Hensoldt verdoppelt Auftragseingang - CEO Dörre: „Jetzt entscheidet die industrielle Umsetzung”
31.07.2026 10:16 Uhr - Autor: Michael Barck auf twitter
Die Hensoldt-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2026 einen Auftragseingang von 2,812 Milliarden Euro verbucht und damit doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum, als es 1,405 Milliarden Euro waren. Treiber waren nach Angaben des Rüstungselektronik-Konzerns vom Freitag vor allem Beschaffungsaufträge der Bundesrepublik und weiterer europäischer Staaten. Der Auftragsbestand überschritt dadurch erstmals die Marke von zehn Milliarden Euro und erreichte 10,356 Milliarden Euro, nach 7,070 Milliarden Euro zuvor. Das Book-to-Bill-Verhältnis stieg entsprechend von 1,5 auf 2,4. Der Umsatz legte um 23,6 Prozent auf 1,167 Milliarden Euro zu, getragen vom gewachsenen Kerngeschäft in den Segmenten Optronics und Sensors. Beim Ergebnis zog Hensoldt ebenfalls an. Das bereinigte EBITDA stieg um 28,5 Prozent auf 137 Millionen Euro, die zugehörige Marge verbesserte sich von 11,3 auf 11,8 Prozent. Unter dem Strich blieb allerdings ein Verlust: Das Konzernergebnis lag bei minus 13 Millionen Euro, nach minus 44 Millionen Euro im Vorjahr, das Ergebnis je Hensoldt Aktie bei minus 0,09 Euro, nach minus 0,36 Euro. Belastet wurde das Ergebnis vor allem vom Finanzergebnis, das mit minus 32 Millionen Euro zu Buche schlug. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich dagegen deutlich auf 34 Millionen Euro, nach 6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. „Die politischen Entscheidungen für höhere Verteidigungsausgaben konkretisieren sich nun in unserem Auftragsbuch. Jetzt entscheidet die industrielle Umsetzung, wie schnell daraus reale Fähigkeiten werden”, sagt Hensoldt-CEO Oliver Dörre. Der Manager weiter: „Wir müssen zeigen, dass wir nicht nur Technologie liefern können, die unseren Streitkräften einen echten Vorteil verschafft, sondern auch die Kapazität haben, sie in der benötigten Stückzahl und in hoher Geschwindigkeit bereitzustellen. Genau darauf richten wir aktuell unsere ganze industrielle Kraft aus. Parallel bauen wir an der nächsten Stufe: vernetzte, softwaredefinierte Lösungen, da moderne Verteidigungsfähigkeit zunehmend davon abhängt, wie gut einzelne Systeme zusammenwirken.” Beide Hensoldt-Segmente wachsen bei Auftragseingang und Ergebnis Getragen wurde die Entwicklung von beiden Segmenten im Hensoldt-Konzern. Im Segment Sensors stieg der Auftragseingang um 57,6 Prozent auf 1,979 Milliarden Euro, unter anderem durch Vertragserweiterungen für Eurofighter-Radare und Bestellungen von TRML-4D-Radaren. Der Umsatz legte um 16,9 Prozent auf 955 Millionen Euro zu, das bereinigte EBITDA um 7,5 Prozent auf 113 Millionen Euro. Noch kräftiger fiel das Wachstum im Segment Optronics aus, wo der Auftragseingang von 164 auf 971 Millionen Euro sprang, getragen von Großaufträgen zur Ausstattung der Schützenpanzer Puma und Schakal mit digitaler Optronik. Der Umsatz stieg um 63,2 Prozent auf 219 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA von 1 auf 24 Millionen Euro, die Marge von 1,0 auf 10,9 Prozent. An der Prognose für das Gesamtjahr hält Hensoldt fest. Erwartet werden ein Konzernumsatz von rund 2,75 Milliarden Euro, ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,5 bis 2,0 sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 18,5 bis 19,0 Prozent. Die Marge liegt im Gesamtjahr nach Angaben von Hensoldt üblicherweise deutlich über dem Halbjahreswert, weil sich Auslieferungen und Abnahmen auf das zweite Halbjahr und besonders das vierte Quartal konzentrieren. Auch der bereinigte Free Cashflow, der zum Halbjahr saisontypisch bei minus 136 Millionen Euro lag, soll bis Jahresende auf rund 50 Prozent des bereinigten EBITDA drehen. „Wir bauen unsere Fertigungs- und Logistikkapazitäten gezielt aus, ohne dabei unsere Margendisziplin zu verlieren. Der Auftragsbestand in Rekordhöhe gibt uns die langfristige Visibilität, die wir konsequent nutzen, um vorausschauend zu planen und zu antizipieren”, so Christian Ladurner, CFO von Hensoldt. 4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.
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