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Börse am Morgen: Volkswagen, Japanischer Yen, Gold, Konjunkturdaten - Nord/LB

03.07.2026 07:32 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Die Europäischen Zentralbank (EZB) warnt angesichts leistungsfähiger KI-Modelle vor einer verschärften Cyber-Bedrohungslage und fordert Banken auf, ihre Cyberabwehr sowie IT-Resilienz kontinuierlich auszubauen. Neben direkten Angriffen auf Institute rücken auch kritische Abhängigkeiten wie Cloud-Dienste, Telekommunikationsnetze, Zahlungssysteme und die Stromversorgung stärker in den Fokus. EZB-Bankenaufseherin Claudia Buch betonte gestern vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung im Europäischen Parlament die Verantwortung der Leitungsorgane für eine starke IT-Governance, ein wirksames Cyber-Risikomanagement und robuste Auslagerungsstrukturen. Zur Sicherung der operativen Resilienz seien langfristige Investitionen in IT-Systeme und Personal erforderlich, wobei die aktuell hohe Profitabilität der Banken hierfür den finanziellen Spielraum biete.

Im Juni sind in den USA nach noch vorläufigen Angaben nur 57.000 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse außerhalb der Landwirtschaft aufgebaut worden, was als negative Überraschung zu bewerten ist. Stützende Impulse durch die „Soccer-WM“ zeigen sich nicht (oder sind eher schon im Mai zu beobachten). Mit Blick auf mögliche Leitzinsanhebungen in den USA dämpfen diese Nachrichten den Handlungsdruck bei Fed-Chef Kevin Warsh wohl sehr eindeutig. Er kann damit einfacher auf Zeit spielen und auf freundlichere Inflationsdaten warten.

Tagesausblick
Am heutigen Freitag dürfen wir uns in erster Linie auf Einkaufsmanagerdaten aus der Eurozone freuen, welche einen Finger an den Puls in den Chefetagen legen. Die Beruhigungstendenzen aus dem Iran sorgen durchaus auch für Entspannung bei den Lieferkettenmanagern, der weitere Pfad der Verhandlungen ist aber weiter von Unsicherheit geprägt. Die heutigen Indikatoren werden also voraussichtlich ein etwas skeptisches Bild mit dem Ausblick einer freundlicheren Zukunft vermitteln.

Aktienmärkte
Der DAX hat dank schwächer als erwarteter US-Arbeitsmarktdaten und daraus resultierender Hoffnungen auf anhaltend niedrige Zinsen ein neues Allzeithoch von 25.655,82 Punkten erreicht. Anleger rechnen nun mit geringeren Chancen auf weitere Zinserhöhungen in den USA, was die Aktienmärkte unterstützt. Zusätzlichen Rückenwind erhielt der deutsche Leitindex durch das Reformpaket der Bundesregierung. DAX +2,16%; MDAX +1,52%; TecDAX -0,04%.

Auch die US-Börsen legten zu, wobei der Dow Jones ebenfalls ein Rekordniveau erreichte. Sinkende Ölpreise und Kursgewinne im Technologiesektor sorgten für zusätzlichen Aufwind an den Aktienmärkten. An der Wall Street findet heute aufgrund der am Samstag stattfindenden Feierlichkeiten zum US-Unabhängigkeitstag kein Handel statt. Dow Jones +1,13%; S&P 500 +0,00%; Nasdaq Comp. -0,80%.

Unternehmen
Volkswagen plant einen umfassenden Umbau des Managements, um Leistung & Kostendisziplin stärker zu fördern. Ab 2027 soll die Vergütung von Führungskräften stärker an die individuelle Leistung gekoppelt und durch ein neues Bewertungssystem ergänzt werden. Zudem soll die Zahl der Managementpositionen weltweit von 21.500 auf 16.000 reduziert werden. Die Maßnahmen sind Teil eines weitreichenden Sparprogramms, das in der kommenden Aufsichtsratssitzung auf der Agenda steht. Im Zuge der Kostensenkungen stehen die Produktion in vier Werken sowie der Abbau zehntausender Arbeitsplätze zur Diskussion.

Devisen und Rohstoffe
Zurück in die 80er Jahre. Nach dem Ausbruch des USD/JPY über die Höchststände des Jahres 2024 zur Wochenmitte (der höchste Stand seit den 1980er Jahren), konnte sich die jap. Währung gestern jedoch wieder berappeln und korrigiert auf 161 Yen je Dollar. Dabei ist es derzeit zugleich eine Yen-Schwäche als auch eine Dollarstärke, die diese Bewegung charakterisiert. Der Fall des Yen auf ein 40-Jahres-Tief und die darauf einsetzende Erholung löste unter Marktteilnehmern jedenfalls Spekulationen über eine mögliche Intervention der jap. Behörden aus. Eine offizielle Bestätigung blieb bisher indes aus.

Der Goldpreis setzte seine Erholung am Donnerstag fort und steigt um 2,31% auf USD 4.122,80 je Feinunze. Neben dem schächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht (s. o.) erhält das gelbe Edelmetall zusätzlichen Auftrieb durch die Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh auf dem Notenbanktreffen im portugiesischen Sintra (wo er auf nachlassende Inflationsrisiken und einen weniger restriktiven geldpolitischen Kurs erwies). Damit gehen die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen zurück, was den Goldpreis stützt (niedrigere Zinserwartungen verbessern die Attraktivität von Gold, da das zinslose Edelmetall im Umfeld sinkender Renditen relativ an Wert gewinnt).

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!



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