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Zwischen KI-Euphorie, Zinssorgen und Iran-Konflikt – Märkte angespannt - BÖAG Kolumne

16.07.2026 13:58 Uhr - Autor: Martin Braun  auf twitter

Martin Braun, Börse Hannover, wirft einen Blick auf das Geschehen an den Aktienmärkten.

Iran-Krieg reloaded – so muss man die aktuelle Lage am Persischen Golf auf den Punkt bringen. Die USA greifen erneut Ziele im Iran an, dieser schlägt zurück und beide blockieren angeblich die Straße von Hormus. 20 Prozent Wegezoll stellt sich der US-Präsident vor, für eine sichere Durchfahrt und die Beseitigung eines Problems, das er selbst verursacht hat.

Die Ölpreise reagierten prompt, Brent-Öl stieg seit Freitag von 75 auf aktuell rund 86 Dollar, ein Plus von fast 15 Prozent. Damit schwinden einmal mehr die Hoffnungen auf sinkende Zinsen, denn steigende Energiepreise heizen nun mal die Inflation an und dämpfen das Wirtschaftswachstum. Die internationalen Aktienmärkte zeigen sich seit Montag uneinheitlich bis schwächer und sehr volatil. Der DAX hat nach dem Allzeithoch vom 6. Juli die Marke von 25.000 bereits wieder unterschritten. Während KI-nahe Unternehmen und Halbleiterwerte weiter im Fokus der Anleger stehen, werden die Magnificent Seven zunehmend zum Performance-Problem am US-Markt.

Waren sie bisher die entscheidenden Treiber es US-Aktienmarktes, so lässt ihre bisherige Kursentwicklung in 2026 eher zu wünschen übrig. Der Bloomberg Magnificent 7 Price Return Index, zu dem unter anderem Nvidia (WKN 918422), Alphabet (WKN A14Y6H) und Amazon (WKN 906866) gehören, legte bis Donnerstag (9.7.) lediglich um 1,8 Prozent zu, der Philadelphia Stock Exchange Semiconductor Index gewann seit Jahresanfang dagegen 83 Prozent. Insgesamt entwickelten sich die Magnificent Seven schlechter als 300 Unternehmen im S&P 500, repräsentieren jedoch ein Drittel der Marktkapitalisierung des Index. Ein Mega-IPO am US-Markt legte am Freitag der südkoreanische Chip-Spezialist SK Hynix (WKN A42D2T) hin, allerdings über die Platzierung amerikanischer Hinterlegungsscheine, den sogenannten ADRs. Mit einem Volumen von mehr als 26 Mrd. US-Dollar eine weitere Emission, die Kapital am Markt bindet. Nach Kursen von 175 Dollar pro ADR am Freitag, einer Korrektur von 15 Prozent am Montag, gelang gestern ein Sprung von 27 Prozent auf 194 Dollar. Das nennt man echte Volatilität, die mit einer marktgerechten Bewertung nur wenig zu tun hat.

Ihr Martin Braun, Börse Hannover

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der BÖAG Börsen AG, der Trägergesellschaft und Betreiberin der Wertpapierbörsen Hamburg, Hannover und Düsseldorf. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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