Börse am Morgen: Hornbach, Lindt & Sprüngli, Öl/Gas, Konjunkturdaten - Nord/LB
30.09.2026 07:56 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Laut dem Münchener Ifo-Institut sind EU-Schutzzölle gegen China nur begrenzt wirksam und können erhebliche wirtschaftliche Kosten sowie unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Höhere Importkosten belasten Verbraucher und Unternehmen, insbesondere exportorientierte Firmen, die auf chinesische Vorleistungen angewiesen sind, während geringerer Wettbewerbsdruck die Innovationskraft geschützter Branchen schwächen kann. Statt auf Zölle allein zu setzen, empfiehlt das Ifo eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sowie ein abgestimmtes Vorgehen der EU mit internationalen Partnern gegenüber China. Das Geschäftsklima im Euroraum hat sich im September überraschend eingetrübt. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) sank von 98,4 auf 97,9 Punkte und blieb damit deutlich unter den Erwartungen. Gleichzeitig verschlechterte sich auch das Verbrauchervertrauen, während die steigende Inflation und höhere Erdgaspreise die wirtschaftlichen Aussichten belasten. Die Entwicklung deutet auf eine nachlassende Dynamik der Konjunkturerholung im Euroraum hin. Tagesausblick Renten- und Aktienmärkte Während sich der deutsche Aktienmarkt robust präsentierte, zeigten die Indices an der Wall Street wenig Bewegung. DAX +0,10%; MDAX -0,04%; TecDAX +0,86%; Dow -0,26%; S&P 500 -0,17%; Nasdaq Comp. -0,09%. Unternehmen Lindt & Sprüngli hat aufgrund der schwachen Konsumnachfrage, hoher Preissensibilität der Verbraucher und belastender Wettereffekte im Hitzesommer seine Umsatzprognose für 2026 deutlich gesenkt und erwartet nun lediglich eine Stagnation bis maximal 2% Wachstum. Während die Nachfrage in GER, AT und CH enttäuschte, verzeichnete der Schokoladenhersteller jedoch weiterhin robustes Wachstum in Nordamerika und Asien. An seinem Margenziel hält Lindt fest und rechnet ab 2027 dank einer angepassten Preisstrategie sowie sinkender Kakaopreise wieder mit positivem Volumenwachstum. Devisen und Rohstoffe Die EU erwägt angesichts von Sorgen über steigende Energiepreise und mögliche Versorgungsengpässe im Winter, die ab 2027 vorgesehenen Methanauflagen für Öl- und Gasimporte um bis zu ein Jahr zu verschieben, ohne die Regeln grundsätzlich aufzuweichen. Hintergrund sind Befürchtungen, dass Lieferanten durch drohende Strafen von Exporten nach Europa abgeschreckt werden könnten, während mehrere EU-Staaten sowie die USA eine Aussetzung der Vorschriften fordern. Parallel signalisierte die Internationale Energieagentur (IEA) ihre Bereitschaft, bei Versorgungsproblemen und steigenden Kraftstoffpreisen weitere strategische Ölreserven freizugeben. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Heute dürfte ein umfangreiches deutsches Datenpaket die Aufmerksamkeit der hiesigen Märkte auf sich ziehen. Nachdem die Importpreise im Juli bereits um 6,8% Y/Y zugelegt hatten, lässt unsere Prognose von 8,0% Y/Y für August einen nochmals stärkeren Kostendruck aus dem Ausland erwarten. Auch bei den Verbraucherpreisen zeichnet sich nach zuletzt 2,9% Y/Y mit erwarteten 3,1% Y/Y keine Entspannung ab, während die stabile Arbeitslosenquote von 6,4% bei leicht steigender Arbeitslosigkeit noch keine Trendwende am Arbeitsmarkt erkennen lässt. Am Nachmittag folgen mit der ADP-Beschäftigung und den PCE-Preisdaten wichtige Signale aus den USA. Die Kombination aus verhaltener Beschäftigungsdynamik und erhöhtem Preisauftrieb dürfte insbesondere an den Renten- und Devisenmärkten Beachtung finden.
US-Staatsanleihen Kurse setzten am Dienstag ihre Verluste aus den letzten Tagen fort. 10-jährige US-Treasuries rentierten zwischenzeitlich bei 5,28%. Analoges Bild bei den Bondkursen aus der europ. Peripherie. Auch hier ging der Ausverkauf bei steigenden Renditen weiter.
Die Hornbach-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2026/27 dank einer starken Nachfrage nach saisonalen Heimwerkerprodukten ihren Umsatz um 6% auf EUR 3,8 Mrd. und das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) um knapp 5% auf EUR 285,6 Mio. gesteigert. Marktanteilsgewinne in Deutschland und Europa sowie die konsequente Preisstrategie und der Ausbau digitaler Angebote stützten die positive Entwicklung, während Hornbach mit der Übernahme von sechs Hellweg-Standorten und neuen Märkten in Österreich, der Slowakei und den Niederlanden weiter expandiert. Trotz geopolitischer Unsicherheiten bestätigte das Unternehmen seine Jahresprognose und erwartet weiterhin einen leicht höheren Umsatz sowie ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau.
Die europäische Gemeinschaftswährung fiel am Dienstag nach überraschend schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone (siehe ESI oben) zeitweise auf den niedrigsten Stand seit Ende Juni und notierte zwischenzeitlich (Intraday) sogar mit USD 1,1310 auf einem Dreimonatstief.
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