Börse am Morgen: SAP, Sartorius, STMicroelectronics, Utz Brands, Börsentermine - Nord/LB
24.07.2026 08:00 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Die EZB hat den Leitzins erwartungsgemäß unverändert gelassen. Sie hält sich aber die Tür für eine Erhöhung im September offen, sollten steigende Ölpreise den Inflationsdruck weiter befeuern. Der EZB-Rat um Präsidentin Lagarde beließ den Einlagensatz bei 2,25%, nachdem er die geldpolitische Stellschraube im Juni erstmals seit fast 3 Jahren angezogen hatte. Die vom Krieg in Nahost angetriebene Inflation im Euroraum war zuletzt auf 2,8% zurückgegangen, lag damit aber weiterhin über dem Zielwert von 2%. Die Währungshüter warnen: „Die Unsicherheit ist nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation sind noch nicht vollständig zum Tragen gekommen.“ Der EZB-Rat sei fest entschlossen, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Teuerungsrate auf mittlere Frist beim Zielwert stabilisiere. Tagesausblick Renten- und Aktienmärkte Der DAX hat seine jüngsten Gewinne wieder eingebüßt. Für Unsicherheit sorgten die weiter steigenden Ölpreise und Gewinnmitnahmen bei Chipwerten als Reaktion auf einen enttäuschenden Ausblick von STMicroelectronics. Zudem herrschte Zurückhaltung, weil Europas größter Softwarekonzern SAP (s. u.) am Abend nach US-Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen vorlegt. Der Zinsbeschluss ließ die Anleger dagegen weitgehend kalt. DAX -1,56%; MDAX -0,96%; TecDAX -2,33%. Wall Street: Auch hier Fahrt gen Süden, alle Vorzeichen tiefrot. Dow Jones -0,97%; S&P 500 -1,21%; Nasdaq C. -2,15%. Unternehmen Nach dem starken Jahresauftakt hat sich das Wachstum der Cloud-Sparte von SAP etwas verlangsamt. Der Umsatz dieses wichtigen Geschäftsbereichs stieg in Q2 um 24% auf 6,28 Mrd. EUR, wie der Konzern bekanntgab. Damit entsprach er den Erwartungen. Insgesamt verbuchte SAP wie erwartet ein Umsatzplus von 11% auf 9,88 Mrd. EUR. Der operative Gewinn blieb mit 2,74 Mrd. EUR jedoch hinter den Analystenprognosen zurück. Dies sei u. a. auf Investitionen in Künstliche Intelligenz und den Konzernumbau zurückzuführen. Der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius hat seine Kunden für unrechtmäßig gezahlte US-Zölle kompensiert, was das ausgewiesene Umsatzwachstum in H1 dämpfte. Der Konzern verbuchte ein nominales Umsatzplus von 2,5% auf 1,81 Mrd. EUR. Ohne die Kompensationszahlungen und bereinigt um Wechselkurseffekte hätte das Plus bei 7,7% gelegen. An seiner Prognose für das Gesamtjahr hielt Sartorius angesichts der anhaltend positiven Geschäftsentwicklung und der sich verbessernden Lage auf den Endmärkten fest. Rohstoffe Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Zum Abschluss der Handelswoche dürfen wir noch diverse Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone und aus UK erwarten. Der Juli steht ganz generell gesprochen wieder unter dem Stern der Unsicherheit. Während die Weltwirtschaft noch im Juni frohlockte und man sich auf dem Weg zum Ende des Konfliktes in der Straße von Hormus wähnte, so ist man jüngst wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Die Geopolitik bleibt aus vielen Perspektiven unbeständig, Lieferkettenmanager sind naturgemäß sensibel für diese Thematik. Deshalb dürfte sich die auch in den heutigen Zahlen niederschlagen, wenngleich man nicht pauschalisieren darf. Es gibt durchaus auch Profiteure in dieser Krise, dies kommt aber sehr auf die Details an – wie alles im Leben!
Die Rendite der deutschen Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit ist auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Sie kletterte zeitweise auf 3,20% und erreichte damit das höchste Niveau seit 2011. Experten erklärten dies mit der Erwartung vieler Investoren, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins wegen der gestiegenen Energiepreise früher oder später straffen werde. Die Rendite der zweijährigen Bundesanleihe, die besonders stark auf die Zinserwartungen reagiert, legte auf 2,88% zu und erreichte damit den höchsten Wert seit Juli 2024.
Die Intersnack Group aus dem Pfeifer und Langen-Verbund übernimmt den US-Snackhersteller Utz Brands und nimmt ihn von der Börse. Bewertet wird der Deal mit rund 2,9 Mrd. USD. Während der Kölner Familienkonzern sein Snackgeschäft damit zum globalen Player ausbaut, kämpft das Zuckergeschäft in Europa mit Preisdruck und Importkonkurrenz. Den Rübenanbau schränkt Pfeifer und Langen für 2027 in Deutschland spürbar ein. Für Rübenanbauer stellt sich damit die Frage, ob das Familienunternehmen Pfeifer und Langen seine Zuckersparte künftig noch als strategisches Kerngeschäft versteht oder sich auf das wachsende Snackportfolio fokussiert.
Der fortgesetzte Krieg zwischen den USA und dem Iran treibt die Ölpreise immer weiter in die Höhe.
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