Börse am Morgen: Netflix, TSMC, Immobilienklima und Börsentermine - Nord/LB
17.07.2026 08:00 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Die Einzelhandelsumsätze in den USA konnten im Juni immerhin um 0,2% M/M zulegen. Geholfen haben unter anderem starke Automobilabsatzzahlen und frühe Prime Days bei Amazon. Der Rückgang der Benzinpreise hat mechanistisch gesprochen zwar zu Belastungen der Headline-Rate geführt, die an der Tankstelle eingesparten Mittel dürften aber den Konsum an anderen Stellen belebt habe. In der Summe ist auf den US-Verbraucher also offenkundig auch weiterhin Verlass. Der US-Immobilienmarkt zeigt auch zu Beginn der zweiten Jahreshälfte keine nachhaltigen Aufwärtstendenzen. Der NAHB-Index verharrt klar unter der Expansionsschwelle, wobei die regionalen Unterschiede erheblich bleiben und insbesondere der Westen weiterhin eine ausgeprägte Schwäche aufweist. Gleichzeitig versuchen die politischen Entscheidungsträger, durch regulatorische Eingriffe auf der Angebotsseite die Marktbedingungen zu verbessern und spekulative Aktivitäten einzudämmen, wobei der Erfolg dieser Maßnahmen noch offen ist. Die zentrale Belastung bleibt jedoch das hohe Zinsniveau, das sowohl Kaufinteressenten als auch potenzielle Verkäufer hemmt. Das Immobilienklima hat sich im Juli 2026 deutlich erholt. In der 223. Monatsbefragung unter rund 1.000 Immobilienexpertinnen und -experten steigt das Deutsche Hypo Immobilienklima ggü. dem Vormonat um 9,1% auf 86,6 Punkte. Damit liegt der Index nur noch 7,5% unter seinem Stand zu Jahresbeginn. Sowohl das Ertrags- als auch das Investmentklima legten im Juli spürbar zu. Mit einem Plus von 10,2% auf 82,0 Punkte fällt der Zuwachs beim Investmentklima sogar noch stärker aus als beim Ertragsklima, das um 7,8% auf 91,1 Punkte steigt. Auch im Vorjahresvergleich hat sich die Entwicklung aufgehellt. Gegenüber Juli 2025 beträgt der Rückgang beim Investmentklima nur noch 9,4%, beim Ertragsklima 9,6%. Im Juli verzeichnen sämtliche Teilsegmente deutliche Anstiege gegenüber dem Vormonat. Den stärksten Zuwachs weist das Logistikklima auf, das um 13,6% auf 102,8 Punkte steigt. Tagesausblick Aktienmärkte Auch an der Wall Street ging es aufgrund der gemiedenen Technologiewerte (trotz eines starken Starts in die Berichtssaison) gen Süden. Dow Jones -0,20%; S&P 500 -0,51%; Nasdaq Comp. -1,47%. Die asiatischen Aktienmärkte litten auch heute (Freitag) unter einem Ausverkauf bei Chip-Werten und neu entflammten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Unternehmen Devisen und Rohstoffe Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten trieben die Ölpreise auf den höchsten Wochengewinn seit 3 Monaten. Auslöser waren neue Angriffe der USA auf iranische Ziele, die Befürchtungen über mögliche Zerstörungen der Ölinfrastruktur weckten. Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Die europäischen Verbraucherpreise werden heute Vormittag den Auftakt im ökonomischen Kalender machen, wobei es sich hierbei um die finalen Zahlen handelt und wir von keinen signifikanten Revisionen ausgehen. Wenn überhaupt, sollte es dabei eher positive Überraschungen geben. Außerdem schwenken wir den Blick nach Übersee in die USA, wo uns dann mit den Baubeginnen und -genehmigungen Immobiliendaten erwarten und außerdem der Michigan Index noch einmal interessant wird. Die Zeichen deuten jedenfalls wohl weiterhin auf Wachstum.
Am deutschen Aktienmarkt blies weiter ein Gegenwind die Indizes ins Minus. Dieser kam zunächst von schwachen asiatischen Märkten und später von den überwiegend im Minus erwarteten US-Indizes. Asien litt zuvor unter weiteren Gewinnmitnahmen im asiatischen Halbleitersektor. Starke Geschäftszahlen sowie die angehobenen Umsatz- und Investitionsziele des taiwanesischen Chipherstellers TSMC halfen dort nicht. Die offiziellen Quartalszahlen hätten die teils bereits bekannten Eckdaten lediglich bestätigt, und „die Skepsis der Investoren über die weitere Entwicklung im KI- und Rechenzentrumsgeschäft in der spätzyklischen Phase bleibt“, hieß es am Markt. DAX -0,34%; MDAX -0,19%; TecDAX -0,72%.
Getragen vom Erfolg des Animationsfilms „Swapped“ und der Krimiserie „I Will Find You“ hat Netflix bei Umsatz (+12,86 Mrd. USD) und Gewinn erneut zugelegt. Mit seinem Ausblick blieb der größte Streamingdienst jedoch hinter den Markterwartungen zurück. Die Aktie fiel nachbörslich um rund 8%.
Am Devisenmarkt hielt sich der USD stabil, gestützt durch eine erneute Nachfrage nach sicheren Häfen und gesunkene Erwartungen an baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed.
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