Hugo Boss Shortseller rennen zur Tür - BlackRock attackiert TUI
12.06.2026 17:28 Uhr - Autor: Michael Barck auf twitter
Wer Aktien leerverkauft, also auf fallende Kurse spekuliert, unterliegt Transparenzpflichten gemäß EU-Leerverkaufsverordnung. Ab einer Netto-Leerverkaufsposition von 0,5 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals muss eine Veröffentlichung im Bundesanzeiger erfolgen. Hugo Boss: Übernahmeangebot der Frasers Group löst Shortseller-Exodus aus Lanxess: POINT72 halbiert die Position nahezu Continental: Blackrock baut weiter aus TUI: BlackRock meldet mit einer weiteren Einheit SFC Energy: Voleon reduziert deutlich
Sechs Meldungen bei Hugo Boss AG an einem einzigen Tag — das ist selbst für einen dauerhaft heiß umkämpften Titel ungewöhnlich. Der Hintergrund ist klar: Die britische Frasers Group hat ein freiwilliges Übernahmeangebot zu 38,00 Euro je Aktie angekündigt, rund 4 Prozent über dem Schlusskurs vom Vortag der Offerte. Das Angebot ist nicht mit Hugo Boss abgestimmt, aktuell pendelt die Aktie um die 40er-Marke. Für Leerverkäufer ist ein solches Angebot ein Alarmsignal — wer auf fallende Kurse gesetzt hat, muss bei steigendem Kurs Verluste begrenzen. Die Reaktion folgte prompt: Susquehanna International Group schließt die Position vollständig von 0,97 auf 0,00 Prozent. Millennium International Management reduziert drastisch von 1,20 auf 0,83 Prozent, Marshall Wace von 1,86 auf 0,98 Prozent, Two Sigma von 0,59 auf 0,48 Prozent. Lediglich ExodusPoint Capital Management schwimmt gegen den Strom und erhöht von 0,77 auf 0,86 Prozent.
Bei Lanxess AG fällt heute POINT72 EUROPE (LONDON) auf — und zwar durch einen ungewöhnlich starken Rückzug. Von 0,66 auf 0,33 Prozent ist eine Halbierung der Position in einem einzigen Schritt, die Vorposition stammte erst vom gestrigen Tag. Ein so rascher und drastischer Abbau ist selten und könnte mit einer veränderten Einschätzung zum Chemiekonzern zusammenhängen.
BlackRock Investment Management (UK) erhöht die Short-Position bei Continental AG von 0,53 auf 0,62 Prozent — ein weiterer Schritt seit der vorgestrigen Meldung. Der Automobilzulieferer bleibt damit im Fokus des Vermögensverwalters, der die Position in den vergangenen Wochen schrittweise aufgebaut hat.
Bei TUI AG überschreitet heute BlackRock Advisors, LLC die Meldeschwelle mit 0,51 Prozent. Damit ist nun eine dritte BlackRock-Einheit beim Reisekonzern meldepflichtig — ein ungewöhnliches Bild, das den anhaltend starken Leerverkaufsdruck auf TUI unterstreicht.
Voleon Capital Management LP reduziert die Short-Position bei SFC Energy AG von 1,28 auf 1,13 Prozent seit der Meldung vom 08.06.2026 — ein Rückgang um fast 12 Prozent in einem Schritt. Der Brennstoffzellenhersteller bleibt mit über 1 Prozent aber weiterhin auf dem Radar des Fonds.
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