Börse am Morgen: Samsung, Siemens Energy, SpaceX, TKMS - Nord/LB
08.07.2026 07:47 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Deutsche Industrie hat den Abwärtstrend gestoppt: Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im Mai stärker als erwartet hochgefahren. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,9% mehr her als im Vormonat. Trotz des Plus: Der strukturelle Wettbewerbsverlust in den vergangenen Jahren hat die Produktion auf das Niveau von 2010 zurückgeworfen. Immer mehr Unternehmen in Deutschland klagen trotz der Entspannung im Nahost-Konflikt über Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten. Im Juni kämpften 17,2% der Betriebe mit Materialengpässen. Im Mai lag der Anteil noch bei 15,9%. Die Straße von Hormus ist zwar wieder passierbar, doch die Folgen der Störungen wirken nach. Tagesausblick Aktienmärkte An der Wall Street rutschte trotz der Aufnahme in den Nasdaq100 und positiver Analystenkommentare SpaceX ab. Die Titel des Raumfahrtkonzerns des Milliardärs Musk geben bis zu 7% nach. Seit ihrem Börsendebüt vor rund 3 Wochen haben die Papiere mehr als 8% an Wert verloren. DAX -1,37%; MDAX -2,00%; TecDAX -2,04%; Dow Jones -0,25%; S&P 500 -0,45%; Nasdaq Comp. -1,16%. Unternehmen/Sektor ITK: Der Branchenverband Bitkom rechnet für die deutsche Digitalwirtschaft im Jahr 2026 mit einem Umsatzwachstum von 4,1% auf 246,4 Mrd. EUR. Damit bleibt die ITK-Branche trotz der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen ein wichtiger Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft, wenngleich die Dynamik etwas geringer ausfallen dürfte als in den beiden Vorjahren. Besonders stark entwickelt sich weiterhin das Softwaregeschäft, dessen Umsätze um knapp 10% auf 58,1 Mrd. EUR steigen sollen. Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählen dabei Cloud-Anwendungen, KI und Cybersicherheitslösungen. Für den Markt mit KI-Plattformen erwartet Bitkom sogar ein Umsatzplus von mehr als 75% auf 3,1 Mrd. EUR. Deutlich moderater fällt dagegen das Wachstum im Telekommunikationsmarkt aus (+1,4%). Rohstoffe Der Statistical Review 2025 des Energy Institute zeigt, dass der weltweite Energieverbrauch (+1,7 %) und die CO?-Emissionen (+1,1 %) weiter steigen und die fossilen Energieträger mit 86% den Energiemix weiterhin dominieren. Gleichzeitig treiben erneuerbare Energien die Energiewende voran und stellten 2025 rund 71% des neu erzeugten Stroms. Besonders die Solarenergie wuchs stark (+30%) und und hat damit erstmals die Windkraft eingeholt. Zudem steigt der Strombedarf durch Rechenzentren und KI-Anwendungen deutlich (+20%) und macht inzwischen 2 4% des globalen Stromverbrauchs aus. Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Der heutige Handelstag wird in erster Linie von Ereignissen bei Notenbanken garniert sein, bei den harten Daten ist der Zahlenkranz derzeit aufgrund eines gewissen Sommerlochs nicht allzu üppig. Die US-Notenbank Federal Reserve veröffentlicht die Protokolle der ersten Zinssitzung unter Leitung des neuen Fed-Chefs Warsh. Anleger hoffen auf Einblicke in die internen Diskussionen über den weiteren geldpolitischen Kurs. Die Währungshüter hatten den Leitzins auf der Sitzung im Juni konstant gehalten, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf avisiert. Warsh hat sich allerdings nicht an dem von den Notenbankern erstellten Zinsausblick beteiligt.
Für schlechte Stimmung an den Börsen sorgte ein enttäuschendes Umsatzplus bei Samsung, das Spekulationen auf ein Abflauen des KI-Booms schürte und den Rekordgewinn in den Schatten stellte. Der DAX rutschte um 1,4% auf 25.465 Punkte ab, nachdem er an den drei vorangegangenen Handelstagen jeweils frische Rekordmarken erzielt hatte. Der Energietechnikkonzerns Siemens Energy war mit einem Abschlag von rund 9% größter Dax-Verlierer, gefolgt von Chiphersteller Infineon mit einem Kursminus von 8%.
Die ThyssenKrupp-Rüstungstochter TKMS ist von der Regierung Kanada zum bevorzugten Bieter für einen der weltweit größten U-Boot-Aufträge ernannt worden. TKMS solle bis zu 12 U-Boote der Klasse 212CD bauen, kündigte Premierminister Carney an. Der südkoreanische Konkurrent Hanwha Ocean ist aber noch nicht komplett aus dem Rennen. Detailfragen will TKMS mit Kanada bis Ende des Jahres klären. Kanada behalte sich das Recht vor, mit Hanwha erneut Gespräche zu führen, sollte mit TKMS keine Einigung erzielt werden, betonte Carney.
Am Rohölmarkt zogen die Preise wieder an, nachdem Berichte über Angriffe auf Schiffe in der Nähe der Straße von Hormus erneut die Furcht vor Störungen auf der wichtigen Transitroute schürten. Ein LNG-Tanker aus Katar und ein unter saudischer Flagge fahrender Rohöltanker wurden in dem Seegebiet beschädigt, wie Insider mitteilten. Berichten zufolge feuerten die iranischen Revolutionsgarden Raketen auf Schiffe ab.
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