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Börse am Morgen: EZB, Fed, Iran-Krieg, Düngemittel, Milchpreise - Nord/LB Marktbericht

18.03.2026 07:45 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Am Dienstag hat das Zentrum für Europ. Wirtschaftsforschung (ZEW) aktuelle Ergebnisse seiner monatl. Konjunkturumfrage veröffentlicht. Der Irankrieg mit seinen möglichen ökonomischen Folgen hat die Stimmung der Finanzmarktexperten regelrecht schockgefrostet. Die Konjunkturerwartungen für Deutschland sind auf -0,5 Saldenpunkte abgestürzt, was einen der schärfsten Einbrüche der vergangenen dreißig Jahre darstellt. Vor allem der Energiepreisschock hat dazu geführt, dass die zuvor recht hohe Zuversicht Sorgen vor größeren negativen Auswirkungen auf Konjunktur und Inflation gewichen ist. Für die Beurteilung der ökon. Effekte sind jedoch die Dauer des Konflikts und das Ausmaß möglicher längerfristiger Lieferbeeinträchtigungen maßgeblich. Dies lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht prognostizieren, weshalb auch die gestrigen Umfragedaten erstmal nur eine Momentaufnahme darstellen. Die EZB wird morgen wohl noch stillhalten – gleichwohl mit einer sehr hawkishen Kommunikation die Märkte auf mögliche kurzfristige Reaktionen vorbereiten.

Der Krieg in Nahost hat nicht nur Konsequenzen für die zuk. Entwicklung der Energiepreise und entsprechend Auswirkungen auf die Inflationserwartungen, nein, auch der Agrar- und Nahrungsmittelsektor ist unmittelbar betroffen. Eigentlich ist das nichts Neues. Rohstoffmärkte reagieren schon seit jeher sehr empfindlich auf milit. Konfilkte. Was viele Marktteilnehmer bisher aber noch gar nicht auf dem Schirm haben oder hatten sind die Zweitrundeneffekte. Auch in der US-Administration reagiert man beispielsweise jetzt auf die sich langsam materialisierenden Versorgungsengpässe beim Thema Dünger. Die Blockade der Straße von Hormus ist nämlich auch für den weltweiten Stickstoffdüngermitteltransport essentiell. Brisant: Laut dem Branchenverband „The Fertelizer Institute“ fehlen US-Landwirten derzeit rd. 25% der üblichen Vorräte an Düngemitteln für die Frühjahrsaussaat. Die US-Regierung schaut sich jetzt nach Alternativen um. Venezuela wurden nun Lizenzen erteilt um mehr Dünger zu produzieren. Der Grund sind Sorgen um Lieferengpässe für US-Landwirte.

Warum ist die Unterbrechung von Lieferketten für Düngemittel im Nahen Osten eigentlich ein Thema der weltweiten Ernährung? Gerade zum derzeitigen Frühjahrsbeginn startet auf der Nordhalbkugel die Aussaat sowie die Energiezufuhr der im letzten Herbst gesäten und heranwachsenden Pflanzen. Dabei ist die Herstellung von Dünger extrem energieintensiv und basiert zu einem Großteil auf Erdgas. Rd. 1/3 des globalen Düngemittelhandels werden über die Strasse von Hormus abgewickelt. Ca. 50% der weltweiten Nahrungsmittel benötigt die Zugabe von Dünger, insbesondere stickstoffbasierte Mittel wie z. B. Harnstoff. Qatar Energy hat die Produktion von Harnstoff in der weltgrößten Anlage indes kriegsbedingt eingestellt. Bei einem längerfristigem Ausbleiben von Düngung sind damit Ernteeinbußen weltweit vorprogrammiert. Erinnerungen an den arabischen Frühling lassen grüßen. Zur Erinnerung: Damals waren der Grund der MaghrebUnruhen die inflationären Preise für Grundnahrungsmittel.





Tagesausblick
Der heutige Tag steht ganz im Fokus von Preisdaten, an den finalen Februarzahlen für die Eurozone sollte sich dabei nichts ändern. Spannend wird noch einmal der Produzentenpreisindex, kurz PPI, welcher sich auf Seiten der Hersteller als eher moderat zeigen sollte. Zum Abschluss des hiesigen Handelstages wird die Fed die Leitzinsentscheidung verkünden, wobei dieser voraussichtlich nicht angepasst werden wird. Die gestiegene Inflationserwartung dürfte sich aktuell als Hemmschuh für Zinssenkungen erweisen, auch wenn wir in diesem Jahr noch von einer geldpolitischen Lockerung ausgehen.

Aktien- und Rentenmärkte
Über 2,90% Rendite bei 10-jährigen Bunds! Dt. Staatanleihen sind doch irgendwie immer noch attraktiv. Wem soll man Geld leihen wenn nicht Deutschland? Zuletzt bekam man solche Werte im Jahr 2011 und das war vor der großen „EZB-What-ever-ittakes-Intervention“. Renten waren am Dienstag weltweit gefragt. Aktien auch. DAX +0,71%; MDAX +0,83%; TecDAX +1,14%; Dow Jones +0,10%; S&P 500 +0,25%; Nasdaq Comp. +0,47%.

Rohstoffe
Vielleicht liegt der Tiefpunkt der Milchpreise bereits hinter uns. Die letzten Ergebnisse der Global Dairy Trade Auktion deuten jedenfalls darauf hin. Weltweit bleibt der langfristige Trend an Milchprodukten intakt. Die Prognosen der Welternährungsorganisation (FOA) gehen beim weltweiten Bedarf an tierischem Protein allein bei Milch in den kommenden 10 Jahren von einem Mehrverbrauch von 150 Mio. t. aus. Trotzdem belastet ein deutliches Mehrangebot die Preise. Dt. Erzeuger produzieren monatlich ca. 6% mehr Milch als im Vorjahr.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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