Börse am Morgen: BP, EnBW, Hapag-Lloyd, Maersk, RWE - Nord LB Marktbericht
16.01.2026 07:40 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Die dt. Wirtschaft ist im Jahr 2025 erwartungsgemäß zu leichtem Wachstum zurückgekehrt. Nach zwei Rezessionsjahren legte das reale Bruttoinlandsprodukt immerhin um 0,2% zu. Während die Binnennachfrage einen kräftigen Wachstumsbeitrag lieferte, belasteten Unsicherheiten über die Handels- und Geopolitik, höhere Zölle sowie ein schärferer Wettbewerb mit chinesischen Herstellern die deutsche Industrie und Exportwirtschaft. Der Export schrumpfte das dritte Jahr in Folge. Zudem gingen noch einmal die Investitionen zurück. Dies wird sich durch die Impulse der Fiskalpolitik im laufenden Jahr ändern, zudem bremst die Geldpolitik der EZB nicht mehr. Die Chancen für eine zyklische Belebung stehen somit besser, als die öffentliche Stimmungslage suggeriert. Wir rechnen mit einem realen BIP-Wachstum von 1,1%. Im dt. Großhandel ziehen die Preise erstmals seit 2023 wieder an (im 2025er-Jahresdurchschnitt um insgesamt 1,0%). 2024 kam es noch zu einem Preisrückgang von 1,3%. Starke Preistreiber auf Großhandelsebene waren Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze (+26,2%), gefolgt von Backwaren, Süßwaren und Zucker (+14,7%). Für Fleisch und Fleischwaren fiel der Anstieg mit 7,4% etwas geringer aus, aber auch Eier, Milch, Milcherzeugnisse, Nahrungsfette und Speiseöle legten auf Großhandelsniveau um 5,7% zu. Während es beim dt. BIP zu erfreulichen Signalen kommt, trübt sich die Stimmung im Wohnungsbau wieder leicht ein. Der vom Münchner Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex fällt im Dezember von -19,3 auf -20,6 Punkte. 47,7% der Unternehmen berichten von zu wenig Aufträgen (zuvor 47,0%). Auch die Stornierungen nehmen zu. 11 5% der Firmen melden Absagen bei Bauprojekten (zuvor 11,0%). Tagesausblick Aktienmärkte DAX +0,26%; MDAX +0,53%; TecDAX +0,07%; Dow Jones +0,60%; S&P 500 +0,26%; Nasdaq Comp. +0,26%. Unternehmen Nach zwei Jahren der Unterbrechung plant die Reederei Maersk wieder die Aufnahme der Routen durch das Rote Meer und den Suezkanal (erste reguläre Fahrt ist für den 26. Januar von Oman startend avisiert). Auch Hapag-Lloyd prüft die Wiederaufnahme, ist aber noch unentschlossen. Die Route ist zentral für den Welthandel und hat großen Einfluss auf Frachtrachten. Devisen Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Neben finalen Inflationsdaten aus Deutschland steht heute Nachmittag vor allem der Immobilienmarkt der USA im Fokus der Märkte. Der NAHB Bauklimaindex wird für den Januar veröffentlicht und präsentiert damit eine Stimmungsindikation für den dortigen Häusermarkt. Der von der „Affordability“- Krise gebeutelte Sektor der US-Ökonomie hatte im vergangenen Jahr eine regelrechte „Saure-Gurken-Zeit“ zu verdauen und ganz zentral unter den hohen Zinsen zu leiden. Es bahnen sich allerdings Initiativen an, welche diesem Problem möglicherweise nachhaltig Abhilfe schaffen sollen. Allzu optimistische Erwartungen hegen wir für den Anfangsmonat des neuen Jahres aber noch nicht.
Die derzeitigen geopolitischen, weltweiten Unruheherde lassen den dt. Leitindex nicht unberührt. An der Börse manifestierte sich am Donnerstag den zweiten Tag in Folge eine eher abwartende Zurückhaltung. Die große Wall Street gibt aber den Ton vor. Steigende Kurse von US-Bank- und Technologiewerten verbesserten die Stimmung. Zum Handelsschluss blieb beim DAX ein kleines Plus von 66 Punkten.
EnBW muss aufgrund zweier Offshore-Windparkprojekte (Mona und Morgan) in Großbritannien rd. EUR 1,2 Mrd. abschreiben. Der Energiekonzern ist in der letzten Vergaberunde leer ausgegangen und wird keine staatliche Förderungen erhalten. Neben dem Wegfall der Subventionen belasteten zusätzlich, rückläufige Stromund Großhandelspreise, steigende Kosten in der Lieferkette, sowie höhere Zinsen die Wirtschaftlichkeit. Die potentielle Gesamtleistung von Mona und Morgan lag bei drei Gigawatt. Ursprünglich wollten die Karlsruher die Parks mit dem britischen Ölriesen BP realisieren. Die staatliche Ausschreibung hat aber jetzt der dt. Konkurrent RWE quasi im Alleingang gewonnen (insgesamt erhält RWE für fünf Projekte mit einer Größe von rd. 7 GW eine feste staatliche Vergütung über 20 Jahre). Projektpartner BP hatte bereits am Mittwoch mitgeteilt wieder verstärkt in die Exploration fossiler Energien zu investieren und Abschreibungen von bis zu USD 5,0 Mrd. für Q4 angekündigt.
Die europ. Gemeinschaftswährung schwächelte ggü. dem Greenback gestern etwas. Kurzeitig ging es sogar unter die 1,16-Marke.
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