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Hoffnung auf die Quartalszahlen - u.a. Adidas, Rheinmetall, SAP - Börse München

02.02.2026 11:32 Uhr - Autor: Ulrich Kirstein  auf twitter

Ulrich Kirstein von der Börse München wirft einen Blick auf die Entwicklungen an den deutschen und internationalen Aktien- und Anleihemärkten. Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

Die Stimmung an den deutschen Aktienbörsen ist in der vergangenen Woche weiter sehr verhalten gewesen. Schlechte Konjunkturdaten sowie die anhaltende Zinszurückhaltung der US-Notenbank Fed – diese hatte wie allgemein erwartet, die US-Leitzinsen zur Wochenmitte nicht gesenkt – sorgten dafür, dass sich die Anleger vor allem auf die laufende Bilanzberichtssaison konzentrierten und es hier bei einzelnen Werten teilweise zu sehr starken Kursausschlägen kam.

Obwohl er am Freitag wieder etwas Boden gut machte, büßte der Deutsche Aktienindex (Dax) im Wochenvergleich 1,5 Prozent auf 24.538,81 Punkte ein. Damit ging er nahezu auf dem selben Niveau aus dem Handel, auf dem er auch den ersten Handelstag des Jahres beendet hatte. Der MDax verlor in der vergangenen Woche 1,8 Prozent auf 31.164,44 Zähler. Der TecDax gab um 3,0 Prozent auf 3.613,41 Punkte nach. Gegen den Trend entwickelte sich dagegen der m:access All-Share. Er machte in der vergangenen Woche 0,7 Prozent gut und ging am Freitag mit 1.201,07 Punkten aus dem Handel.

Ein wesentlicher Grund für den rückläufigen Dax und TecDax waren die hohen Kursverluste des Index-Schwergewichts SAP. Die Papiere von Europas größtem Software-Konzern stürzten nach Vorlage der jüngsten Geschäftszahlen ab und verzeichneten ein Wochenminus von 13,11 Prozent. Die Aktien des Rüstungsherstellers Rheinmetall wiederum gaben im Wochenverlauf aufgrund von Gewinnmitnahmen um 2,31 Prozent nach. Sie haben damit unter dem Strich im Januar aber immer noch knapp 14 Prozent gutgemacht. Zu den großen Wochengewinnern zählten dagegen Adidas. Die Papiere des Sportartikelherstellers kletterten nach Vorlage der vorläufigen Zahlen für 2025 und der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms um 5,48 Prozent und machten damit einen Teil der hohen Vorwochenverluste wieder wett. Insgesamt haben sie im Januar dennoch über 10 Prozent verloren. Die Aktien der Deutschen Bank wiederum wurden zunächst aufgrund staatsanwaltschaftlicher Geldwäsche-Ermittlungen belastet, profitierten dann aber von guten Geschäftszahlen und beenden die Woche in Summe kaum verändert.

Die Kurse an den deutschen Anleihemärkten sind in der vergangenen Woche bei ruhigem Geschäft leicht gestiegen. Grund dafür waren vor allem die jüngsten mäßigen Daten zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland – und hier vor allem der schlechter als erwartet ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex sowie die Tatsache, dass die Bundesregierung ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 gesenkt hat. Im Wochenvergleich gab die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe von 2,90 auf 2,84 Prozent nach. Die Umlaufrendite sank von 2,80 auf 2,74 Prozent.



Auch das Geschehen an den US-Aktienbörsen war in der vergangenen Woche wesentlich von Firmennachrichten und den daraus resultierenden Kursentwicklungen geprägt. Hier wirkte sich vor allem der deutlich Kursrutsch von Microsoft nach der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen negativ auf die führenden Indizes aus, während andere High-Tech-Werte diese stabilisierten. Insgesamt gab der Dow-Jones-Index im Wochenvergleich um 0,4 Prozent auf 48.892,47 Punkte nach, während der breiter gefasste S&P-500 um 0,3 Prozent auf 6.939,03 Zähler kletterte. Der technologielastige Nasdaq-100 wiederum verlor 0,2 Prozent und beendete die Woche bei 25.552,39 Punkten.

Ausblick
Die meisten Analysten blicken eher verhalten auf das Marktgeschehen in der neuen Woche. Grund dafür sind zum einen politische Themen – und hier vor allem der sich möglicherweise zuspitzende Konflikt zwischen den USA und dem Iran – und zum anderen die Sorge vor einer anhaltenden Wirtschaftsflaute. In diesem Zusammenhang werden am Montag unter anderem die neuesten Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen in Deutschland sowie die Einkaufsmanagerindizes für das produzierende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone im Blickpunkt stehen. Am Mittwoch folgen unter anderem die Dienstleistungsindizes für Deutschland und die Eurozone sowie der ADP-Arbeitsmarktbericht für die USA. Am Donnerstag wiederum richtet sich der Blick nach Frankfurt, wo der Rat der Europäischen Zentralbank tagt und über die Leitzinsen diskutiert, und am Freitag stehen unter anderem Daten zur Industrieproduktion in Deutschland sowie zum Verbrauchervertrauen in den USA auf der Agenda.





Angesichts der wenig optimistischen Erwartungen könnte es sein, dass wieder Firmennachrichten das Marktgeschehen dominieren. Denn die Quartalsberichtssaison nimmt weiter Fahrt auf, auch wenn dieses Mal zumindest in Deutschland die ganz großen Namen fehlen. So veröffentlicht am Mittwoch beispielweise Infineon seine Zahlen und am Donnerstag folgt Siemens Healthineers. In den USA geben dagegen einige der wichtigsten High-Tech-Werte bzw. Blue Chips ihre neuesten Ergebnisse bekannt. Dazu zählen AMD am Dienstag, Alphabet am Mittwoch sowie Amazon am Donnerstag.

Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 02.02.: Einzelhandelsumsätze in Deutschland; Einkaufsmanagerindizes für das produzierende Gewerbe in Deutschland und der Eurozone; ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA
Dienstag, 03.02.: Umfrage der Europäischen Zentralbank zur Bankkreditvergabe in der Eurozone
Mittwoch, 04.02.: Dienstleistungsindizes für Deutschland und die Eurozone; Verbraucherpreise in der Eurozone; Erzeugerpreise in der Eurozone; ADP-Arbeitsmarktbericht (USA); ISM-Dienstleistungsindex (USA); Werkaufträge in den USA
Donnerstag, 05.02.: Werkaufträge in Deutschland; Einzelhandelsumsätze in der Eurozone; Ergebnis der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank; Ergebnis der Ratssitzung der Bank of England
Freitag, 06.02.: Industrieproduktion in Deutschland; Handelsbilanz Deutschlands; US-Arbeitsmarktbericht; Verbrauchervertrauen der Universität Michigan (USA); Inflationserwartungen der Verbraucher in den USA

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!





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