USA: BIP-Wachstum fast schon wie bei einem „Tigerstaat“ auf dem Sprung! - Nord LB
29.04.2021 15:15 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Soeben wurde das BIP-Wachstum der USA für das I. Quartal veröffentlicht. Nach der ersten vorläufigen Bekanntgabe des Bureau of Economic Analysis kam es im Winterquartal zu einem deutlichen Zuwachs der Wirtschaftsaktivität um 6,4% Q/Q (annualisiert) – nahe den Prognosen. Die Jahresrate verließ den Negativbereich und zog an auf 0,4%. Der „Once-in-a-Lifetime-Recession“ im II. Quartal letzten Jahres mit einem Einbruch um -31,4% Q/Q (ann.) und dem raketenhaften Anstieg im III. Quartal um 33,4% Q/Q folgten zwei solide Quartalszuwächse um 4,3% und 6,4%. Die heutigen Zahlen bestätigen, dass sich die konjunkturelle Erholung fortsetzt – sie sogar noch etwas an Dynamik gewinnt. Die Überwindung der Pandemie ist zwar längst nicht erfolgt und auf „Main Street“ in den USA ist trotz zügig verlaufender Impfkampagnen noch nicht alles wieder im grünen Bereich. Zumindest in den gesamtwirtschaftlichen Wachstumszahlen sind aber – wie bereits seit längerem in „Wall Street“ – klar erfreuliche Anzeichen von „Back to Normal“ erkennbar! Die Unterkomponenten bestätigen die im Vorfeld im Grunde erwarteten Tendenzen. So lieferte der Konsumbereich einen deutlichen höheren Wachstumsbeitrag als im Vorquartal (diesmal 7%-Punkte). Der Konsum ist also erneut DIE Wachstumslokomotive! Die Ausrüstungs- und die Wohnbauinvestitionen generierten ebenfalls Wachstumsbeiträge von 1,5%- bzw. 0,5%-Punkte wie auch die Staatsausgaben (1,1%-Punkte). Dagegen gehörten der gewerbliche Bau (-0,1%-Punkte), der Außenbeitrag (-0,9%-Punkte) sowie die Vorräte (-2,6%-Punkte) zu den Wachstumsbremsen. Insbesondere auf den privaten Konsum ist wieder Verlass: Er sorgte bereits im durch hohe Infektionszahlen und wirtschaftlichen Restriktionen geprägten I. Quartal für dennoch starkes Wachstum. Angesichts der zügig verlaufenden Impfkampagne, der Rücknahme von Lockdownmaßnahmen in vielen Bundesstaaten und der nun tatsächlich auch rückläufigen Todesfallzahlen sind die USA auf gutem Wege, die Pandemie hinter sich zu lassen. Die staatlichen Ausgabenprogramme werden dazu sicherlich auch beitragen: Neben dem bereits beschlossenen Relief Package über 1,9 Bill. USD liegen die von Biden vorgeschlagenen Infrastrukturplan über 2,25 Bio. USD und Sozialplan über 1,8 Bio. USD für Abstimmungen auf dem Tisch. Zudem machte US-Notenbankchef Powell auf der gestrigen FOMC-Sitzung unmissverständlich klar, dass die Geldpolitik auch noch länger den expansiven Kurs fortsetzen wird. Und die Verbraucher haben während der Krise aufgrund fehlender Ausgabemöglichkeiten massiv ihr Sparvolumen erhöht, was sicherlich einen „Kaufrausch“ in den kommenden Monaten auslösen kann. Insofern wird die Konjunktur noch weiter an Dynamik gewinnen. Nach 6,4% Q/Q (ann.) veranschlagen wir für das II. Quartal ein BIP-Anstieg von über 7% Q/Q (ann.), für das III. Quartal von nochmals 4% Q/Q (ann.). Mit solch hohen Wachstumsraten können die USA fast schon in den Kreis der sogenannten „Tigerstaaten“ aufgenommen werden! Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Fazit: Im I. Quartal 2021 ist das BIP in den USA um 6,4% (ann.) gestiegen, was nahe den Erwartungen liegt. Die Überwindung der Pandemie ist zwar noch nicht erfolgt und auf „Main Street“ ist trotz zügig verlaufender Impfkampagnen noch nicht alles wieder im grünen Bereich. Zumindest in den gesamtwirtschaftlichen Wachstumszahlen sind aber – wie bereits seit längerem in „Wall Street“ – klar erfreuliche Anzeichen von „Back to Normal“ erkennbar. Die staatlichen Ausgabenprogramme werden dazu sicherlich auch beitragen. Zudem machte US-Notenbankchef Powell auf der gestrigen FOMC-Sitzung klar, dass die Geldpolitik noch länger den expansiven Kurs fortsetzen wird. Und die Verbraucher haben während der Krise aufgrund fehlender Ausgabemöglichkeiten ihr Sparvolumen massiv erhöht, was einen „Kaufrausch“ auslösen kann. Insofern wird die Konjunktur noch weiter an Dynamik gewinnen. Für das II. Quartal erwarten wir ein BIP-Anstieg über 7% Q/Q (ann.). Das sind Wachstumsraten in den USA fast schon wie bei den legendären „Tigerstaaten“ auf dem Sprung!
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