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Höhere Energiepreise lassen die Inflation in der Eurozone auf 3,8 Prozent im September klettern - DWS

02.10.2026 15:21 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Ulrike Kastens, Senior Economist bei der Fondsgesellschaft DWS. Bild und Copyright: DWS.

Die Inflation in der Eurozone ist im September stärker als erwartet von 3,2 auf 3,8 Prozent geklettert. Dies ist der höchste Stand seit September 2023. Wie auch in den Vormonaten waren es vor allem die Energiepreise, die mit einem Preisanstieg von 18,8 Prozent der Haupttreiber waren. Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise verläuft mit 1,4 Prozent dagegen noch moderat. Nur die Preise für unverarbeitete Lebensmittel, also unter anderem frisches Gemüse, haben sich wegen der Hitzewelle im Sommer von 2,7 Prozent im August auf 4,0 Prozent im September erhöht. Hier ist in den kommenden Monaten mit einem weiteren deutlichen Anstieg zu rechnen.

Beim unterliegenden Preisdruck ist nach wie vor keine nennenswerte Beschleunigung erkennbar. Die Kerninflation stieg im September zwar leicht von 2,4 auf 2,5 Prozent. Ausschlaggebend war vor allem die etwas höhere Teuerung bei Dienstleistungen von 3,2 Prozent, die in einigen Ländern durch Preissteigerungen im Zusammenhang mit der Urlaubssaison beeinflusst wurde.

In den kommenden Monaten könnte der derzeit hohe Ölpreis die Gesamtinflation in Richtung 4 Prozent treiben. Ein ähnlich deutlicher Anstieg der Kerninflation ist jedoch nicht zu erwarten, da das Lohnwachstum voraussichtlich verhalten bleiben wird. Für die Europäische Zentralbank (EZB) besteht dennoch Anlass zur Wachsamkeit. Gleichzeitig haben sich die Finanzierungsbedingungen durch den Renditeanstieg der vergangenen Wochen deutlich verschlechtert. Dies dürfte in einigen Ländern die Konjunkturrisiken erhöhen. Insgesamt spricht diese Gemengelage – zumindest kurzfristig – gegen rasche weitere geldpolitische Schritte der EZB.

Ulrike Kastens, Senior Economist

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der DWS. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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