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Börse am Morgen: Adyen, Ottobock, Sixt, Thyssenkrupp, Börsentermine - Nord/LB

14.08.2026 08:07 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Osteuropa kompensiert Exportverluste in den USA und China: Die deutschen Ausfuhren in die 29 Länder Mittel-, Ost- und Südosteuropas stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 7,4% auf EUR 154,4 Mrd. und machten damit die Rückgänge im Handel mit den USA und China mehr als wett. Treiber waren vor allem Polen (+9,2% auf EUR 53,8 Mrd.) und Tschechien (+14,0% auf EUR 30,3 Mrd.), die zunehmend an Bedeutung für die deutsche Wirtschaft gewinnen. Der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft sieht Mittel- und Osteuropa als wichtige Wachstumsregion in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und zunehmendem Protektionismus. Der Handel mit Russland schrumpfte hingegen weiter deutlich, sodass das Land inzwischen nur noch Rang 49 unter Deutschlands Handelspartnern belegt.

Die Industrieproduktion im Euroraum stagnierte im Juni 2026 gegenüber dem Vormonat, während sie in der EU um 0,2% zulegte. Im Mai war die Produktion in beiden Regionen noch um 0,3% gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Industrieproduktion im Juni um 0,1% im Euroraum und um 0,6% in der EU.

Die US-Erzeugerpreise haben im Juli überraschend stagniert und damit die Inflationssorgen etwas gedämpft. Während Ökonomen mit einem Anstieg von 0,2% gerechnet hatten, blieben die Preise gegenüber dem Vormonat unverändert. Im Jahresvergleich lag der Zuwachs mit 4,7% ebenfalls leicht unter den Erwartungen von 4,9%.

Tagesausblick:
Heute stehen die Zahlen zu den US-Einzelhandelsumsätzen im Fokus. Aus den Autohäusern ist im Juli mit keinen stützenden Impulsen zu rechnen – eher im Gegenteil! Es könnten sich aber hilfreiche Effekte durch die „Soccer-WM“ zeigen.

Aktienmärkte
An den deutschen und europäischen Aktienmärkten war die Luft gestern dünn. Es fehlten starke Impulse, so dass die meisten Aktienindizes nur wenig verändert notierten. An der Wall Street trieben die durch die stagnierenden Erzeugerpreise weiter gedämpften Inflationssorgen in Kombination mit fallenden Ölpreisen die Kurse weiter nach oben. DAX -0,12%; MDAX -0,22%; TecDAX -0,11%; Dow Jones +0,13%; S&P 500 +0,65%; Nasdaq Comp. +0,81%.

Unternehmen
ThyssenKrupp hat den operativen Gewinn in Q3 2025/26 um 18% auf EUR 183 Mio. gesteigert. Besonders das Stahlgeschäft und der Werkstoffhandel trugen zur Ergebnisverbesserung bei. Für das Gesamtjahr hob der Konzern die Prognose für das bereinigte EBIT auf EUR 600 bis 900 Mio. an. Parallel treibt Vorstandschef Miguel Lopez den Umbau zu einer Finanzholding mit eigenständigeren Tochtergesellschaften voran.

Sixt hat in Q2 von einer starken Urlaubernachfrage in Südeuropa profitiert und Umsatz sowie Gewinn deutlich gesteigert. Die Erlöse stiegen um knapp 10% auf EUR 1,2 Mrd., der Vorsteuergewinn legte um 14,6% auf EUR 123 Mio. zu. Wachstumstreiber waren vor allem Spanien und Italien, während sich das Geschäft in den USA aufgrund des schwächeren Konsumklimas verhaltener entwickelte. Auch in Deutschland wuchs das Geschäft. Die Jahresprognose bestätigte das Unternehmen.

Der Prothesenhersteller Ottobock hat nach einem starken H1 seine Prognose angehoben und erwartet nun ein organisches Umsatzwachstum von 6 bis 8% und eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 27% (bisher: 5 bis 8% bzw. mindesten 26,5%). Der Umsatz stieg in H1 auf EUR 818,5 Mio., das bereinigte EBITDA legte um 18% auf EUR 207 Mio. zu. Wachstumstreiber war vor allem Europa (Ukraine-Krieg), während der schwache USD das Amerika-Geschäft belastete. Der Nettogewinn konnte sich auf EUR 67,3 Mio. mehr als verdoppeln.

Der niederländische Zahlungsdienstleister Adyen hat nach einem starken H1 und dank Übernahmen seine Umsatzprognose um 1 PP auf +21% bis +23% leicht angehoben. Die Anleger honorierten die gestrigen Zahlen und den optimistischeren Ausblick mit einem Kurssprung von über 17%, obwohl sich Adyen beim Margenausblick wegen der Zukäufe Talon.One und Orb etwas vorsichtiger zeigte. Die EBITDA-Marge dürfte 2026 rund einen Prozentpunkt unter dem Niveau von 2025 (53%) liegen. Bis 2028 peilt das Unternehmen jedoch weiterhin einen Anstieg auf über 55% an.

Devisen und Rohstoffe
Der USD gab leicht nach, nachdem die Inflationsdaten für Juli geringer als erwartet ausgefallen waren. Die nachlassenden Zinserhöhungserwartungen an die Fed belasteten. Marktteilnehmer sehen nun nur noch eine 40%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September. Sorgen über eine schwächere Ölnachfrage ließen gestern die Rohölpreise fallen.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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