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Börse am Morgen: SAP, Wienerberger, Euro, Öl und Konjunkturdaten - Nord/LB

07.10.2026 08:19 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Der Auftragseingang der dt. Industrie ist im August überraschend um 10,6% gegenüber dem Vormonat eingebrochen und damit deutlich stärker als von Ökonomen erwartet. Hauptursache war das Ausbleiben von Großaufträgen im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge); ohne diesen Effekt hätte der Rückgang lediglich 0,1% betragen. Trotz des Dämpfers bleibt das Grundbild positiv. Die Auftragslage hat sich seit Herbst 2025 verbessert, die Auftragsbücher sind gut gefüllt und die Industrie gilt als stabilisiert, auch wenn von einem Boom noch nicht gesprochen werden kann.

EBA-Chef François-Louis Michaud warnt trotz der aktuell hohen Profitabilität europ. Banken vor Selbstzufriedenheit. Künftige Belastungen durch hohe Staatsverschuldung, geopolitische Risiken, mögliche Verschlechterungen der Kreditqualität, steigende Kosten sowie Cyberrisiken könnten die Ertragslage unter Druck setzen. Gleichzeitig setzt sich die EBA für eine Vereinfachung regulatorischer Anforderungen ein, um die Wettbewerbsfähigkeit der Banken zu stärken, ohne die Kapitalanforderungen zu senken.

Der Einzelhandel im Euroraum verzeichnete im August lediglich ein leichtes Umsatzplus von 0,1% (gegenüber dem Vormonat) und blieb damit hinter den Erwartungen von Marktbeobachtern zurück. Während die Umsätze mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren um 0,1% sowie im Non-Food-Bereich (ohne Kraftstoffe) um 0,5% zulegten, folgte die Entwicklung im August auf einen Rückgang von 0,6% im Juli. Tagesausblick: Heute liefert die deutsche Industrieproduktion einen weiteren Hinweis auf die Verfassung des produzierenden Gewerbes. Nach dem Rückgang im Juli erwarten wir für August eine Gegenbewegung um 0,5% M/M und ein Plus von 1,0% Y/Y. Dies wäre zwar ein Zeichen der Stabilisierung, angesichts der wechselhaften Entwicklung der vergangenen Monate aber noch kein belastbarer Aufwärtstrend.

Aktien- und Rentenmärkte
Die US-Aktienmärkte starteten am Dienstag freundlich in den Handel und erreichten neue Rekordstände bei S&P 500 und Nasdaq 100 (unterstützt durch eine einsetzende Entspannung an den Öl- und Anleihemärkten sowie die anhaltende Stärke der Technologiewerte). Der Dow Jones legte Intraday auf bis zu 51.666 Punkte zu, während S&P 500 und Nasdaq 100 ebenfalls jeweils rd. 0,6% resp. 0,5% gewannen und bei 7.844,52 bzw. 31.361,369 Punkten neue Höchststände markierten. Bereits zuvor waren in Europa die Börsenampeln auf grün gesprungen. Länderübergreifend auch hier pos. Vorzeichen auf dem europ. Parkett.

DAX +0,77%; MDAX +0,38%; TecDAX +0,71%; Dow Jones +0,49%; S&P500 +0,58%; Nasdaq C. +0,45%.

Unternehmen
Wienerberger senkt aufgrund der anhaltend schwachen Baukonjunktur erneut seine Prognose und erwartet für 2026 nun nur noch ein EBITDA von EUR 640 bis 650 Mio. (nachdem die Zielmarke bereits im Juli auf rund EUR 700 Mio. reduziert worden war). Belastend wirken vor allem die schwachen Neubauaktivitäten in den USA, Kanada und UK, worauf der Baukonzern mit verschärften Kostensenkungsmaßnahmen reagiert.

SAP übernimmt den belgischen KI-Spezialisten TechWolf, um sein Angebot für KI-gestützte Personal- und Kompetenzplanung auszubauen. Der Abschluss der Transaktion wird noch vor Jahresende erwartet. TechWolfs Technologie analysiert Fähigkeiten und Tätigkeiten von Mitarbeitenden und unterstützt Personalabteilungen bei Entscheidungen zu Einstellungen, Umschulungen und Versetzungen. Das 2018 gegründete Unternehmen soll nach der Übernahme unter CEO Andreas De Neve als eigenständige Gesellschaft weitergeführt werden.

Devisen und Rohstoffe
Die europ. Gemeinschaftswährung bleibt weiter angezählt, auch wenn es gestern zu einer leichten Relief Rallye kam. Das zum Beginn der Handelswoche erreichte 17-Monats-Tief ggü. dem Greenback (1,1164 USD) bleibt in Reichweite. Aber auch gegenüber dem britischen Pfund, dem Schweizer Franken und dem japanischen Yen verlor der Euro zuletzt deutlich an Wert. Hauptursache sind die wachsenden Sorgen um Frankreichs hohe Staatsverschuldung und die stark gestiegenen Renditen französischer Staatsanleihen (welche Ängste vor einer Ansteckung anderer Euro-Länder schüren). Devisenhändlersehen den Euro daher weiterhin anfällig für Kursverluste.

Die Ölpreise setzten am Dienstag ihre zarten Entspannungstendenzen fort, da trotz der anhaltenden geopolitischen Spannungen wieder größere Rohölmengen durch die Straße von Hormus transportiert werden und Saudi-Arabien mit Preisnachlässen für seine Sorte Arab Light um Marktanteile kämpft (für asiatische Kunden wurde der Preis für Arab Light bspw. auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren gesenkt).

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