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Börse am Morgen: TUI, Yen-Schwäche, Anleihen - Nord/LB

21.09.2026 10:42 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Die dt. Erzeugerpreise sind im August mit +4,6% gegenüber dem Vorjahr so stark wie seit April 2023 nicht mehr gestiegen (wobei insbesondere höhere Energiepreise (+8,3%) infolge des Iran-Kriegs und der Spannungen im Nahen Osten belasteten). Der zunehmende Preisdruck auf vorgelagerten Produktionsstufen gilt als Signal für steigende Verbraucherpreise und könnte die EZB in ihrem restriktiven geldpolitischen Kurs bestärken. Während Energie, Vorleistungs- und Investitionsgüter teurer wurden, verbilligten sich Nahrungsmittel deutlich, insbesondere Butter (-40,5%), Schweine- (-16,3%) und Rindfleisch (-9,3%).

Die Erholung im dt. Wohnungsbau setzt sich langsam, aber stetig fort. Im Juli stieg die Zahl der Baugenehmigungen um 1,9% auf 22.500 Wohnungen (während in den ersten sieben Monaten 2026 insgesamt 148.800 Wohnungen genehmigt wurden und damit 12,9% mehr als im Vorjahreszeitraum). Die zuletzt steigenden Genehmigungszahlen und die deutlich verbesserte Stimmung im Wohnungsbau nähren die Hoffnung auf eine Belebung der Auftragslage in den kommenden Monaten. Trotz der Aufhellung bleibt die Einschätzung der akt. Geschäftslage laut Ifo-Institut aber noch von einer gewissen Unzufriedenheit geprägt.

„Spare in der Zeit, so hast Du in der Not.“ Woher die genaue sprachliche Herkunft dieses Sprichwortes kommt, ist unbekannt. Was sicher ist: Es handelt sich um ein sehr altes, im dt. Sprachraum tief verwurzeltes Volkssprichwort. Unter dem it. EZB-Chef Mario Draghi wurden der Zeitwert des Geldes ja in der Vergangenheit schon ad absurdum geführt. Jetzt sitzt eine Französin an der Spitze der EZB. Der franz. Franc und die ital. Lira waren halt noch nie eine Deutsche Mark. In diesem Umfeld erhöhen die steigenden Risikoaufschläge auf it. Staatsanleihen die Finanzierungskosten der hochverschuldeten Länder Frankreich und Italien spürbar. Der it. Wirtschaftsminister Giorgetti warnt bspw. angesichts geop. Konflikte vor weiterem Inflationsdruck und einem beschleunigten Anstieg der Schuldenlast. Zugleich plant die it. Regierung trotz einer Staatsverschuldung von knapp 139% des BIP steuerliche Entlastungen, was den Konsolidierungsdruck auf den Staatshaushalt erhöht.

Wochenausblick
Der aufgestaute Redebedarf bei den US-Zentralbankern scheint groß zu sein, diese unterliegen bekanntlich im Vorfeld von Zinsentscheidungen einem teilweisen Redeverbot, um diese nicht ungewollt zu torpedieren. So beginnt diese Woche eben mit diversen Reden hochrangiger Vertreter der Fed, welche wichtige Hinweise auf die Strategie der Fed geben. Bei den ökonomischen Daten stehen die deutschen Einzelhandelsumsätze, die ifo-Stimmungsindikatoren und diversen europäischen PMIs im Fokus. Ein Highlight der Woche kommt außerdem aus der Schweiz. Die Geldpolitiker der Eidgenossenschaft werden aus unserer Sicht weiterhin eine Nullzinspolitik verfolgen wollen.

Renten- und Aktienmärkte
Börsianer waren zum Ende der letzten Woche gefangen in einem Potpourri aus Zinserhöhungsdissonenzen der großen, weltweiten Notenbanken und Sorgen über ausufernde Staatsverschuldung in Europa. Renditen 10jähriger it. BTPs stiegen bspw. zweistellig (+11bp) auf 4,44%, französische OATs gleicher Laufzeit sogar um 13bp auf 4,58%.

Steigende Zinsen sind Gift für den Aktienmarkt. Entsprechend die Vorzeichen an den Börsen. DAX und Europa schließen im Minus. DAX -1,60%; MDAX -1,16%; TecDAX -1,19%; Dow Jones -0,18%; S&P 500 +0,17%; Nasdaq Comp. +0,40%.

Unternehmen
Der Touristikkonzern TUI erhält 2027 einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Johan Lundgren übernimmt nach der HV im Februar das Amt von Dieter Zetsche (der nicht erneut kandidiert). Zetsche gehörte dem TUI-Aufsichtsrat seit 2018 an und steht dem Gremium seit 05/2019 vor.

Devisen
Im Kampf gegen die Yen-Schwäche hat die Bank of Japan am vergangenen Freitag das Leitzinsniveau um weitere 25bp erhöht (der Schlüsselsatz stieg auf 1,25% und damit auf den höchsten Stand seit 31 Jahren). Diese für den Devisenmarkt sehr wichtige Entscheidung konnte allerdings nicht konsensual getroffen werden. Gleich zwei Gegenstimmen müssen sicherlich als belastender Faktor für die japanische Währung betrachtet werden. Kazuo Ueda hat versucht, dieses Signal durch eher falkenhafte Kommentare zu relativieren. Er sieht einen regelrechten geldpolitischen Regimewechsel in Japan. Die alten Deflationsängste sind von ihm nun endgültig zu den Akten gelegt worden. Der Kampf gegen die Inflation rückt klar in den Fokus. Der Yen reagierte in diesem Umfeld prompt und geriet deutlich unter Druck. Irgendwie tun sich die Devisenhändler mit der Entscheidung der japanischen Zentralbank schwer. Ist der Yen jetzt überhaupt noch eine Carry-Trade-Währung oder wird das bald der Schweizer Franken?

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: TUI.

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