Börse am Morgen: ASML, BASF, PayPal und Ölpreis - Nord/LB
16.07.2026 07:58 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat sich in Q2 wegen einer schwachen Inlandsnachfrage und des Ölpreisschocks im Zuge des IranKrieges stärker als erwartet verlangsamt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von April bis Juni um 4,3% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie die Regierung mitteilte. Die Politik kämpft damit, die wachsende Kluft zwischen dem starken (KI-gestützten) Export und der schwachen Nachfrage der privaten Haushalte sowie den geringen Investitionen der Unternehmen zu schließen. Die US-Hersteller haben ihre Preise zuletzt überraschend gesenkt und damit Inflationssorgen etwas gedämpft. Die Erzeugerpreise sanken im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,3%, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Ökonomen hatten eine Stabilisierung auf dem Vormonatsniveau erwartet. Im Mai hatte sich noch ein Plus von 0,6% ergeben und im April ein Zuwachs von 1,1%. Die Erzeugerpreise dienen als frühe Hinweisgeber für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Tagesausblick Aktienmärkte Positiv aufgenommene Konjunkturdaten und überraschend starke Firmenbilanzen (wiederholt vom Finanzsektor) stützen zur Wochenmitte die Wall Street. Nach den starken Zahlen von Goldman Sachs, JPMorgan und Bank of America sorgte gestern auch Black Rock für gute Stimmung - gesunde Banken sind in der Regel ein positives Signal für die Gesamtwirtschaft. Für Gesprächsstoff sorgte u. a. PayPal mit einem Kurssprung von 17%. Der unter Druck stehende US-Zahlungsdienstleister ist Insidern zufolge ins Visier des Konkurrenten Stripe und des Finanzinvestors Advent International geraten. Die beiden Unternehmen hätten Anfang des Monats ein gemeinsames Angebot von USD 60,50 je PayPal-Aktie unterbreitet. Dow Jones +0,29%; S&P 500 0,38%; Nasdaq Comp. +0,62%. Unternehmen Rohstoffe Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Der heutige Handelstag wird newsseitig besonders von den USA geprägt sein. Besonders die Einzelhandelsumsätze für den Juni sind dabei von Interesse, da den Konsumenten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine besondere Rolle zukommt. Das Umsatzwachstum dürfte sich im Bereich um die Nulllinie bewegen – man könnte fast von vorgezogener Sommerflaute sprechen. Außerdem wird der NAHB-Index voraussichtlich darstellen, dass der US-Immobilienmarkt weiterhin leidet. Die „Affordability“-Krise geht weiter, was vor allem auch an den hohen Zinsen liegt. Die 30-jährigen durschn. Hypothekenzinsen sind bspw. mit einem Level von rund 6,5% weiterhin ausgesprochen hoch. Auf der Unternehmensseite läutet der Streaminganbieter Netflix mit seinen Quartalsergebnissen die Bilanzsaison der USTechnologiebranche ein. Dabei steht der Konzern unter Druck, Investoren von seiner Wachstumsstrategie zu überzeugen, da die Nutzerbindung mit der wachsenden Konkurrenz durch traditionelle Medien, YouTube und mobile Angebote zuletzt schwächelte.
Vor dem Beginn der Quartalsberichtssaison der Unternehmen wagten sich die Anleger hierzulande jüngst kaum aus der Deckung. Für ein erstes Highlight sorgte das niederländische Börsen-Schwergewicht ASML. Der Hersteller von Produktionsanlagen für die Halbleiterfertigung veröffentlichte starke Quartalszahlen und schraubte das Umsatzziel für das laufende Jahr noch weiter nach oben. Der hiesigen Halbleiterbranche halfen die Zahlen aber nur teilweise. Der DAX gab nach seiner jüngsten Konsolidierung wieder nach. DAX -0,59%; MDAX -0,00%; TecDAX -0,98%.
BASF hat nach einem überraschend starken Q2 seine Gewinnprognose für das lfd. Jahr angehoben. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) soll 2026 nun zwischen 6,9 und 7,7 Mrd. EUR liegen (bislang 6,2 - 7,0 Mrd. EUR). Im abgelaufenen Quartal kletterte das bereinigte Ergebnis nach vorläufigen Zahlen auf 2,4 (VJ: 1,6) Mrd. EUR und übertraf damit die Analystenschätzungen deutlich. Der Umsatz stieg dank höherer Preise und einer anziehenden Nachfrage um 16% auf 17,2 Mrd. EUR.
Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten haben die Ölpreise den dritten Tag in Folge steigen lassen. Damit verharren die Preise auf dem höchsten Stand seit etwa einem Monat. Die USA verhängten eine Blockade iranischer Häfen, nachdem der Iran erneut die für Energietransporte wichtige Straße von Hormus gesperrt hatte. Daraufhin drohten die iranischen Revolutionsgarden mit der Schließung weiterer wichtiger Schifffahrtswege. Der Iran könnte Analysten zufolge die mit ihm verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen dazu veranlassen, die Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer zu blockieren. Zwei der weltweit wichtigsten Öltransportrouten wären damit gefährdet.
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