Infineon hebt Ausblick nach Rekordquartal an - KI-Geschäft boomt
05.08.2026 10:23 Uhr - Autor: Michael Barck auf twitter
Infineon hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 dank der starken Nachfrage aus dem KI-Geschäft den höchsten Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte erzielt und zugleich Ergebnis, Margen sowie Cashflow deutlich verbessert. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorquartal um 9 Prozent auf 4,172 Milliarden Euro, nachdem der Halbleiterkonzern zuvor 3,812 Milliarden Euro umgesetzt hatte. Das Segmentergebnis legte um 22 Prozent auf 797 Millionen Euro zu, die Segmentergebnis-Marge erhöhte sich von 17,1 Prozent auf 19,1 Prozent. Auch unter dem Strich fiel das Quartal stärker aus. Der Gewinn nach Steuern stieg von 301 Millionen Euro auf 423 Millionen Euro, das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Infineon Aktie verbesserte sich jeweils von 0,23 Euro auf 0,32 Euro. Bereinigt kletterte das verwässerte Ergebnis je Aktie von 0,34 Euro auf 0,44 Euro. Die höhere Auslastung wirkte sich auch auf die Profitabilität aus. Die Bruttomarge stieg von 38,7 Prozent auf 40,8 Prozent, bereinigt erhöhte sie sich von 41,0 Prozent auf 42,8 Prozent. Gleichzeitig drehte der Free-Cash-Flow deutlich ins Plus und erreichte 599 Millionen Euro, nach minus 63 Millionen Euro im Vorquartal. Die Investitionen gingen leicht von 541 Millionen Euro auf 514 Millionen Euro zurück, während die Abschreibungen von 452 Millionen Euro auf 466 Millionen Euro zunahmen. Trotz eines Rückgangs der Brutto-Cash-Position auf 1,656 Milliarden Euro verbesserte sich die Nettofinanzposition, da Infineon fällige Verbindlichkeiten zurückzahlte. Die Finanzschulden sanken von 7,874 Milliarden Euro auf 6,841 Milliarden Euro, die Netto-Cash-Position verbesserte sich von minus 5,721 Milliarden Euro auf minus 5,185 Milliarden Euro. „Immer mehr unserer Zielmärkte zeigen einen positiven Trend. Unsere Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren bleiben sehr gefragt und sind weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber. Darüber hinaus sorgen weltweit steigende Investitionen in die Netzinfrastruktur für Rückenwind. Auch im Automobilbereich ziehen die Aufträge spürbar an”, sagt Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender von Infineon. Wichtigster Wachstumstreiber bleibt das Geschäft mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Besonders das Segment Power & Sensor Systems trug mit 182 Millionen Euro zum Umsatzanstieg bei, gefolgt vom Automotive-Bereich mit 102 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Infineon im Power-&-Sensor-Geschäft ein deutlich stärkeres Wachstum als im Konzern insgesamt. Dagegen bleibt die Nachfrage nach Hochvoltkomponenten für Elektrofahrzeuge verhalten, auch wenn softwaredefinierte Fahrzeuge positive Impulse liefern. Zusätzliche Planungssicherheit verschaffen mehrjährige Kapazitätsreservierungsvereinbarungen mit führenden KI-Kunden, die bereits abgeschlossen wurden oder sich in Verhandlung befinden. Das kumulierte Umsatzvolumen dieser Vereinbarungen liegt im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich und umfasst teilweise Vorauszahlungen. Übernommenes Geschäft von ams Osram soll direkt positiv wirken Für das vierte Quartal stellt Infineon bei einem angenommenen Wechselkurs von 1,15 US-Dollar je Euro einen Umsatz von etwa 4,7 Milliarden Euro und eine Segmentergebnis-Marge von rund 23 Prozent in Aussicht. Im Gesamtjahr sollen die Erlöse nun etwa 16,3 Milliarden Euro erreichen, was einem Wachstum von rund 11 Prozent entsprechen würde. Die bereinigte Bruttomarge soll weiterhin im niedrigen bis mittleren Vierziger-Prozentbereich liegen, die Segmentergebnis-Marge bei rund 20 Prozent. Die Prognose für den bereinigten Free-Cash-Flow wurde von 1,65 Milliarden Euro auf etwa 1,85 Milliarden Euro angehoben. Der ausgewiesene Free-Cash-Flow soll dagegen wegen der Kaufpreiszahlung für das im Juli übernommene Sensorportfolio von ams OSRAM nur noch rund 0,9 Milliarden Euro erreichen, nach zuvor erwarteten 1,25 Milliarden Euro. Das erworbene Geschäft weist eine annualisierte Umsatzrate von rund 230 Millionen Euro auf und soll im vierten Quartal einen Beitrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich leisten. Nach Angaben des Konzerns wirkt sich die Transaktion von Beginn an positiv auf das bereinigte Ergebnis je Aktie aus. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
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