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Börse am Morgen: ArcelorMittal, BASF, Evonik, HelloFresh, Volkswagen, Konjunkturdaten - Nord/LB

28.09.2026 08:45 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Das Wachstum der Kreditvergabe an Unternehmen in der Euro-Zone hat sich im August auf hohem Niveau leicht abgeschwächt. Wie die Europäische Zentralbank mitteilte, legten die Darlehen an Firmen um 4,2% im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Im Vormonat hatte das Plus noch bei 4,4% gelegen, dem höchsten Wert seit rund 3 Jahren. Bei den privaten Haushalten verharrte das Wachstum der Kredite bei 3,1%. Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland ist wegen hoher Energiepreise schlecht wie seit Monaten nicht mehr. Das Barometer für das Konsumklima im Oktober fiel um 3,8 Punkte auf minus 30,6 Zähler. Das teilten die GfK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen zu ihrer Umfrage unter 2.000 Verbrauchern mit.

Wochenausblick
„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, so die Redewendung. Insofern ist es recht passend, dass am Dienstag v. a. Stimmungsindikatoren, wie z. B. das Verbraucher- und Industrievertrauen aus der Eurozone und teilweise aus den USA, zu erwarten sind. Die harten Daten – die Kontrollgruppe sozusagen – lassen dabei nicht lange auf sich warten. Zur Wochenmitte werden Inflationsdaten aus Deutschland und den USA gemeldet, welche angesichts der volatilen Notenbanken besonders im Rampenlicht stehen werden. Die Arbeitsmarktdaten aus Nordamerika und Europa runden das Bild zum Ende der Woche ab. Im Fokus der Anleger stehen zudem die Entwicklungen am Ölmarkt (s. u.) und den Anleihenmärkten nach den zuletzt rasant angestiegenen Renditen. Es taucht die Frage auf: Ist dies eine gesunde Normalisierung nach den Nullzinsjahren der jüngeren Vergangenheit, oder kommt es zum Beginn einer neuen Ära dauerhaft höherer Zinsen und Renditen?

Renten- und Aktienmärkte
Der weltweite Ausverkauf bei Staatsanleihen hat sich zum Wochenausklang fortgesetzt. In der Euro-Zone steuerten die Renditen auf den siebten wöchentlichen Anstieg in Folge zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die als Richtwert für die Euro-Zone gilt, war in der Spitze auf 3,6114% gestiegen - den höchsten Stand seit Juni 2009. Die Verkaufswelle erfasste auch die asiatischen Märkte. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen stieg zum Wochenschluss auf 3,121% und lag damit so hoch wie seit 1996 nicht mehr. In den USA, dem weltweit wichtigsten Anleihemarkt, war die Rendite der 30-jährigen Staatsanleihe auf bis zu 5,5016% geklettert. Damit lag sie auf dem höchsten Stand seit 2004. Die Verzinsung zehnjähriger US-Anleihen erreichte mit 5,2251% ein 19-Jahres-Hoch!

Nach einer durchwachsenen Börsenwoche hat sich der DAX mit Gewinnen in das Wochenende verabschiedet. Nach dem Dax-Rekord Ende August hatten stark gestiegene Ölpreise und Anleiherenditen die Anlegerstimmung getrübt. Zuletzt entspannte sich hier mit wieder aufgekommenen Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Nahostkonflikt die Lage etwas. DAX +0,56%; MDAX +0,81%; TecDAX +0,45% Gestützt auf Kursgewinne bei Chipaktien hat die Wall Street zum Wochenausklang zugelegt. Dow +0,93%;S&P 500 +0,51%;Nasdaq C. +0,48%

Unternehmen
Wegen einer überraschend geringen Nachfrage schraubt HelloFresh seine Jahresziele herunter. Der Umsatz werde wohl um 9-11% statt um 3-6% schrumpfen. Die Prognose für den operativen Gewinn sinke auf 350 - 370 von 375 - 425 Mio. EUR. Die Neukundengewinnung sei in den vergangenen Wochen wegen gekürzter Marketingausgaben hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Der Stahlkonzern ArcelorMittal verbucht wegen der Zerstörungen durch russische Raketenangriffe auf sein Werk in der Ukraine eine Abschreibung von rund 1 Mrd. USD. Die Wertberichtigung spiegele v. a. Schäden an Grundstücken, Anlagen und Ausrüstung wider, erklärte das Unternehmen am Freitag. Der Betrieb des Werkes in Krywyj Rih im Zentrum der Ukraine könne nicht sicher wieder aufgenommen werden.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF greift nach dem Essener Spezialchemiehersteller Evonik. Beide Unternehmen bestätigten am Freitag Sondierungsgespräche über eine milliardenschwere Übernahme, die die europäische Chemiebranche neu ordnen könnte.

Volkswagen steht offenbar vor dem größten Rückruf seit dem Dieselskandal vor mehr als einem Jahrzehnt. Betroffen von möglichen Problemen mit der Lenkung seien auch Fahrzeuge der Marken Skoda und Seat, berichtete das Handelsblatt. Der vom Kraftfahrt-Bundesamt gemeldete Rückruf umfasst insgesamt mehr als 4 Millionen Autos des VWKonzerns mit seinen verschiedenen Marken.

Rohstoffe
Die Ölpreise sind heute früh um mehr als 1% gestiegen, nachdem US-Präsident Trump einen iranischen Friedensplan zur Öffnung der Straße von Hormus abgelehnt hat.

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