4investors Exklusiv

Aktien

Branchen- und Themenspecials

Ihre privaten Finanzen

Unilever

Börse am Morgen: Unilever, Brent, Risiko Energiekrise, EZB - Nord/LB Marktbericht

23.03.2026 07:54 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Börsen-Ausblick und Marktbericht. Bild und Copyright: MaxxiGo / shutterstock.com.

Blick in den Rückspiegel: Das Statistische Bundesamt teilte am Freitag mit, dass die dt. Erzeugerpreise im Februar aufgrund günstiger Energie so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr gefallen sind. Rd. 3,3% niedrigere Preise wurden von den Herstellern von gewerblichen Produkten verlangt. Das sind zwar positive Neuigkeiten, ist aber Schnee von gestern. Der seit Anfang März andauernde Iran-Krieg ist in diesen Daten nämlich noch gar nicht enthalten. Die derzeit explodierenden Energiepreise werden sich sukzessive in den kommenden Statistiken niederschlagen. Für die nächsten Monate sieht es daher eher nach steigendem Inflationsdruck aus.

Blick in die Windschutzscheibe: Der Chef der dt. Bundesbank Nagel sieht aufgrund der steigenden Inflationsrisiken die EZB vor einer Zinserhöhung. Und dies in naher Zukunft. Laut Nagel werden „zuverlässigere Daten hierzu voraussichtlich bereits bei der nächsten Sitzung des EZB-Rats in sechs Wochen vorliegen“. Die Nachrichtenagentur Reuters bestätigt diese Einschätzung. Laut Insidern würde das Thema Zinserhöhung auf der Sitzung Ende April auf den Tisch kommen, sollte sich die Situtation in Nahost nicht zügig entspannen. Der Notenbankchef von Frankreich (Francois Villeroy de Galhau) schlägt in die gleiche Kerbe. Er unterstrich in einem Interview die Handlungsbereitschaft der EZB und sagte: „Wir bleiben am Ball und sind bereit zu handeln!“ Der Blick auf den Swap-Markt zeigt deutlich was die weltweiten Finanzexperten derzeit erwarten. Drei Zinserhöhungen von je 25 Basispunkten werden eingepreist. Die Wahrscheinlichkeit eines Tightening schon im April liegt derzeit bei 75%.

Wochenausblick
Der Beginn dieser Handelswoche wird vor allem durch Einkaufsmanagerbefragungen geprägt sein, welche für die verschiedenen Jurisdiktionen der Eurozone spannende Impulse bereithalten dürften. Außerdem wird die Umfrage des ifoInstituts sowie das GfK Verbrauchervertrauen einen Blick nach vorne werfen, welcher angesichts des Iran-Konfliktes wahrscheinlich auch hier zu einer Eintrübung führen dürfte. Vor allem die Situation im Mittleren Osten wird voraussichtlich weiter DAS bestimmende Thema der Weltwirtschaft bleiben.





Aktienmärkte
Die weltw. Börsen verlassen die letzte Handelswoche mit roten Vorzeichen. Ölpreise nehmen den Kapitalmarkt an die Kandare.

Unternehmen
Unilever verhandelt über den Verkauf seiner Lebensmittelsparte an den US-Gewürzhersteller McCormick & Company; ein entsprechendes Angebot liegt vor, ein Abschluss ist jedoch offen. Die Sparte mit Marken wie Hellmann’s, Knorr, Colman’s und Marmite steht für rund ein Viertel des Konzernumsatzes und erlöste zuletzt über EUR 12,9 Mrd. Ein möglicher Deal würde Unilevers strategische Neuausrichtung auf margenträchtigere Bereiche wie Beauty und Körperpflege nach der Abspaltung des Eiscreme-Geschäfts unterstreichen. Das Lebensmittelgeschäft steht branchenweit unter Druck, unter anderem durch gesundheitspolitische Debatten und verändertes Konsumverhalten. Medienberichten zufolge könnte es sich um eine Aktientransaktion handeln, nachdem frühere Fusionspläne mit Kraft Heinz gescheitert waren.

Devisen und Rohstoffe
Am Freitag warnte die Internationale Energy Agency (IEA) vor der möglicherweise schwersten Energiekrise der Geschichte. Es könne bis zu 6 Monate dauern, um die Gas- und Ölflüsse aus der Golfregion wieder herzustellen. Brent handelt in diesem Umfeld zu Wochenschluss bei USD 116 je Barrel. Die Brent-WTI Preisdifferenz notiert auf dem höchsten Niveau seit dem Jahr 2015.



Die EU will zollfreie Zuckerimporte für mindestens ein Jahr aussetzen, um den unter starkem Preisdruck stehenden europäischen Zuckermarkt zu stabilisieren und heimische Rübenbauern zu entlasten. Hintergrund sind stark gestiegene Importmengen – insbesondere aus Brasilien – sowie deutlich gesunkene Zuckerpreise, die die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Produktion gefährden. Der zollfreie Importstopp soll über sogenannte „Aktive Veredelung“ umgesetzt werden und könnte ab Ende März 2026 greifen. Trotz der Maßnahme bleiben die wirtschaftlichen Belastungen für die Zuckerindustrie hoch.

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat eine erste Prognose für das Anbaujahr 2026/27 veröffentlicht und erwartet eine weltweite Weizenproduktion von 822 Mio. t. Damit läge die Ernte zwar 23 Mio. t unter dem Niveau von 2025/26, aber weiterhin 21 Mio. t über dem Jahr 2024/25. Der globale Weizenverbrauch wird für 2026/27 auf 829 Mio. t geschätzt, nach 825 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!



Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Unilever.

4investors-News - Unilever

24.01.2022 - Unilever Aktie: Experte bleibt nach Kurs-Turbulenzen skeptisch ...
18.12.2019 - Unilever: Neues Kursziel nach der Warnung ...
09.03.2015 - Unilever: Attraktive Rendite – Kursrallye seit Jahresbeginn ...
14.07.2014 - Unilever: Überfälliger Schritt ...
01.10.2013 - Unilever: Analysten sind enttäuscht ...
26.07.2013 - Unilever: Zahlen überzeugen nicht ...

DGAP-News dieses Unternehmens