Spritpreise: Raketenstart beim Anstieg, Federflug beim Rückgang - DZ BANK
Seit Anfang März ist die Straße von Hormus blockiert – Autofahrer in Deutschland spüren das täglich an der Zapfsäule. Allein in der ersten Woche nach Ausbruch des Iran-Krieges stieg der Benzinpreis um 13 Prozent, Diesel knackte schon nach vier Tagen die Marke von zwei Euro pro Liter. Zuvor lag der Preis bei rund 1,75 Euro. „Ein Anstieg des Brent-Ölpreises um zehn US-Dollar je Barrel schlägt mit etwa fünf bis sechs Cent je Liter Benzin durch – bei Diesel ist der Effekt sogar noch etwas stärker”, erklärt DZ BANK Analystin Linda Yu.
Besonders auffällig ist: Preiserhöhungen erreichen die Zapfsäule schon nach wenigen Tagen, Senkungen brauchen dagegen über zwei Wochen. Dieses Phänomen nennen Experten den „Rockets-and-Feathers-Effekt" – Preise schießen raketenhaft nach oben und gleiten federleicht nach unten. Das liegt insbesondere daran, dass der Markt von wenigen großen Konzernen dominiert wird.
Vom aktuellen Tankrabatt der Bundesregierung erwartet die Analystin keine strukturelle Entlastung – schon 2022 sei die Steuersenkung nur im ersten Monat vollständig weitergegeben worden, danach hätten die Konzerne über höhere Margen deutliche Gewinne gemacht.
Hoffnung gibt es dennoch: Yu rechnet damit, dass der Brent-Ölpreis in den kommenden Monaten in Richtung 90 US-Dollar und perspektivisch sogar auf 70 US-Dollar je Barrel zurückgeht. „Auf Sicht von zwölf Monaten wären dann wieder Benzinpreise um 1,80 Euro und Dieselpreise etwas über 1,70 Euro je Liter realistisch”, erklärt die Analystin.
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