ZEW-Konjunkturerwartungen: Wachstumsrisiken im Vordergrund - VP Bank
10.08.2021 13:40 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Die ZEW-Konjunkturerwartungen geben im August von 63.3 auf 40.4 nach. Es ist nun der dritte Rückgang in Folge und im August geben die ZEW-Konjunkturerwartungen erneut deutlich nach. Die Signale der vom ZEW befragten Finanzmarktanalysen könnten kaum eindeutiger sein: Ab dem vierten Quartal werden die BIP-Zuwächse geringer ausfallen. Mehr noch: Die Konjunkturrisiken rücken nach Einschätzung der Finanzmarktprofis wieder in den Vordergrund. Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der VP Bank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen! Dieser Bericht könnte Sie auch interessieren
Es ist aus unserer Sicht dennoch nicht zu befürchten, dass nun schon in Bälde die nächste Rezession droht. Die ZEW-Konjunkturerwartungen bereiten uns jedoch auf eine wesentlich geringere Wachstumsrate vor. Gegenwärtig laufen noch Post-Corona-Nachholeffekte. Klar ist, dass diese nicht ewig währen können. Darüber hinaus macht auch die Delta-Variante des Corona-Virus der Welt zu schaffen. Die bereits in Kraft getretenen Restriktionen im Reiseverkehr sind bereits eine konjunkturelle Belastung, kommen weitere Eindämmungsmassnahmen hinzu, könnte dies die Konjunktur erneut stark belasten.
Wie ausgeprägt die Wachstumsnormalisierung ausfällt, hängt also einmal mehr entscheidend vom Virusverlauf ab. Allerdings wird auch noch eine Rolle spielen, ob sich in den Schlussmonaten des Jahres die Materialknappheit endlich in Wohlgefallen auflöst. Das denkbar ungünstigste Szenario wäre, wenn das Abebben der Nachholeffekte im Dienstleistungssektor auf eine heftige vierte Corona-Welle und eine fortgesetzte Materialknappheit trifft. Dann würde ein positive Wachstumsrate im vierten Quartal tatsächlich zur Zitterpartie werden.ZEW Umfrage: Warnschuss vor den Bug, zahlreiche Imponderabilitäten belasten! - Nord LB
Soeben hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aktuelle Ergebnisse seiner monatlichen Konjunkturumfrage unter Volkswirten, Analysten und Fondsmanagern veröffentlicht.
Im August haben die ZEW-Konjunkturerwartungen einen deutlichen, dritten Dämpfer in Folge erhalten. Sie fallen von 63,3 auf nun 40,4 Punkte deutlicher als erwartet und sogar fast bis zum Tiefststand letzten Winters. Im historischen Vergleich bleiben aber auf einem noch recht hohen Niveau.
Dieser erhebliche Rücksetzer bei den Erwartungen muss natürlich mit der erneut positiveren Beurteilung der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation in Relation gesetzt werden: Die Lagekomponente zog nochmals von 21,9 auf 29,3 Saldenpunkte an. Dies ist zwar der höchste Wert seit Anfang 2019, allerdings nahm das Tempo der Aufhellung der aktuellen Lage nun schon deutlich ab.
Ein ähnliches Bild, bestehend aus schwächeren Konjunkturerwartungen bei verbesserter Lageeinschätzung, hatte bereits gestern ... diese News weiterlesen!
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