Analystenkommentar unter die Räder. DAX -0,15%; MDAX +0,15%; TecDAX +0,81%.

Unternehmen
Die großen Rückversicherer Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück rechnen mit einer steigenden Zahl wetterbedingter Naturkatastrophen. Überschwemmungen, Dürren, Hagel, Waldbrände und Unwetter verursachten zunehmend hohe Schäden und erhöhten die Nachfrage nach Rückversicherungsschutz. Laut Munich Re erreichen auch kleinere Wetterereignisse inzwischen Schadenssummen, die früher vor allem Großkatastrophen vorbehalten waren. Swiss Re bezeichnet Waldbrände als das weltweit am stärksten wachsende Wetterrisiko. Insgesamt steigen die versicherten Schäden aus Naturkatastrophen nach Angaben der Branche jährlich um fünf bis sieben Prozent. Laut Swiss Re könnten sie 2026 in einem Extremschadenszenario bis zu USD 320 Mrd. erreichen.

Das Volkswagen-Werk in Osnabrück wird zum ersten Rüstungsstandort der deutschen Automobilindustrie umgebaut. Niedersachsen und der Investor Aurelius übernehmen das Werk und entwickeln es zu einem Kompetenzzentrum für die Verteidigungsindustrie. Als erstes Projekt ist die Produktion von Luftverteidigungssystemen des israelischen Herstellers Rafael vorgesehen. Volkswagen bezeichnete die Einigung als wichtigen Schritt für die langfristige Zukunft des Standorts.

Der Baumarktkonzern Hornbach hat in Q2 (Juni bis Aug.) nach vorläufigen Zahlen dank robuster Nachfrage den Umsatz um 7,3% auf EUR 1,81 Mrd. und das bereinigte EBIT um 12,8% auf EUR 124,6 Mio. gesteigert. Die Prognose für das GJ 2026/27 mit einem Umsatz mindestens auf Vorjahresniveau (EUR 6,43 Mrd.) und einem stabilen EBIT (EUR 264,7 Mio.) wurde bestätigt.

Devisen
Die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan stützt die japanische Währung. Getrieben von einem kräftigen Lohnwachstum und einer robusten Konjunktur erreichte der YEN den höchsten Stand seit Mitte Februar. An den Märkten gilt eine Leitzinserhöhung auf 1,25% in der kommenden Woche inzwischen als nahezu sicher.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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