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Börse am Morgen: Bitcoin, HHLA, SpaceX, Iran-Krieg - Nord/LB

15.06.2026 08:42 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Die Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft wegen der Folgen des Iran-Kriegs erst 2028 wieder spürbares Wachstum zu. Im laufenden Jahr bleibe der Konjunktur allein wegen der staatlichen Mehrausgaben ein Abrutschen in eine vorübergehende Rezession erspart, heißt es in der veröffentlichten halbjährlichen Prognose. "Im Sommerhalbjahr wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung durch die expansive Fiskalpolitik verhindert: Sie gleicht die Folgen des Krieges im Nahen Osten in etwa aus." Die Bundesbank geht davon aus, dass das unbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2026 um 0,7% steigt, im nächsten Jahr um 0,9% anzieht und 2028 um weitere 1,2% zulegt.

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist in Q1 deutlich gestiegen. 6.275 Unternehmensinsolvenzen wurden bei den Amtsgerichten beantragt und damit 6,5% mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Trend wies zuletzt deutlich nach oben: Im März allein stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 15,8%. Am stärksten betroffen von der Entwicklung war der Bereich Verkehr und Lagerei. Auf diesen Sektor entfiel mit 32,1 Fällen je 10.000 Unternehmen die höchste Insolvenzhäufigkeit (gefolgt von Gastg. und Baug).

Die britische Wirtschaft ist im April erstmals seit über einem halben Jahr wieder geschrumpft – u.a. wegen der Absage großer Sportveranstaltungen wie z.B. des Formel-1-Rennens in Nahost im Zuge des IranKriegs. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank um 0,1% im Vergleich zum Vormonat, wie die Statistikbehörde ONS mitteilte. Das ist das erste monatliche Minus seit August 2025.

Wochenausblick
Wenn man dem Blick in den Kalender trauen kann, dürfte Investoren keine turbulente Woche bevorstehen. Morgen lohnt allerdings der Blick auf den ZEW Index. Er misst die Erwartungen von Finanzmarktexperten hinsichtlich der Konjunkturentwicklung in den kommenden 6 Monaten. Das Ergebnis liefert einen schnellen Überblick über die Erwartungen der Märkte und beeinflusst nicht selten die Börsen. Mittwoch steht ein Treffen der US-Notenbanker an. Dies wird erstmals vom neuen Fed-Chef Kevin Warsh geleitet. Die Sitzung dürfte einige konkrete Hinweise liefern, welche Neuerungen Warsh plant. Tiefgreifende Änderungen seien kurzfristig aber wohl kaum durchsetzbar.

Renten- und Aktienmärkte
Die deutschen Anleihekurse erholten sich weiter von den Verlusten seit vergangenem Wochenbeginn. Die Leitzinserhöhung der EZB belastete zuvor nur kurz. Am Freitag stützten dann die gesunkenen Ölpreise. Stark verändert haben sich die Renditen allerdings nicht: Schon seit Anfang März rentieren zehnjährige Bundesanleihen um 3%. Im Handel mit Unternehmensanleihen geht es aktuell ruhig zu, speziell im High YieldBereich ist sehr wenig los. Besondere Neuemissionen gab es nicht.



Hoffnungen auf ein baldiges Rahmenabkommen der USA mit dem Iran haben dem deutschen Aktienmarkt erheblichen Rückenwind beschert. Insbesondere der Reisesektor profitierte stark, v.a. TUI, Lufthansa und Fraport. Letzterer legte zudem gute Verkehrszahlen für Mai vor.

Der erfolgreiche SpaceX-Börsengang und zunehmende Hinweise auf einen möglichen Frieden im Nahen Osten haben die Wall Sreet am Freitag gestützt. Der Börsengang des Raumfahrt-, Satelliten- und KI-Unternehmens von Tesla-Chef Musk war der größte der Geschichte. SpaceX verkaufte rd. 555,6 Mio. Aktien und nahm damit 75 Mrd. USD ein. Das Unternehmen kam damit auf eine Bewertung von 1,77 Bio. USD und war aus dem Stand mehr wert als etwa der Facebook-Konzern Meta und der Elektroautobauer Tesla oder auch 3 x soviel wert wie das amerikanische Farmland. Die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine vorläufige Übereinkunft hat am frühen Montagmorgen die Finanzmärkte deutlich bewegt. Anleger dürften sich auf einen starken Wochenstart freuen.

Unternehmen
Der Hamburger Hafenlogistiker HHLA hat sich mit einer turbulenten Marathon-Hauptversammlung nach fast 19 Jahren von der Börse verabschiedet. Nach dem umstrittenen Einstieg der weltgrößten Containerreederei MSC bei HHLA vor rund 1,5 Jahren votierte die virtuelle Hauptversammlung dafür, dass der HHLA-Teilkonzern Hafenlogistik vom Kurszettel verschwindet. Die Großaktionäre MSC und die Stadt Hamburg mit einem Anteil von über 95% der Aktien brachten die geplante Zwangsabfindung der verbliebenen Einzelaktionäre durch.

Devisen und Rohstoffe
Die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine vorläufige Übereinkunft hat die Finanzmärkte deutlich bewegt. Der EUR kletterte über 1,16 USD und auch die Preise für Gold und Silber zogen deutlich an. Der Bitcoin profitierte ebenfalls und stieg bis knapp unter 66.000 USD.

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Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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