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Börse am Morgen: Nagarro, Pony.ai, Uber, DAX-Rekorde, Börsentermine - Nord/LB

17.08.2026 08:24 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Die deutsche Industrie hat auch in H1 2026 viele Stellen abgebaut – v.a. in der Autobranche. Im Verarbeitenden Gewerbe wurden Ende Juni noch 5,29 Mio. Beschäftigte gezählt und damit 144.100 oder 2,7% weniger als ein Jahr zuvor. "Besonders betroffen ist die Automobilindustrie", teilte das Statistische Bundesamt mit. Dort arbeiteten 42.300 weniger Beschäftigte als noch ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang von 5,8%. Mit 691.500 sank die Zahl der Beschäftigten in der Automobilindustrie auf einen weiteren Tiefstand. Dennoch bleibe die Automobilindustrie gemessen an der Beschäftigtenzahl die zweitgrößte Industriebranche. Nummer eins ist der Maschinenbau mit 905.900 Mitarbeitern, trotz eines Rückgangs um 2,7% in H1. Auch die Metallerzeuger (-3,8% auf 471.700), die chemische Industrie (-3,6% auf 312.000) sowie die Hersteller von elektrischer Ausrüstung (-3,4% auf 374.500) kommen mit weniger Mitarbeitern aus.

Die Wirtschaft der Euro-Zone ist im Frühjahr trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni um 0,4% zum Vorquartal zu. In Q1 hatte das BIP stagniert. Zu den Wachstumslokomotiven im Währungsraum zählt Spanien: Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone schaffte ein Plus von 0,7%, wozu der boomende Tourismus beitrug.

Wochenausblick
Unternehmensseitig stehen hierzulande in der neuen Woche Vertreter aus den hinteren Börsenreihen im Fokus. Zur Wochenmitte sind z.B. Quartalszahlen des Maschinenbauers Heidelberger Druckmaschinen angekündigt. Seitens der Konjunktur sollten die amerikanischen Import- und Exportpreise am Dienstag einen Blick wert sein. Zudem könnte das neuste FOMC-Sitzungsprotokoll am Mittwoch weitere interessante Informationen über die Diskussionsprozesse innerhalb der US-Notenbank liefern.

Aktienmärkte
Der deutsche Leitindex hat am Freitag eine erfolgreiche Woche mit Gewinnen beendet. Allerdings schmolzen diese im Sog der schwächelnden US-Börsen etwas zusammen. DAX +0,53%; MDAX +0,62%; TecDAX +1,05%. Schwächer als erwartet ausgefallene Einzelhandelsdaten und Gewinnmitnahmen bei KI- und Chipwerten haben die Wall Streetzum Wochenausklang gen Süden geschickt. Dow Jones -0,20%; S&P 500 -0,17%; Nasdaq Comp. -0,28%.

Unternehmen
Deutschlands größte Börsenkonzerne haben in Q2 insgesamt Rekordgeschäfte gemacht, bauen aber zugleich Tausende Stellen ab. Die 40 DAX-Konzerne steigerten ihren Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) zum Vorjahreszeitraum um fast 16% oder 7 Mrd. EUR auf zusammen 52,6 Mrd. EUR, zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY. Das sei so viel wie noch nie in einem Q2 und 10% mehr als der bisherige Höchstwert von 2024 – trotz Iran-Kriegs und Zollstreits mit den USA. Den höchsten operativen Quartalsgewinn meldete demnach die Deutsche Telekom (6,9 Mrd. EUR), gefolgt von Allianz (4,9 Mrd.). Auch der Umsatz der DAX-Unternehmen erreichte mit rund 463 Mrd. EUR in Summe einen Bestwert; er stieg um 4,6% oder knapp 20,5 Mrd. EUR. Allerdings werde das Wachstum von relativ wenigen Branchen getragen, die derzeit eine Sonderkonjunktur erlebten – von der Rüstungsindustrie über die Profiteure des Booms um Künstliche Intelligenz und Rechenzentren bis hin zu Chemieunternehmen, die wegen des Iran-Kriegs und Versorgungsengpässen in Asien die Preise anheben konnten.

Der IT-Dienstleister Nagarro hat in Q2 sein Ergebnis gesteigert. Die Prognose für 2026 bestätigte das Unternehmen. Die Erlöse legten ggü. dem Vorjahr zwar nur leicht um 0,2% auf 252,4 Mio. EUR zu. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich dagegen um fast ein Viertel auf 37,8 Mio. EUR. Unter dem Strich stieg der Gewinn um etwas mehr als ein Viertel auf 10,6 Mio. EUR. Grund hierfür ist der Wegfall eines Steueraufwands.

Die chinesische Robotaxi-Firma Pony.ai und der US-Fahrdienstvermittler Uber wollen im Rahmen einer erweiterten Partnerschaft mehr als 2.000 Robotaxis in Europa auf die Straßen bringen. Die seit Mai 2025 bestehende Zusammenarbeit solle von dem bereits aktiven kommerziellen Robotaxi-Dienst in der kroatischen Hauptstadt Zagreb auf vier weitere, namentlich nicht genannte europäische Städte ausgeweitet werden, teilte Pony.ai mit.

Rohstoffe
Der Goldpreis stieg zeitweise auf 4.450 USD je Feinunze. Seit Monatsbeginn legte der Goldpreis um bis zu 10% zu. Rückenwind gibt eine sukzessive Rücknahme der Fed-Zinserhöhungserwartungen.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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