Börse am Morgen: Apple, MTU Aero Engines, Volkswagen, Ölpreis, Konjunkturdaten - Nord/LB
04.05.2026 08:00 Uhr - Autor: Kolumnist auf twitter
Die EZB hat wie erwartet ihre Leitzinsen zunächst unverändert gelassen. Allerdings warnt sie vor zunehmenden Aufwärtsrisiken für die Inflation. Zwar würden mit zunehmender Dauer des Konflikts auch die Abwärtsrisiken für die Konjunktur steigen, eine Stagnation sei laut EZB-Präsidentin Lagarde aber derzeit nicht zu erwarten. Vor diesem Hintergrund rechnen wir weiterhin mit einer vorbeugenden Zinserhöhung im Juni, aber nicht mit einer ganzen Erhöhungsserie. Das deutsche BIP ist in Q1 2026 q/q preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3% gestiegen (Q4 2025 revidiert: +0,2%). Getragen wurde das Wachstum von höheren privaten und staatlichen Konsumausgaben sowie steigenden Exporten. Im Jahresvergleich lag das BIP preis- und kalenderbereinigt 0,3% höher. Die Umsätze im deutschen Einzelhandel sanken im März 2026 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes m/m kalender- und saisonbereinigt real um 2,0% und nominal um 1,5%. Im Jahresvergleich lag der Umsatz real ebenfalls 2,0% und nominal 0,5% unter dem Vorjahresniveau. Der kräftige Ölpreisanstieg infolge des Nahost?Krieges hat die Inflation im Euroraum im April weiter beschleunigt: Die Teuerungsrate stieg auf 3,0% und lag damit leicht über den Erwartungen. Energie verteuerte sich im Schnitt um 10,9%. Wochenausblick Aktienmärkte Dies galt auch an der Wall Street, die am Freitag zusätzlich von den Quartalszahlen von Apple profitierte. Nur der Dow Jones, in dem Techwerte unterrepräsentiert sind gab zum Wochenende leicht nach. Dow Jones -0,31%; S&P 500 +0,29%; Nasdaq Comp. +0,89%. Es wir spannend, wie die europäischen Märkte heute die erneuten Trump’schen Kapriolen bewerten werden. Zolldrohungen auf Autos von bis zu 25% sowie Truppenabzüge stehen im Raum. Unternehmen MTU Aero Engines ist mit einem Umsatzplus von 7% auf EUR 2,2?Mrd. und einem bereinigten EBIT?Anstieg um 6% auf EUR 320 Mio. solide ins Geschäftsjahr 2026 gestartet. Wachstumstreiber waren vor allem das Militärgeschäft und die zivile Instandhaltung. Der Auftragsbestand legte auf EUR 31,6 Mrd. zu. Trotz geopolitischer Unsicherheiten bestätigte der Konzern die Jahresprognose mit einem erwarteten bereinigten EBIT von EUR 1,35 Mrd. bis EUR 1,45 Mrd. Apple verbuchte in Q1 dank hoher Nachfrage nach Macs und iPhones einen Rekordumsatz (+16% auf USD 111,2 Mrd.) und ein überraschend starkes Gewinnwachstum (EPS: +22% auf USD 2,01); der Ausblick für Q2 signalisiert mit einem erwarteten Umsatzplus von 14-17% deutlich mehr Dynamik als vom Markt prognostiziert. Trotz anhaltender Lieferengpässe und perspektivisch sinkender Marge kündigte der Konzern eine höhere Dividende (+4% auf USD 0,27 je Aktie) sowie Aktienrückkäufe über USD 100 Mrd. an. Rohstoffe Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Zu Beginn der Woche stehen zunächst Stimmungsindikatoren im Fokus, wobei die heutigen Industrie-PMIs eine Idee geben, wie die hiesigen produzierenden Unternehmen im zweiten Monat des Iran-Konfliktes wirtschafteten. In dieser Woche werden außerdem noch einmal die Zinsentscheidung aus Australien sowie die europäischen aggregierten Einzelhandelsumsätze relevant. Der Arbeitsmarktbericht aus den USA dürfte für die meisten Wirtschaftsakteure der krönende Abschluss der Handelswoche sein, welcher natürlich auch Implikationen für die wichtigste Notenbank der Welt bereit hält. Die Berichtssaison der Unternehmen zu Q1 läuft derweil weiter auf Hochtouren, wobei vor allem Unternehmen der zweiten Reihe in den Fokus rücken.
Unterstützt von fallenden Ölpreisen drehte der DAX am Donnerstag ins Plus und legte nach der EZB-Zinsentscheidung eine weitere Schippe drauf. DAX +1,41%; MDAX +1,93%; TecDAX +1,99%.
Volkswagen verzeichnete im ersten Quartal einen deutlichen Ergebniseinbruch: Das operative Ergebnis sank um 14,3% auf EUR 2,5?Mrd., der Nettogewinn brach um 28,4% auf knapp EUR 1,6?Mrd. ein, der Umsatz ging um 2% zurück. Belastend wirkten US?Zölle, Abschreibungen sowie der harte Wettbewerb in China. Trotz steigenden Auftragseingangs und Fortschritten bei der China?Strategie sieht der Konzern angesichts einer niedrigen operativen Marge von 4,3% umfassenden strukturellen Anpassungsbedarf.
Die Rohölpreise gaben vor dem Wochenende etwas nach, befinden sich aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.
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