Börse am Morgen: Barry Callebaut, Iran-Krieg, Konjunkturdaten, Aluminium - Nord/LB
17.04.2026 08:08 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Die dt. Industrie verlagert Investitionen zunehmend ins Ausland. Laut einer Sonderauswertung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) planen 2026 bereits 43% der Industriebetriebe Auslandsinvestitionen, drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Treiber ist vor allem das Kostensenkungsmotiv, das mit 41% den höchsten Wert seit 2003 erreicht hat. Gründe sind steigende Kosten, strukturelle Standortprobleme und die schwache Konjunktur in Deutschland, wodurch Unternehmen zunehmend Vertrauen in die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts verlieren. Der durch den Nahost-Krieg ausgelöste Ölpreisanstieg hat die Inflation im Euroraum im März auf 2,6% und damit deutlich über das EZB-Ziel von 2,0% getrieben (Daten EU-Statistikamt Eurostat). Damit liegt die Teuerungsrate sowohl über der vorläufigen Schätzung als auch klar über dem Februarwert von 1,9%. Vor der anstehenden Zinssitzung dürfte die EZB angesichts des erneuten Inflationsdrucks besonders vorsichtig agieren. Dies bestätigt auch eine Aussage von EZB-Ratsmitglied Madis Müller (estnischer Notenbankchef) auf der Frühjahrstagung des IWF und der Weltbank in Washington. Laut Madis verfügt die Europäische Zentralbank womöglich noch nicht über ausreichende Daten, um die Notwendigkeit einer Zinserhöhung beurteilen zu können. In die gleiche Kerbe schlägt Olli Rehn: „Besonnenheit und Urteilsvermögen werden über Eile siegen, und keine Entscheidungen sind im Voraus festgelegt“. Für die folgende EZB-Sitzung im Juni sieht das aber wohl schon anders aus! Tagesausblick Aktien- und Rentenmärkte Unternehmen Devisen und Rohstoffe Die Sorge vor einem Angebotsdefizit infolge des Nahost-Kriegs hat den Aluminiumpreis auf USD 3.672/t und damit auf den höchsten Stand seit März 2022 gehievt (Vier-Jahreshoch), ein Plus von rd. 17% seit Kriegsbeginn. Produktionsausfälle und Schäden an Aluminiumhütten im Nahen Osten, die zuletzt rund neun Prozent des weltweiten Angebots stellten, verschärfen die Lage zusätzlich, während sinkende Lagerbestände den Preisdruck erhöhen. Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Heute erleben wir eine echte Seltenheit im ökonomischen Kalender, denn bezüglich unserer betrachteten Volkswirtschaften gibt es heute: Nichts. Das stimmt allerdings nur bedingt, denn es werden zwar tatsächlich keine harten Konjunkturdaten veröffentlicht und auch die Notenbanker haben ihr rhetorisches Pulver für diese Woche bei der IWF-Konferenz aufgebraucht. Es gilt aber natürlich den Iran-Konflikt im Auge zu behalten, denn hier gab es zuletzt dezente Hinweise auf hinter den Kulissen stattfindende Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Zum Ende der Handelswoche könnte es also im Tagesverlauf doch noch zu der ein oder anderen Überraschung kommen.
Der zweiwöchige Iran-Waffenstillstand ist zur Zeit gerade kaum eine Woche alt. Fazit: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Trotzdem oder gerade deshalb sind die Börsen bisher ausgesprochen zurückhaltend. Es fühlt sich an als wäre man on-hold. Wann wird die Strasse von Hormus denn nun wieder final geöffnet? Diese Gretchen-Frage bleibt das Gebot der Stunde. Wir wissen es einfach nicht. Der dt. Leitindex schließt in diesem Umfeld leicht im Plus. An der Wall Street ein ähnliches Bild. Auch an den Rentenmärkten herrscht eine abwartende Stimmung.
Der weltgrößte Schokoladenhersteller Barry Callebaut leidet unter einer schwachen Konsumlaune und hat nach einem Absatzrückgang seine Ziele für 2025/26 gesenkt: Statt Stagnation erwartet der Konzern nun ein Absatzminus von ein bis drei Prozent und einen Rückgang des bereinigten EBIT im mittleren zweistelligen Prozentbereich. Im ersten Halbjahr sank der Absatz bereits um 6,9%; als Gründe nennt das Management geringere Nachfrage, Lieferunterbrechungen und Überkapazitäten im Wettbewerb. Trotz eines um 5,7% gesunkenen bereinigten EBIT stieg der Nettogewinn aber dank niedrigerer Finanzierungs- und Steuerkosten deutlich. Für die Aktie war die gesenkte Prognose kein Zuckerschlecken. Im Tagesverlauf musste man gestern einen Verlust von fast 17% verkraften.
Der Dt. Raiffeisenverband (DRV) hat seine Vorschätzung zur dt. Getreideernte 2026 leicht nach oben angepasst und erwartet nun 43,85 Mio. t (rd. 0,17 Mio. t mehr als im März). Die Winterweizenernte wird derweil nur noch auf 20,94 Mio. t geschätzt und liegt laut Ausblick damit um 1,63 Mio. t unter dem Vorjahresniveau. Der aktuelle Weizenpreis an der MATIF in Paris notiert derzeit bei rd. EUR 195/t. Der September?2026?Kontrakt wird aktuell bei etwa rd. EUR 204 – 205 /t gehandelt.
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