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Börse am Morgen: Eli Lilly, Xiaomi, Gold, Konjunkturdaten - Nord/LB

27.05.2026 09:00 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich deutlich eingetrübt und liegt auf dem niedrigsten Stand seit über einem Jahr. Das Barometer für die Exporterwartungen fiel im Mai laut Angaben des Münchner Ifo-Instituts im Rahmen seiner Unternehmensumfrage auf minus 5,5 Punkte, nach minus 1,2 Zählern im April. Damit wurde der schwächste Wert seit April 2025 erreicht. Nach vier ausgesprochen optimistischen Monaten musste im Mai insbesondere die Automobilindustrie einen Rückschlag hinnehmen. Auch in der Metallindustrie wird mit rückläufigen Auslandsumsätzen gerechnet. Insgesamt stehen energieintensive Branchen im internationalen Wettbewerb unter Druck und erwarten Einbußen im Auslandsgeschäft. Demgegenüber blickt die Elektroindustrie weiterhin verhalten optimistisch auf die Exportentwicklung – wenngleich weniger zuversichtlich als noch im Vormonat. Auch Möbelhersteller rechnen den Angaben zufolge mit steigenden Exporten.

Deutschland ist einer aktuellen Studie zufolge bei strategisch bedeutsamen Gütern zunehmend von China abhängig. Entgegen den politischen Zielsetzungen der Bundesregierung sei der chinesische Importanteil bei mehreren als kritisch eingestuften Produkten und Rohstoffen weiter gestiegen, so das Fazit einer Analyse der Friedrich-Naumann-Stiftung. Bei wiederaufladbaren Lithium-Batterien erhöhte sich der Anteil Chinas an der gesamten Importmenge von 49,7% im Jahr 2023 auf 66,5% im vergangenen Jahr. Auch bei Antibiotika nahm der Anteil chinesischer Lieferungen zu – von 65,3% auf 72,9%. Zudem erreichte der Anteil chinesischer Solarpanels einen neuen Höchststand und liegt inzwischen bei 92,6% des Gesamtimportgewichts. Darüber hinaus ist die Volksrepublik nahezu alleiniger Lieferant für die Seltenen Erden Praseodym, Neodym und Samarium, die insbesondere für die Herstellung leistungsstarker Permanentmagnete, etwa in Elektromotoren, von zentraler Bedeutung sind.

Tagesausblick
Der heutige ökonomische Kalender ist mit einem Eintrag für die von uns betrachteten Volkswirtschaften ungewöhnlich überschaubar, nichtsdestotrotz wird uns der Richmond Fed Index einen spannenden Einblick in die Vitalität der US-amerikanischen Industrie liefern. Sollte unsere Prognose zutreffen, wäre das eine Bestätigung des ohnehin in den USA beobachtbaren Wachstumstrends.

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Aktienmärkte
Nach dem langen Wochenende wurden gestern an der Wall Street weitere Rekordhöhen erreicht. So erklomm das technologielastige Börsenbarometer Nasdaq erstmals die Marke von 30.000 Punkten. Neben der schon länger maßgeblichen Fantasie rund um Künstliche Intelligenz wirkte auch die Hoffnung auf ein Rahmenabkommen im Iran-Krieg nach, die am Montag bereits in Europa eingepreist worden war, als der US-Handel feiertagsbedingt pausiert hatte. Dass neue Angriffe im Iran und im Libanon die laufenden Verhandlungen zur Beilegung des Kriegs überschatteten, sorgte nicht für eine breite Verunsicherung. Dow Jones -1,22%; S%P 500 +0,61%; Nasdaq Comp. +1,19%; DAX -0,80%; MDAX -0,33%; TecDAX -0,78%.

Unternehmen
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly stärkt sein Impfstoffgeschäft durch gleich drei Akquisitionen. Insgesamt investiert das Unternehmen bis zu 3,83 Mrd. USD in die Übernahmen von Curevo, LimmaTech Biologics und Vaccine Company. Die Transaktionen zielen darauf ab, Forschung und Entwicklung auszubauen und den Fokus stärker auf Krankheitsprävention zu legen.

Der chinesische Technologiekonzern Xiaomi verzeichnete in Q1 einen stärkeren Gewinneinbruch als von Analysten erwartet. Als Hauptursache nannte das Unternehmen gestiegene Kosten für Speicherchips, die insbesondere das Smartphone-Geschäft belasteten. Der bereinigte Nettogewinn sank im Zeitraum von Januar bis März um 43% auf 6,1 Mrd. Yuan (rund 772 Mio. EUR). V.a. das Kerngeschäft mit Smartphones entwickelte sich schwach: Die Auslieferungen gingen um 19% auf 33,8 Mio. Geräte zurück. Laut Analysehaus Omdia stellt dies den stärksten Rückgang unter den fünf größten Herstellern weltweit dar.



Rohstoffe
Nach den neuen US-Angriffen auf den Iran geht es für den Goldpreis erneut nach unten. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei Silber, Palladium und Platin. Seit Beginn des Iran-Konflikts Ende Februar ist der Goldpreis um rund 15% gefallen. Hintergrund ist insbesondere der Anstieg der Ölpreise, der Inflations- und Zinssorgen verstärkt hat. Höhere Zinsen durch wichtige Notenbanken mindern die Attraktivität unverzinster Anlagen wie Gold.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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