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Commerzbank: Stärke des US-Dollar nur unterbrochen

10.04.2015 09:07 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Bild und Copyright: autsawin uttisin / shutterstock.com.

Von Anfang Mai 2014 bis Mitte März hat der Euro in der Spitze fast 25% an Wert gegenüber dem USD verloren. Treibende Kraft war vor allem die Aussicht auf eine massive Divergenz zwischen der EZB- und US-Geldpolitik. Zuletzt kam es hier zu einer Erwartungskorrektur. So hat die Fed klargemacht, dass das Timing der Leitzinsanhebung zwar nur noch eine Frage der weiteren Datenentwicklung ist, man aber was das Straffungstempo angeht besonders behutsam vorgehen will. Im Gefolge ist der US-Zinsvorsprung geschrumpft, der USD korrigierte in der Breite – und auch gegenüber dem Euro. Der eingepreiste US-Leitzins von 1% per Ende 2016 ist unserer Ansicht nach zu niedrig – und die USD-Stärke nur unterbrochen, nicht beendet.

Zinsen und Anleihen
Der gestern für die deutsche Industrie gemeldete Produktionsanstieg lag im Februar zwar im Rahmen der Erwartungen – er betrug aber nur 0,2% zum Vormonat. Zudem weisen die Januardaten nach einer Revision nun keinen Anstieg sondern einen Rückgang von -0,4% zum Vormonat aus. Nach den schwachen Auftragseingängen am Mittwoch ist dies der zweite Rücksetzer. Trotz der milden Witterung ging die Bauproduktion im Februar deutlich um 3,1% zurück. Nach dem schon im Januar der Bau von der milden Witterung begünstigt wurde, war eine Gegenbewegung zwar wahrscheinlich – aber nicht in dieser Stärke. Etwas besser sahen die Exportdaten aus. Für das erste Quartal zeichnet sich ab, dass der Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt ggü. Vorquartal allenfalls bei einem halben Prozent lag. Die Bank von England (BoE) hat den Expansionsgrad ihrer Politik gestern nicht geändert, obwohl die Konjunkturerholung deutlich weiter fortgeschritten ist als im Euroraum. Angesichts der Aufwertung des Pfunds zum Euro und der eher schwachen Lohnentwicklung dürften es auch den geldpolitischen Falken nicht schwer gefallen sein, noch einmal abzuwarten. Am 7. Mai sind Wahlen in Großbritannien. Bis dahin verabschiedet sich die BoE in eine Sendepause, um sich aus dem politischen Geschäft herauszuhalten. D.h. die BoE wird sich bis Mitte des Jahres im Wartemodus befinden. In den USA zeigen die Erstanträge auf Arbeitslosenunterschützung weiterhin keine signifikante Abkühlung der Konjunktur an. Die in den Produktionsdaten und Bestellungen sichtbare Schwäche im ersten Quartal dürfte weitgehend durch den Winter und den Hafenarbeiterstreik an der Westküste bedingt gewesen sein.

Aktien
Die europäischen Aktienmärkte konnten gestern weiter zulegen. Zwar sorgte die Nachricht, dass Griechenland den IWF-Kredit bedient hatte, für eine positive Stimmung, entscheidend war diese Meldung aber nicht. Auch von der Makroseite gab es keine Neuigkeiten und die Berichtssaison steckt noch in den Kinderschuhen. Dass es dennoch deutlich aufwärts ging lag eher an der unverändert grundsätzlichen Bereitschaft der Investoren sich dem Aktienmarkt zuzuwenden und diversen Fusionsspekulationen. Denn die M&A-Welle schwappt zunehmend aus den USA auch nach Europa. Nachdem Royal Dutch Shell sich die BG-Group einverleiben will und nach den Spekulationen um Wincor Nixdorf vom Vortag, kursierten gestern diverse Listen mit potenziellen Übernahmekandidaten. So ging es in diesem Zusammenhang u.a. für Stada (+3,0%) nach oben. Gleiches galt für die Aktien von Burberry (+2,8%), die zudem diverse Titel des Sektors mitzogen. Ansonsten sorgten Analystenkommentare für Bewegung auf Einzelwertseite (u.a. Wirecard +4,8%). Auf Branchenebene (Stoxx) waren Auto- und Bauwerte (je +2,0%) am stärksten gefragt. Grundstoffwerte (+0,3%) lagen auf dem letzten Platz der Performancerangliste. Die US-Märkte zeigten sich im Verlauf unentschlossen, zumal es auch kaum marktbewegende Nachrichten gab. Die Politik der Fed war aber weiterhin ein Thema, während Griechenland kaum Beachtung fand. Am Ende reichte es nach einem Schlussspurt dennoch zu einem soliden Plus auf der Indexebene. Die Fusionstätigkeit der Unternehmen hält an und diverse Spekulationen über zukünftige Transaktionen bewegten hauptsächlich erneut Titel im Healthcaresektor. In Asien schürten niedrige Verbraucherpreisdaten aus China die Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen und sorgten damit für weitere Kurssteigerungen insbesondere bei Finanzwerten.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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