Börse am Morgen: BYD, KI-Aktien, Lufthansa, Rohöl, Anleihen - Nord/LB
15.09.2026 08:11 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Für viele Menschen bleibt die Begleichung von Strom- und Gasrechnungen eine finanzielle Belastung. 2025 lebten rund 3,8 Mio. Menschen bzw. 4,6% (2024: 5,0%) der Bevölkerung in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Versorgern, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Besonders betroffen sind Mieterhaushalte mit einem Anteil von 5,8%, während dieser bei Eigentümerhaushalten bei 3, % lag. Auch Wohnungsnebenkosten belasten viele Haushalte. Im August 2026 lagen sie 3,1% über dem Vorjahresniveau und stiegen damit etwas stärker als die Verbraucherpreise insgesamt (+2,9%). Laut einer Bitkom-Umfrage nutzen inzwischen 57% der Unternehmen Künstliche Intelligenz, nach 36% im Vorjahr und 20% vor zwei Jahren. Weitere 38% prüfen oder planen den Einsatz. Trotz der schnellen Verbreitung sehen sich neun von zehn Unternehmen beim Ausschöpfen des KI-Potenzials noch am Anfang. Gleichzeitig berichten zwei Drittel der KI-Anwender von einer verbesserten Wettbewerbsfähigkeit. Die Investitionen steigen weiter, während Datenschutz, regulatorische Unsicherheiten und fehlendes Know-how als größte Hürden gelten. Zugleich wächst die Sorge vor Wettbewerbsnachteilen: Rund ein Drittel der Unternehmen sieht durch KI sogar die eigene Existenz bedroht. Deutsche Unternehmen haben ihre Investitionen in China im ersten Halbjahr laut einer IW-Analyse auf EUR 5,6 Mrd. erhöht, rund ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit liegt das Engagement jedoch im langfristigen Durchschnitt. Der Ausbau wird zunehmend aus vor Ort erwirtschafteten Gewinnen finanziert. Gleichzeitig drosselten deutsche Firmen ihre Investitionen in den USA um fast zwei Drittel auf EUR 4,3 Mrd. Hintergrund sind unter anderem die handelspolitischen Spannungen und Zölle der US-Regierung. Tagesausblick Renten- und Aktienmärkte Zunehmende Forderungen nach einer Regulierung von Künstlicher Intelligenz belasteten die Titel von KI-Profiteuren an den Aktienmärkten weltweit. Weiter steigende Ölpreise sowie Befürchtungen über mögliche Lieferausfälle aus Saudi-Arabien drückten die Kurse zusätzlich. DAX -0,50%; MDAX -1,92%; TecDAX -0,50%; Dow Jones -0,29%; S&P 500 -0,48%; Nasdaq Comp. -0,56%. Unternehmen BYD aus China plant, seinen ersten schweren Elektro-Lkw „ETT 44“ ab Q2 2027 in Europa auszuliefern. Langfristig will das Unternehmen die in Europa verkauften Fahrzeuge auch vor Ort produzieren. BYD will Flottenkunden ein Komplettpaket aus Finanzierung, Ladeinfrastruktur und Service anbieten. Mit einer stärkeren lokalen Fertigung will BYD zudem mögliche Importzölle umgehen. Bei PKW soll bereits 2027 die Massenproduktion im neuen Werk im ungarischen Szeged starten. Rohstoffe Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen! 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
Am heutigen Dienstag wird das ZEW-Barometer Einblicke in die Stimmung in der hiesigen Wirtschaft liefern. Die aktuelle Lage sollte aus unserer Sicht wieder positiver eingeschätzt werden, ebenso die Konjunkturerwartungen, welche zuletzt grundsätzlich überraschend positiv waren. Auch für die Eurozone gehen wir von einem positiven Delta aus, auch wenn dies nicht ganz so ausgeprägt sein dürfte wie in Deutschland. Die Märkte sind darüber hinaus recht nervös in Bezug auf die US-Ökonomie. Der morgige Tag wirft aufgrund der Zinsentscheidung des FOMC seinen Schatten voraus.
Die Kurse deutscher Anleihen waren zum Wochenbeginn weiter durch die steigenden Inflationserwartungen belastet. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe erreichte mit 3,53% ein Mehrjahreshoch. US-Staatsanleihen konnten den Handel nach anfänglichen Verlusten jedoch mit leichten Kursgewinnen verlassen, nachdem Präsident Trump auf Truth Social mitteilte, dass Russland und die Ukraine keine gegnerische Energieanlagen mehr angreifen wollen. Eine Bestätigung hierzu liegt bislang aber weder aus der Ukraine noch aus Russland vor.
Die lettische Airline AirBaltic, an der die Lufthansa mit 10% beteiligt ist, hat in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Der Flugbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. Mit dem Verfahren will die Fluggesellschaft ihre Finanzstruktur neu ordnen und die Schuldenlast senken. Zur Sicherung der Liquidität wurde eine Finanzierung über EUR 350 Mio. vereinbart. AirBaltic rechnet mit einem Abschluss des Sanierungsverfahrens bis Mitte 2027.
Am Rohölmarkt zogen die Preise zeitweise um fast 4% an. Brent-Rohöl verteuerte sich auf bis zu USD 108,65 je Barrel, US-Leichtöl WTI auf USD 103,83. Auslöser waren neue Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien sowie Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus, die Sorgen um die Ölversorgung schürten. Nach einem Drohnenangriff schloss Saudi-Arabien zudem vorübergehend seine Ost-West-Ölpipeline.
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