Ölpreis als Stimmungsbarometer - BASF, Energiekontor, Jenoptik - Börse München
30.03.2026 14:33 Uhr - Autor: Ulrich Kirstein auf twitter
Die deutschen Aktienmärkte haben in der vergangenen Woche nach einem teilweise sehr volatilen und von starken Schwankungen geprägten Geschäft unter dem Strich leicht nachgegeben. Wesentlicher Faktor an den Märkten war unverändert der Krieg der USA und Israels mit dem Iran – und die daraus resultierenden Folgen für die Weltwirtschaft. Diese spiegelten sich insbesondere in der Entwicklung des Ölpreises wider. Dass dieser zuletzt wieder deutlich gestiegen ist, sorgte insbesondere zum Wochenende für fallende Kurse. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass US-Präsident Donald Trump sein Ultimatum an den Iran für eine Einigung auf einen Friedensplan und damit auch für die Öffnung der Straße von Hormus verlängert hat. Insgesamt rutschte der Deutsche Aktienindex (Dax) in der vergangenen Woche um 0,4 Prozent auf 22.300,75 Punkte ab. Der MDax verlor 0,5 Prozent auf 27.655,45 Zähler. Deutlich stärker im Minus war der TecDax. Er gab um 2,1 Prozent auf 3.349,65 Punkte nach, während der m:access All Share sogar um 2,3 Prozent in den Keller ging. Sein Wochenschlussstand lag bei 1.087,50 Punkten. Beim Blick auf die Dax-Werte fällt auf, dass mehr Titel ein Wochenplus als ein Wochenminus verzeichnet haben. Besonders deutlich ging es dabei nach mehreren positiven Nachrichten bei BASF nach oben. Die Papiere des Ludwigshafener Chemiekonzerns kletterten um 13,6 Prozent. Brenntag gewannen sogar 16,5 Prozent, während Heidelberg Materials nach guten Zahlen um 3,5 Prozent zulegten. Auf der Verliererseite fielen vor allem die Verluste von SAP (-7,0 Prozent), Rheinmetall (-9,4 Prozent) und von Zalando (-7,3 Prozent) aus dem Rahmen. Am Rentenmarkt setzten sich die Kursverluste der Vorwochen noch deutlicher fort als an den Aktienbörsen. Als Grund dafür nannten Händler auch hier vor allem den Iran-Krieg und die steigenden Ölpreise. So kletterte die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe im Wochenvergleich um 10 Hundertstel auf 3,12 Prozent, und damit auf den höchsten Stand seit 2011. Die Umlaufrendite stieg um 11 Basispunkte auf 3,07 Prozent. Die US-Börsen gaben in der Vorwoche stärker nach als der deutsche Aktienmarkt. Grund dafür waren vor allem starke Kursrückgänge bei mehreren großen Tec-Werten. Besonders stark im Minus war dabei der Facebook-Mutterkonzern Meta. Nach zwei negativen Gerichtsurteilen, gaben die Papiere im Wochenvergleich um über 11 Prozent nach. Der Dow-Jones-Index verlor 0,9 Prozent auf 45.166,64 Zähler. Der marktbreitere S&P-500-Index gab um 2,1 Prozent auf 6.368,85 Punkte nach. Und der technologielastige Nasdaq-100 rutschte um 3,2 Prozent auf 23.132,77 Zähler ab. Ausblick Angesichts der alles überstrahlenden Themen Öl und Krieg und der sowieso schon sehr abwartenden Haltung vieler Börsianer dürften mögliche schlechte Konjunkturdaten die Märkte nur wenig zusätzlich bewegen – es sei denn sie fallen deutlich schlechter oder deutlich besser aus als erwartet. In diesem Zusammenhang werden in der laufenden Woche erneut etliche Daten veröffentlicht, auf die die Märkte üblicherweise sehr schauen. Dazu zählt beispielsweise die Entwicklung der Verbraucherbpreise in Deutschland, die gleich zum Wochenanfang bekanntgegeben wird. Am Dienstag folgen unter anderem die deutschen Einzelhandelsumsätze, die deutsche Arbeitslosenquote und – vor allem auch – Daten zur Entwicklung der Rohöllagerbestände in den USA; während am Mittwoch unter anderem die Einzelhandelsumsätze in den USA beachtet werden dürften. Ausgewählte wichtige Termine der Woche Disclaimer: Dies ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt von Text und Video wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Wie entwickeln sich der Iran-Krieg, die Lage an der Straße von Hormus und der Ölpreis weiter? Diese Fragen dürften auch in der neuen – durch den Karfreitag verkürzten – Handelswoche entscheidend für die Entwicklung an den Aktienmärkten sein. Dies umso mehr, da sich die Stimmen häufen, die einen Ölpreisschock und eine Ölknappheit wie in den 70er Jahren prognostizieren, falls der Krieg noch länger andauern sollte. Angesichts dessen geben sich die Börsianer und die Analysten aktuell durch die Bank sehr zurückhaltend. Kurzfristig steigende Kurse prognostiziert kaum jemand. Für einen gewissen Optimismus sorgt allenfalls, dass die führenden Indizes zuletzt nicht mehr so stark unter Druck gestanden sind, wie noch zu Beginn des Krieges.
Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird auch die Unternehmensseite den Gesamtmarkt nur wenig beeinflussen. Denn die Bilanzberichtssaison ist zumindest bei den Blue-Chips gelaufen. Entsprechend veröffentlichen in der laufenden Woche nur noch Nebenwerte ihre Geschäftszahlen. Zu den Interessantesten dürften Energiekontor (Veröffentlichungstermin ist hier der Dienstag) und Jenoptik zählen. Das Unternehmen wird am Mittwoch seine Bilanz offenlegen.
Montag, 30.03: Geschäftsklimaindex in der Eurozone; Verbraucherpreisindex in Deutschland.
Dienstag, 31.03: Einzelhandelsumsätze in Deutschland; Arbeitslosenquote in Deutschland; Verbraucherpreisindex für die Eurozone; Verbrauchervertrauen in den USA; Rohöllagerbestand in den USA.
Mittwoch, 01.04: Arbeitslosenquote in der Eurozone; Einzelhandelsumsätze in den USA; ISM Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA.
Donnerstag, 02.04: Erstanträge zur Arbeitslosenunterstützung in den USA.
Freitag, 03.04: Die Börsen in Deutschland sind geschlossen; Entwicklung der Stundenlöhne in den USA; ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen in den USA.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Jenoptik.
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